Zervixkarzinom: Diagnostik, Therapie und Nachsorge
Hintergrund
Das Zervixkarzinom ist weltweit eine der häufigsten Krebserkrankungen der Frau. In Deutschland ist die Inzidenz dank etablierter Früherkennungsprogramme in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken.
Die Hauptursache für die Entstehung ist eine persistierende Infektion mit Hochrisiko-Humanen-Papillomaviren (HR-HPV), insbesondere den Typen 16 und 18. Histologisch handelt es sich in etwa 80 Prozent der Fälle um Plattenepithelkarzinome, während Adenokarzinome etwa 20 Prozent ausmachen.
Die AWMF S3-Leitlinie definiert den aktuellen Standard für die stadiengerechte und interdisziplinäre Versorgung. Ziel ist es, Über- sowie Untertherapien zu vermeiden und die Lebensqualität der betroffenen Frauen zu erhalten.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, bei frühen Zervixkarzinomen (bis FIGO IB1) minimalinvasive Operationsverfahren für die radikale Hysterektomie standardmäßig einzusetzen. Basierend auf aktuellen Studiendaten wird stattdessen der offene abdominale Zugang empfohlen, da dieser mit einem signifikant besseren Gesamt- und krankheitsfreien Überleben assoziiert ist. Zudem wird betont, dass ein PET-CT in der Primärdiagnostik keinen Stellenwert hat, in der Rezidivsituation vor geplanten Salvage-Therapien jedoch essenziell ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird ab dem Stadium IB2 ein MRT des Beckens zur Beurteilung der lokalen Ausbreitung empfohlen. Ergänzend sollte ein CT von Thorax, Abdomen und Becken zum Staging erfolgen.
Die Leitlinie empfiehlt die primäre cisplatinbasierte Radiochemotherapie ab dem FIGO-Stadium IIB. Auch in früheren Stadien kann sie bei Vorliegen mehrerer histologischer Risikofaktoren oder positiven Lymphknoten als Standardtherapie eingesetzt werden.
Es wird empfohlen, in den ersten drei Jahren nach Abschluss der Primärtherapie alle drei Monate eine Kontrolle durchzuführen. Im vierten und fünften Jahr sieht die Leitlinie halbjährliche Intervalle vor.
Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen Bestimmung von Tumormarkern wie dem SCC-Antigen zur Rezidivsuche bei asymptomatischen Frauen ab. Es gibt keine Evidenz, dass dies das Gesamtüberleben verbessert.
Die alleinige Sentinel-Lymphonodektomie wird laut Leitlinie bei kleinen Primärtumoren unter 2 cm (Stadien IA1 mit L1, IA2, IB1) als ausreichend erachtet. Voraussetzung ist eine beidseitige Darstellung und Entfernung der Wächterlymphknoten.
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Quelle: AWMF 032-033: Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom (AWMF, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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