Multimorbidität: Medikamenten-Review und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DEGAM (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die DEGAM S3-Leitlinie befasst sich mit der hausärztlichen Versorgung von Menschen mit Multimorbidität, definiert als das gleichzeitige Vorliegen von mindestens drei chronischen Erkrankungen. Diese Patientengruppe stellt aufgrund von Multimedikation und oft widersprüchlichen krankheitsspezifischen Empfehlungen eine besondere Herausforderung dar.

Im Zentrum der Leitlinie steht die Abkehr von einer rein krankheitszentrierten Sichtweise hin zu einer patientenzentrierten Versorgung. Ziele sind der Erhalt von Autonomie und Lebensqualität sowie die Vermeidung von Über- und Fehlversorgung.

Ein wesentliches Instrument hierfür ist der sogenannte Meta-Algorithmus, der eine Strukturierung der Konsultation ermöglicht. Er hilft dabei, akute Beratungsanlässe einzuordnen, abwendbar gefährliche Verläufe auszuschließen und die langfristige Behandlungsstrategie an den Werten der Betroffenen auszurichten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit eines regelmäßigen Medikamenten-Reviews bei jeder Konsultation. Es wird empfohlen, die Anzahl und Dosierung aller Medikamente systematisch zu erfassen und auf nicht-indizierte oder interagierende Präparate zu prüfen (starker Konsens). Gegebenenfalls sollte ein gezieltes Absetzen oder eine Dosisreduktion ("Deprescribing") erfolgen, um die Behandlungslast zu senken und unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt ein jährliches Screening durch die Frage nach Stürzen in den letzten 12 Monaten. Bei mindestens einem Sturzereignis sollte zur weiteren Risikostratifizierung eine Messung der Ganggeschwindigkeit erfolgen. Eine Ganggeschwindigkeit von unter 0,8 m/s gilt dabei als auffällig.

Laut Leitlinie sollen psychische Komorbiditäten bei der Abklärung somatischer Symptome stets mitbedacht werden. Für ein schnelles Screening wird der Zwei-Fragen-Test (PHQ-2) oder zur simultanen Erfassung von Ängsten der PHQ-4 empfohlen.

Es wird empfohlen, multimorbide Personen einmal jährlich aktiv nach beeinträchtigenden chronischen Schmerzen zu befragen. Wenn chronische Schmerzen vorliegen, sollte das Schmerzmanagement gemäß Leitlinie einmal im Quartal überprüft werden.

Der Meta-Algorithmus ist eine von der Leitlinie vorgeschlagene Strukturierungshilfe für die Konsultation. Er unterstützt dabei, Beratungsanlässe einzuordnen, abwendbar gefährliche Verläufe auszuschließen und Entscheidungen an den übergeordneten Lebenszielen der Betroffenen auszurichten.

Aufgrund der heterogenen Studienlage formuliert die Leitlinie kein einheitliches, standardisiertes Vorgehen für das Deprescribing. Es wird jedoch stark empfohlen, bei jedem Kontakt einen Pillcount durchzuführen und individuell eine Dosisreduktion oder ein Absetzen zu prüfen.

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Quelle: DEGAM S3-Leitlinie Multimorbidität (Living Guideline) (DEGAM, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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