Mirtazapin: Wirkmechanismus, Dosierung und Indikation
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Kurzprofil der DrugBank-Datenbank. Mirtazapin ist ein noradrenerges und spezifisch serotonerges Antidepressivum (NaSSA), das primär in der psychiatrischen Behandlung eingesetzt wird.
Der Wirkstoff blockiert Alpha-2-adrenerge Autorezeptoren und Heterorezeptoren, was zu einer verstärkten Freisetzung von Noradrenalin und Serotonin führt. Zudem antagonisiert Mirtazapin die 5-HT2A-, 5-HT2C- und 5-HT3-Rezeptoren.
Eine Besonderheit ist der starke Antagonismus an H1-Histaminrezeptoren. Dieser Mechanismus ist für die sedierenden und appetitsteigernden Eigenschaften des Medikaments verantwortlich.
Empfehlungen
Laut DrugBank-Profil ergeben sich folgende klinische Anwendungsbereiche und pharmakologische Eigenschaften:
Indikationen
Die Hauptindikation für Mirtazapin ist die Major Depression. Darüber hinaus listet die Datenbank folgende Off-Label-Anwendungen:
-
Insomnie bei gleichzeitiger Depression
-
Appetitstimulation
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Refraktäre Übelkeit und Erbrechen (aufgrund des 5-HT3-Antagonismus)
Pharmakokinetik
Die orale Bioverfügbarkeit von Mirtazapin liegt bei etwa 50 Prozent. Die Halbwertszeit beträgt 20 bis 40 Stunden, wobei ein Steady-State nach drei bis vier Tagen erreicht wird.
Der Metabolismus erfolgt über die Cytochrom-P450-Enzyme CYP3A4, CYP2D6 und CYP1A2.
Nebenwirkungen und Interaktionen
Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen zählen Sedierung, Gewichtszunahme, Mundtrockenheit, Obstipation und Schwindel. Sehr selten kann eine Agranulozytose auftreten, zudem sind Erhöhungen von Cholesterin und Triglyceriden möglich.
Bei der Kombination mit anderen Medikamenten ist laut Datenbank auf folgende Interaktionen zu achten:
-
ZNS-dämpfende Mittel und Alkohol verstärken die Sedierung.
-
CYP3A4-Inhibitoren erhöhen die Mirtazapin-Spiegel, während Induktoren (wie Carbamazepin) diese senken.
-
Serotonerge Substanzen erhöhen das Risiko für ein Serotoninsyndrom.
Dosierung
Die DrugBank-Datenbank gibt folgende Dosierungshinweise für Mirtazapin an. Es wird auf ein dosisabhängiges Paradoxon hingewiesen: Niedrigere Dosen wirken stärker sedierend als höhere Dosen, da bei höheren Dosen die noradrenerge Aktivierung die H1-Blockade überwiegt.
| Phase | Dosis | Einnahmezeitpunkt | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Initialdosis | 15 mg | Zur Schlafenszeit | Stärkere Sedierung durch H1-Blockade |
| Erhaltungsdosis | 30-45 mg | Einmal täglich (QD) | Geringere Sedierung durch noradrenerge Aktivierung |
Kontraindikationen
Laut DrugBank-Profil bestehen folgende Kontraindikationen für die Anwendung von Mirtazapin:
-
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
-
Gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern (es wird eine Auswaschphase von 14 Tagen gefordert)
Zudem wird vor der Kombination mit MAO-Hemmern oder anderen serotonergen Medikamenten gewarnt, da ein hohes Risiko für ein Serotoninsyndrom besteht.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiges klinisches Merkmal von Mirtazapin ist das Dosis-Paradoxon bezüglich der Sedierung. Es wird darauf hingewiesen, dass eine Dosis von 15 mg stärker sedierend wirkt als eine Dosis von 30 mg, da bei höheren Dosierungen die noradrenerge Aktivierung zunimmt und die antihistaminerge Wirkung überlagert.
Häufig gestellte Fragen
Laut DrugBank-Profil beruht die Sedierung auf einer starken H1-Histamin-Blockade, die bereits bei 15 mg voll ausgeprägt ist. Bei höheren Dosen (ab 30 mg) kommt es zu einer verstärkten noradrenergen Aktivierung, welche die sedierenden Effekte teilweise aufhebt.
Die Datenbank nennt Insomnie bei Depression, Appetitstimulation sowie refraktäre Übelkeit und Erbrechen als Off-Label-Anwendungen. Letzteres wird durch den 5-HT3-Rezeptorantagonismus des Wirkstoffs erklärt.
Die Halbwertszeit wird mit 20 bis 40 Stunden angegeben. Ein Fließgleichgewicht (Steady-State) wird im Körper nach etwa drei bis vier Tagen erreicht.
Mirtazapin wird über CYP3A4, CYP2D6 und CYP1A2 metabolisiert. CYP3A4-Inhibitoren können die Mirtazapin-Spiegel erhöhen, während Induktoren wie Carbamazepin die Spiegel senken können.
Es wird eine strikte Auswaschphase von 14 Tagen zwischen der Einnahme von MAO-Hemmern und Mirtazapin gefordert. Dies dient der Vermeidung eines lebensbedrohlichen Serotoninsyndroms.
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Quelle: DrugBank: Mirtazapine - Pharmacological Profile (DrugBank Open Data, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.
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