RKI/STIKO2026Infektiologie

Berufliche Impfungen: STIKO-Empfehlungen 2026

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: RKI/STIKO (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Beruflich indizierte Impfungen dienen dem gezielten Schutz von Beschäftigten, die an ihrem Arbeitsplatz einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Die Ständige Impfkommission (STIKO) formuliert hierfür spezifische Empfehlungen basierend auf der jeweiligen Exposition.

Im Fokus der Leitlinie stehen insbesondere medizinisches Personal, Beschäftigte in Pflege- und Gemeinschaftseinrichtungen sowie Laborpersonal. Neben dem individuellen Arbeitsschutz zielen die Impfungen auch darauf ab, nosokomiale Übertragungen auf vulnerable Personengruppen zu verhindern.

Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf den STIKO-Empfehlungen für beruflich indizierte Impfungen (Stand: Januar 2026).

Empfehlungen

Die STIKO-Empfehlungen definieren spezifische Impfindikationen für verschiedene Berufsgruppen. Im Fokus stehen der Eigenschutz der Beschäftigten sowie der Schutz von Kontaktpersonen.

Serologische Kontrollen und Titerbestimmungen

Für bestimmte Impfungen wird laut Leitlinie eine serologische Kontrolle des Impferfolgs empfohlen:

  • Hepatitis B: Eine quantitative Anti-HBs-Bestimmung sollte 4 bis 8 Wochen nach der dritten Impfstoffdosis erfolgen (Zielwert: ≥ 100 IE/l).

  • Tollwut: Bei Laborpersonal wird eine Titerkontrolle 2 bis 4 Wochen nach der letzten Dosis sowie nach 6 Monaten angeraten (Auffrischung bei < 0,5 I.E./ml).

  • Hepatitis A: Eine Vortestung auf Anti-HAV ist laut STIKO nur bei Personen aus Endemiegebieten sinnvoll.

Impfschemata nach beruflicher Indikation

Die Leitlinie gibt folgende spezifische Impfschemata für berufliche Indikationen vor:

ImpfungBerufliche Indikation (Auswahl)Impfschema & Besonderheiten
COVID-19Medizin- und PflegepersonalJährliche Auffrischung im Herbst.
InfluenzaMedizinpersonal, Personen mit TierkontaktJährlich im Herbst. Ab 60 Jahren: Hochdosis- oder MF-59-Impfstoff.
PertussisGesundheitsdienst, GemeinschaftseinrichtungenAlle 10 Jahre 1 Dosis (als Tdap).
MMRNach 1970 Geborene in Medizin/Pflege2 Dosen. Männer: 1 Dosis Röteln ausreichend.
VarizellenSeronegative in Medizin/Pflege2 Dosen.
PneumokokkenSchweißer (Metallrauchexposition)PCV20. Bei Vorimpfung mit PPSV23: PCV20 nach ≥ 6 Jahren.
MpoxLaborpersonal (Orthopocken-Exposition)2 Dosen. Bei früherer Pockenimpfung: 1 Dosis (außer bei Immundefizienz).
DengueLaborpersonal mit durchgemachter Infektion2 Dosen Qdenga (Abstand 3 Monate).
ChikungunyaLaborpersonal1 Dosis. Ab 60 Jahren: nur Totimpfstoff.

Spezifische Hinweise für Laborpersonal

Personen, die gezielte Tätigkeiten mit Erregern ausüben, benötigen laut Leitlinie einen erweiterten Schutz. Dies betrifft unter anderem Impfungen gegen Japanische Enzephalitis, Gelbfieber und Meningokokken (ACWY und B).

Bei Gelbfieber wird bei fortgesetzter Exposition eine einmalige Auffrischimpfung nach 10 Jahren empfohlen. Die maximale Anzahl ist auf zwei Impfstoffdosen begrenzt.

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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im arbeitsmedizinischen Kontext ist der Verzicht auf die Titerkontrolle nach einer Hepatitis-B-Grundimmunisierung. Die Leitlinie betont, dass der Impferfolg zwingend 4 bis 8 Wochen nach der dritten Dosis quantitativ überprüft werden sollte, um einen Anti-HBs-Wert von mindestens 100 IE/l zu sichern.

Häufig gestellte Fragen

Die STIKO empfiehlt für Personal im Gesundheitsdienst und in Gemeinschaftseinrichtungen alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung. Diese sollte mit einem Tdap-Kombinationsimpfstoff erfolgen.

Laut Leitlinie werden für Personen ab 60 Jahren inaktivierte Hochdosis- oder MF-59-adjuvantierte Influenza-Impfstoffe empfohlen. Jüngere Personen erhalten den regulären quadrivalenten Impfstoff.

Ja, auch für Männer in medizinischen Einrichtungen oder der Pflege wird eine Impfung empfohlen. Im Gegensatz zu Frauen, die zwei Dosen benötigen, reicht bei Männern laut STIKO eine einmalige Impfung zum Schutz gegen Röteln aus.

Personen mit beruflicher Exposition gegenüber Metallschweißrauchen sollen eine Impfung mit PCV20 erhalten. Wurde bereits PPSV23 verabreicht, wird die PCV20-Impfung in einem Mindestabstand von 6 Jahren empfohlen.

Bei Laborpersonal mit erhöhter Exposition wird eine serologische Kontrolle 2 bis 4 Wochen nach der letzten Impfstoffdosis sowie nach 6 Monaten empfohlen. Fällt der Wert unter 0,5 I.E./ml, ist eine Auffrischimpfung indiziert.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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