DMP Brustkrebs: Diagnostik, Therapie und Nachsorge
Hintergrund
Disease-Management-Programme (DMPs) sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen, die auf den Erkenntnissen der evidenzbasierten Medizin beruhen. Die IQWiG-Leitliniensynopse evaluiert aktuelle nationale und internationale Leitlinien, um die inhaltlichen Anforderungen für das DMP Brustkrebs zu aktualisieren.
Brustkrebs ist mit rund 69.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Die Prognose der Erkrankung ist abhängig von Faktoren wie dem Tumorstadium, dem Grading und dem molekularen Tumorsubtyp.
Die Therapieplanung erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und umfasst brusterhaltende sowie ablative Operationsverfahren, Strahlentherapie und systemische Ansätze. Die Auswahl der Therapie richtet sich nach individuellen prognostischen und prädiktiven Faktoren der Patientin.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie wird in der asymptomatischen Nachsorge von einer intensivierten apparativen und labortechnischen Diagnostik (wie Tumormarker, PET-CT oder Knochenszintigraphie) abgeraten. Diese Untersuchungen bieten bei fehlenden Symptomen keinen klinischen Vorteil und sind ausschließlich bei konkreten klinischen Auffälligkeiten indiziert.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine initiale Therapiedauer von mindestens 5 Jahren. Eine erweiterte Therapie von bis zu 10 Jahren kann auf Basis einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung erwogen werden.
Bei Patientinnen mit ein bis zwei positiven Sentinel-Lymphknoten kann auf eine Axilladissektion verzichtet werden, wenn eine brusterhaltende Operation mit anschließender tangentialer Bestrahlung erfolgt. Auch bei ausschließlicher Mikrometastasierung wird ein Verzicht auf eine gezielte Therapie der Lymphabflussgebiete empfohlen.
Es wird eine hypofraktionierte Ganzbrustbestrahlung gegenüber einem konventionellen Fraktionierungsschema bevorzugt. Diese Empfehlung gilt unabhängig vom Tumorgrad oder der Brustgröße.
Ein routinemäßiger Einsatz der Magnetresonanztomographie (MRT) in der Primärdiagnostik wird nicht empfohlen. Der Einsatz sollte auf Fälle begrenzt werden, die mit konventioneller Diagnostik und perkutaner Biopsie nicht ausreichend sicher befundet werden können.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG V19-06: Leitliniensynopse für die Aktualisierung des DMP Brustkrebs (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms
AWMF 032-045: Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms
S3-Leitlinie Mammakarzinom v4.4 (2024)
IQWiG V12-02: Systematische Leitlinienrecherche und -bewertung sowie Extraktion neuer und relevanter Empfehlungen für das DMP Brustkrebs
Onkopedia: Mammakarzinom der Frau
IQWiG D23-01: Biomarker beim primären Mammakarzinom
IQWiG V06-05: Leitlinienrecherche und -bewertung für das DMP Brustkrebs
IQWiG D14-01: Biomarkerbasierte Tests zur Entscheidung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie beim primären Mamma-Karzinom
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen