Mpox & Influenza Impfung: Indikationen und Empfehlung
Hintergrund
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlungen zur Indikations- und postexpositionellen Impfung gegen Mpox sowie zur saisonalen Influenza-Impfung aktualisiert. Zudem wird auf die zunehmende Relevanz stechmückenübertragener Erkrankungen in Deutschland hingewiesen.
Bei Mpox wurde die Altersgrenze für den Impfstoff Imvanex auf 12 Jahre gesenkt. Gleichzeitig wurde die Zielgruppe für die Indikationsimpfung erweitert, um alle Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko zu erfassen, unabhängig von der bisherigen engen Definition.
Die Influenza-Empfehlung reagiert auf die weltweite Ausbreitung hochpathogener aviärer Influenza-Viren (H5Nx). Um Koinfektionen und die Entstehung neuer pandemischer Reassortanten zu verhindern, wird die saisonale Impfung nun gezielt für Personen mit engem Tierkontakt empfohlen.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:
Mpox-Impfung (Indikation und PEP)
Laut STIKO wird die Mpox-Indikationsimpfung für Personen ab 12 Jahren mit erhöhtem Expositionsrisiko empfohlen. Dazu gehören unter anderem Männer sowie trans- und nicht-binäre Personen, die Sex mit Männern haben und häufig die Partner wechseln, sowie Sexarbeitende.
Zudem wird die Impfung für Personal in Forschungseinrichtungen oder Laboratorien mit gezielten Tätigkeiten mit Mpox-Viren empfohlen.
Eine postexpositionelle Prophylaxe (PEP) wird nach engem körperlichen Kontakt mit Erkrankten oder infektiösem Material empfohlen. Die PEP sollte laut Leitlinie frühestmöglich innerhalb von 14 Tagen nach Exposition erfolgen.
Saisonale Influenza-Impfung
Die Leitlinie empfiehlt die jährliche saisonale Influenza-Impfung im Herbst/Winter nun auch für Personen mit häufigem, regelmäßigem und direktem Kontakt zu bestimmten Tieren. Dies betrifft sowohl das private Umfeld als auch den arbeitsbedingten Kontakt.
Zu den relevanten Tierarten zählen laut STIKO:
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Schweine
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Geflügel
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Wildvögel (frei und gehalten)
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Robben
Beruflich indiziert ist die Impfung unter anderem für Tätige in Nutztierhaltungen, Zoos, Tierheimen, Tierarztpraxen und Schlachthöfen. Für Personen ab 60 Jahren wird ein inaktivierter Hochdosis- oder MF-59-adjuvantierter Impfstoff empfohlen.
Stechmückenübertragene Erkrankungen
Die Leitlinie weist darauf hin, bei unklaren Enzephalitiden oder Fieber unklaren Ursprungs im Sommer und Frühherbst an eine West-Nil-Virus-Infektion (WNV) zu denken. Dies gilt auch ohne Reiseanamnese, insbesondere in Endemiegebieten in Ost- und Nordwestdeutschland.
Es wird empfohlen, bei der Diagnostik Kreuzreaktivitäten in der Flavivirus-Serologie zu berücksichtigen. Eine eindeutige Abklärung erfordert eine breite Serologie und gegebenenfalls ergänzende Untersuchungen wie PCR.
Dosierung
| Impfstoff / Indikation | Patientengruppe | Dosierung / Impfschema |
|---|---|---|
| Imvanex (Mpox) Grundimmunisierung | Immunkompetente ohne vorherige Pockenimpfung (ab 12 J.) | 2 Dosen subkutan im Mindestabstand von 28 Tagen |
| Imvanex (Mpox) Auffrischung | Immunkompetente mit Pockenimpfung in der Vergangenheit | 1 Dosis subkutan |
| Imvanex (Mpox) bei Immundefizienz | Immundefiziente (z. B. HIV), unabhängig von früherer Pockenimpfung | 2 Dosen subkutan im Mindestabstand von 28 Tagen |
| Imvanex (Mpox) PEP | Asymptomatische Personen ab 12 J. nach Exposition | 1 Dosis innerhalb von 14 Tagen (ggf. 2. Dosis nach 28 Tagen bei anhaltendem Risiko) |
| Saisonale Influenza | Personen unter 60 Jahren mit Tierkontakt | 1 Dosis inaktivierter Standard-Impfstoff jährlich im Herbst |
| Saisonale Influenza | Personen ab 60 Jahren mit Tierkontakt | 1 Dosis inaktivierter Hochdosis- oder MF-59-adjuvantierter Impfstoff jährlich |
Kontraindikationen
Laut Leitlinie stellt eine atopische Dermatitis keine Kontraindikation für den Mpox-Impfstoff Imvanex dar, obwohl dies bei klassischen Pockenimpfstoffen der Fall war. Auch bei Personen mit Immundefizienz kann die Impfung sicher durchgeführt werden.
💡Praxis-Tipp
Bei der Diagnostik von stechmückenübertragenen Erkrankungen wird darauf hingewiesen, dass serologische Tests für verschiedene Flaviviren (wie West-Nil-, Dengue- und Zika-Virus) kreuzreagieren können. Es wird daher empfohlen, eine breite Flavivirus-Serologie durchzuführen und diese bei Bedarf durch PCR-Untersuchungen aus Urin oder Plasma zu ergänzen.
Häufig gestellte Fragen
Laut STIKO-Leitlinie ist der Mpox-Impfstoff Imvanex mittlerweile für Personen ab 12 Jahren zugelassen. Die vorherige Einschränkung auf Erwachsene ab 18 Jahren wurde entsprechend aufgehoben.
Die Leitlinie empfiehlt die saisonale Influenza-Impfung für Personen mit häufigem, direktem Kontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln oder Robben. Dies gilt sowohl für das private Umfeld als auch für berufliche Tätigkeiten in der Nutztierhaltung, in Zoos oder Tierarztpraxen.
Es wird betont, dass die Impfung Koinfektionen mit saisonalen und zoonotischen Influenza-Viren verhindern soll. Dadurch wird laut Leitlinie das Risiko reduziert, dass neue Virusvarianten (Reassortanten) mit pandemischem Potenzial entstehen.
Gemäß der Leitlinie sollen immundefiziente Personen, wie beispielsweise HIV-Infizierte, immer eine zweimalige Impfung erhalten. Dies gilt unabhängig davon, ob in der Vergangenheit bereits eine klassische Pockenimpfung durchgeführt wurde.
Die Leitlinie rät dazu, bei unklaren Enzephalitiden oder Fieber unklaren Ursprungs im Sommer und Frühherbst an eine West-Nil-Virus-Infektion zu denken. Dies wird besonders in den Endemiegebieten Ost- und Nordwestdeutschlands auch ohne vorherige Reiseanamnese empfohlen.
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Quelle: RKI: Influenza (RKI/STIKO, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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