Mammakarzinom: Diagnostik, Therapie und Nachsorge
Hintergrund
Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die interdisziplinäre S3-Leitlinie der AWMF bietet umfassende evidenzbasierte Empfehlungen für die gesamte Versorgungskette von der Früherkennung bis zur Palliativmedizin.
Ein wesentliches Ziel der Leitlinie ist die Senkung der Brustkrebssterblichkeit durch strukturierte Früherkennungsprogramme. Zudem wird eine Optimierung der interdisziplinären und multimodalen Therapie angestrebt, um die Heilungschancen zu maximieren und die Lebensqualität zu erhalten.
Die aktuellen Empfehlungen berücksichtigen zunehmend deeskalierende Strategien in der operativen und strahlentherapeutischen Behandlung. Gleichzeitig wird die systemische Therapie immer stärker an spezifischen Tumorbiologien und molekularen Subtypen ausgerichtet.
💡Praxis-Tipp
Ein wesentlicher Paradigmenwechsel der Leitlinie betrifft das axilläre Staging. Es wird empfohlen, bei Patientinnen mit pT1/pT2-Tumoren und ein bis zwei positiven Sentinel-Lymphknoten auf eine komplette Axilladissektion zu verzichten, sofern eine brusterhaltende Therapie mit anschließender tangentialer Bestrahlung durchgeführt wird. Dies reduziert die Morbidität signifikant, ohne die onkologische Sicherheit zu gefährden.
Häufig gestellte Fragen
Die Basis der Therapie ist die vollständige Exzision. Bei geplanter adjuvanter Radiotherapie wird laut Leitlinie ein Resektionsrand von mindestens 2 mm empfohlen. Eine Axilladissektion soll beim reinen DCIS nicht durchgeführt werden.
Eine adjuvante Chemotherapie wird laut Leitlinie bei HER2-positiven, triple-negativen sowie bei Luminal-B-Tumoren mit hohem Rezidivrisiko empfohlen. Die Entscheidung basiert auf Faktoren wie Tumorgröße, Nodalstatus, Grading und Alter.
Prämenopausale Patientinnen erhalten gemäß Leitlinie Tamoxifen für mindestens 5 Jahre, wobei eine Verlängerung auf bis zu 10 Jahre je nach Rezidivrisiko erwogen werden kann. Bei postmenopausalen Frauen wird primär der Einsatz eines Aromatasehemmers empfohlen.
Die Leitlinie empfiehlt klinische Nachsorgeuntersuchungen in den ersten drei Jahren vierteljährlich, im vierten und fünften Jahr halbjährlich und ab dem sechsten Jahr jährlich. Eine apparative Metastasendiagnostik ohne klinischen Verdacht wird nicht routinemäßig empfohlen.
Bei Patientinnen über 75 Jahren wird vor einer Chemotherapie oder Operation ein geriatrisches Assessment empfohlen. Die Therapieentscheidungen sollten das biologische Alter, Komorbiditäten und die individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung berücksichtigen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AWMF 032-045: Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms
S3-Leitlinie Mammakarzinom v4.4 (2024)
Mammakarzinom der Frau
IQWiG V19-06: Leitliniensynopse für die Aktualisierung des DMP Brustkrebs
IQWiG V12-02: Systematische Leitlinienrecherche und -bewertung sowie Extraktion neuer und relevanter Empfehlungen für das DMP Brustkrebs
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen