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AWMFS3Onkologie

Zervixkarzinom: Epidemiologie & Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Inzidenz des Zervixkarzinoms in Deutschland ist dank Früherkennungsprogrammen stark gesunken (4.380 Neuerkrankungen im Jahr 2016).
  • Das mittlere Erkrankungsalter für invasive Karzinome liegt bei 55 Jahren, für präinvasive Vorstufen etwa 20 Jahre früher.
  • Die relative 5-Jahres-Überlebensrate ist stark stadienabhängig und sinkt von 95 % im UICC-Stadium I auf 21 % im Stadium IV.
  • Die HPV-Impfung zeigt in internationalen Studien bereits eine signifikante Reduktion von HSIL-Läsionen und HPV-Infektionen.
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Hintergrund

Das Zervixkarzinom ist weltweit das vierthäufigste Malignom der Frau. In Deutschland ist die Inzidenz in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken, was primär auf das 1971 eingeführte gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm (zytologischer Abstrich) zurückzuführen ist. Aktuell ist das Zervixkarzinom die dreizehnthäufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland.

Epidemiologische Daten

Die Inzidenz höherer Tumorstadien (ab FIGO-Stadium IIB) und die Mortalität sind seit 1980 zurückgegangen, stagnieren jedoch in den letzten zehn Jahren.

  • Neuerkrankungen (2016): 4.380 Fälle
  • Sterbefälle (2016): 1.562 Fälle
  • Mittleres Erkrankungsalter: 55 Jahre (in den letzten 25 Jahren um 15 Jahre gesunken)
  • Präinvasive Vorstufen: Der Altersgipfel liegt im Mittel 20 Jahre früher als beim invasiven Karzinom

Stadienverteilung und Überleben

Die Prognose des Zervixkarzinoms ist stark vom Tumorstadium bei Erstdiagnose abhängig. Die Verteilung der UICC-Stadien bei Erstdiagnose (Daten von 2013-2014) zeigte folgenden Anteil: UICC I (44 %), UICC II (13 %), UICC III (23 %) und UICC IV (20 %).

UICC-StadiumRelative 5-Jahres-ÜberlebensrateRelative 10-Jahres-Überlebensrate
Stadium 0100 %100 %
Stadium I95 %93 %
Stadium II75 %71 %
Stadium III58 %51 %
Stadium IV21 %16 %

Einfluss der HPV-Impfung

Die Entwicklung und Einführung der HPV-Impfstoffe (seit 2007 für Mädchen, seit 2018 auch für Jungen von 9 bis 14 Jahren von der STIKO empfohlen) lässt eine weitere Senkung der Inzidenz und Mortalität erwarten. Internationale Daten belegen bereits erste Erfolge:

  • Australien: Rückgang der HSIL-Läsionen von 0,85 % auf 0,22 % bei Frauen unter 18 Jahren nach Einführung der Impfung.
  • Metaanalyse: 64 % Reduktion der Inzidenz von Infektionen mit HPV 16 und 18 bei Frauen zwischen 13 und 19 Jahren.

💡Praxis-Tipp

Beachten Sie, dass der Altersgipfel für präinvasive Vorstufen etwa 20 Jahre vor dem invasiven Karzinom liegt. Klären Sie junge Patientinnen und Eltern aktiv über die STIKO-Empfehlung zur HPV-Impfung auf, da diese nachweislich das Risiko für hochgradige Dysplasien senkt.

Häufig gestellte Fragen

Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt über alle Stadien hinweg bei 67 %. Im Stadium UICC I beträgt sie 95 %, im Stadium UICC IV sinkt sie auf 21 %.
Das mittlere Alter bei Erstdiagnose eines invasiven Zervixkarzinoms liegt bei 55 Jahren. Präinvasive Vorstufen treten im Mittel 20 Jahre früher auf.
Internationale Daten zeigen, dass die HPV-Impfung die Inzidenz von HSIL-Läsionen und Infektionen mit HPV 16/18 bei jungen Frauen signifikant reduziert.

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