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Mpox (Affenpocken): Aktueller RKI-Ratgeber

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf RKI Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Mpox wird primär durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt, insbesondere bei sexuellen Aktivitäten, übertragen.
  • Die Inkubationszeit beträgt beim aktuellen Ausbruchsgeschehen oft nur 2 bis 4 Tage.
  • Die Diagnostik erfolgt als Goldstandard über einen Nukleinsäurenachweis (rtPCR) aus Läsionsabstrichen.
  • Eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) mit dem Impfstoff Imvanex sollte bei Kontaktpersonen ab 12 Jahren innerhalb von 14 Tagen erfolgen.
  • Die Isolation von Erkrankten muss aufrechterhalten werden, bis alle Krusten vollständig abgefallen sind (meist 2 bis 4 Wochen).
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Hintergrund

Mpox (früher Affenpocken) werden durch das Monkeypox-Virus (MPXV) ausgelöst, ein behülltes DNA-Virus aus der Gattung Orthopoxvirus. Während die Erkrankung in West- und Zentralafrika endemisch ist, kam es seit Mai 2022 zu einem weltweiten Ausbruchsgeschehen, das vorwiegend Männer betrifft, die Sex mit Männern (MSM) haben (Klade IIb). Seit 2023 wird zudem eine Ausbreitung der Kladen Ia und Ib in Afrika mit vereinzelten importierten Fällen in Europa beobachtet.

Übertragungswege und Inkubationszeit

Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt primär durch engen Kontakt (insbesondere sexuelle Aktivitäten) mit Haut- oder Schleimhautläsionen sowie Körperflüssigkeiten.

  • Eintrittspforten: Kleine Hautverletzungen, Schleimhäute (Auge, Mund, Nase, Genitalien, Anus) und möglicherweise der Respirationstrakt.
  • Inkubationszeit: Im Endemiegebiet 5 bis 21 Tage; im Ausbruchsgeschehen seit 2022 oft verkürzt auf 2 bis 4 Tage.
  • Ansteckungsfähigkeit: Ab Symptombeginn bis zum vollständigen Abfallen der Krusten (meist 2 bis 4 Wochen).

Klinische Symptomatik

Die Erkrankung verläuft bei Erwachsenen in der Regel mild bis moderat und ist nach 14 bis 21 Tagen selbstlimitierend. Schwere Verläufe sind bei immungeschwächten Personen oder Kindern möglich.

  • Prodromalphase: Fieber, Schüttelfrost, Muskel-/Kopfschmerzen, Fatigue. Sehr häufig tritt eine oft schmerzhafte Lymphadenopathie auf.
  • Hautläsionen: Treten oft im Bereich der Infektionspforte auf (z.B. anogenital, an Extremitäten oder im Gesicht).

Die Hauteffloreszenzen durchlaufen typischerweise folgende Stadien:

StadiumBeschreibung
MaculaFleck
PapulaKnötchen
VesiculaBläschen
PustulaEiterbläschen
KrusteSchorfbildung (hochinfektiös!)

Diagnostik

Der Goldstandard für den Erregernachweis ist die real-time PCR (rtPCR) aus klinischem Material (z.B. Läsionsabstrich, Bläscheninhalt, Schorf).

Folgende Differenzialdiagnosen sollten klinisch ausgeschlossen werden:

ErregergruppeMögliche Erkrankungen
VirenWindpocken, Herpes zoster, Herpes simplex, Kuhpockenviren
BakterienSyphilis, Scharlach, Lymphogranuloma venereum

Therapie

Die Behandlung erfolgt primär symptomatisch (Schmerzlinderung, topische Zink-Schüttelmixturen). Eine spezifische antivirale Therapie ist nach Expertenmeinung vor allem bei relevanter Immundefizienz oder komplizierten Verläufen indiziert. Hierbei wird die Rücksprache mit einem STAKOB-Zentrum empfohlen.

Impfung und Prävention

Zum Schutz vor Mpox steht der MVA-Impfstoff Imvanex (ab 12 Jahren) zur Verfügung.

IndikationZielgruppeImpfschema
IndikationsimpfungPersonen ≥12 Jahre mit erhöhtem Expositionsrisiko (z.B. MSM mit häufig wechselnden Partnern), Laborpersonal2 Dosen (Abstand mind. 28 Tage). Bei früherer Pockenimpfung reicht 1 Dosis (außer bei Immundefizienz).
Postexpositionsprophylaxe (PEP)Asymptomatische Kontaktpersonen ≥12 Jahre nach engem KontaktFrühestmöglich, maximal bis 14 Tage nach Exposition.

Hygienemaßnahmen und Isolation

  • Isolation: Empfohlen bei nicht abdeckbaren Läsionen oder Allgemeinsymptomen. Dauer: Bis Allgemeinsymptome abgeklungen sind und alle Krusten vollständig abgefallen sind.
  • Schutzmaßnahmen: Vermeidung jeglichen engen Kontakts. Nach Abheilen der Läsionen sollten für acht Wochen Kondome beim Sex verwendet werden, da das Virus in der Samenflüssigkeit persistieren kann.

💡Praxis-Tipp

Denken Sie bei unklaren urogenitalen oder anorektalen Ulzera an Mpox, insbesondere bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). Führen Sie die rtPCR-Diagnostik direkt aus dem Bläscheninhalt oder Schorf durch.

Häufig gestellte Fragen

Die Ansteckungsfähigkeit besteht ab Symptombeginn bis zum vollständigen Abfallen aller Krusten (in der Regel 2 bis 4 Wochen).
In Deutschland wird der Drittgenerationsimpfstoff Imvanex (ein MVA-Impfstoff) ab einem Alter von 12 Jahren eingesetzt.
Eine PEP sollte frühestmöglich, spätestens jedoch 14 Tage nach einem engen ungeschützten Kontakt zu einer an Mpox erkrankten Person erfolgen.
Der sensitivste und schnellste Nachweis erfolgt mittels real-time PCR (rtPCR) aus Läsionsabstrichen oder Schorf.

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