DMP Brustkrebs: IQWiG-Leitliniensynopse
Hintergrund
Die IQWiG-Leitliniensynopse (2021) dient der Aktualisierung des Disease-Management-Programms (DMP) für Brustkrebs. Brustkrebs ist mit rund 69.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland, kann in seltenen Fällen aber auch Männer betreffen.
Zu den Risikofaktoren zählen neben genetischen Prädispositionen (wie BRCA1 oder BRCA2) auch ein dichtes Brustgewebe, hormonelle Faktoren sowie beeinflussbare Aspekte wie Alkoholkonsum und Übergewicht. Als Vorstufe gilt unter anderem das duktale Carcinoma in situ (DCIS), welches aufgrund des Entartungsrisikos in der Regel operativ entfernt wird.
Die Prognose und Therapieplanung hängen maßgeblich von der Tumorklassifikation ab. Die Einteilung erfolgt unter anderem nach dem TNM-System:
| Parameter | Bedeutung in der Klassifikation |
|---|---|
| T | Klinische (c) und pathologische (p) Größe des Karzinoms |
| N | Lymphknotenbefall |
| M | Vorhandensein von Fernmetastasen |
Zusätzlich spielen das Grading sowie der molekulare Subtyp (basierend auf Hormonrezeptor- und HER2-Status) eine zentrale Rolle für die Therapieentscheidung.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Primärdiagnostik:
Diagnostik vor Therapiebeginn
Die Leitlinie betont, dass eine Diagnose erst nach histologischer Sicherung als gestellt gilt.
Vor der Einleitung einer Primärtherapie müssen laut Leitlinie folgende Untersuchungen abgeschlossen sein:
-
Klinische Untersuchung
-
Mammografie in zwei Ebenen
-
Ultraschalldiagnostik
Biopsieverfahren
Zur histologischen Abklärung von Befunden wird primär eine bildgebungsgesteuerte minimalinvasive Biopsie empfohlen. Eine primäre, offene diagnostische Exzisionsbiopsie sollte laut Leitlinie nur in Ausnahmefällen erfolgen.
Für spezifische Befundkonstellationen werden folgende Verfahren genannt:
-
Stereotaktisch gesteuerte Vakuumbiopsie bei Vorliegen von Mikrokalk ohne Herdbefund
-
Stanzbiopsie zur feingeweblichen Abklärung suspekter Lymphknoten
Pathologie und Rezeptorstatus
Zur definitiven Therapieplanung wird eine eingehende Überprüfung der pathomorphologischen Befunde gefordert. Der Befundbericht muss zwingend Parameter wie Tumorgröße, Lymphknotenstatus, Resektionsränder und das Grading umfassen.
Die Bestimmung des Hormonrezeptor(HR)-Status soll mittels validierter Immunhistochemie erfolgen. Es wird empfohlen, die Konkordanz zwischen dem HR-Status und der histologischen Tumorklassifikation zu überprüfen.
Für die Bestimmung des HER2-Status bei invasiven Karzinomen verweist die Leitlinie auf spezifische Test-Algorithmen. Diese umfassen die Immunhistochemie und die In-situ-Hybridisierung.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger Hinweis für den klinischen Alltag ist die Wahl des Biopsieverfahrens. Die Leitlinie betont, dass zur primären histologischen Abklärung bildgebungsgesteuerte minimalinvasive Verfahren wie die Stanz- oder Vakuumbiopsie genutzt werden sollen. Eine offene diagnostische Exzisionsbiopsie wird nur in absoluten Ausnahmefällen als primäres Vorgehen empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie müssen vor Einleitung der Therapie eine klinische Untersuchung, eine Mammografie in zwei Ebenen sowie eine Ultraschalldiagnostik abgeschlossen sein. Zudem ist eine histologische Sicherung zwingend erforderlich.
Bei alleinigem Vorliegen von Mikrokalk ohne abgrenzbaren Herdbefund wird die Durchführung einer stereotaktisch gesteuerten Vakuumbiopsie empfohlen.
Die Leitlinie fordert unter anderem Angaben zu Tumortyp, Tumorgröße, Lymphknotenstatus, Resektionsrändern, Grading sowie zum Hormonrezeptor- und HER2-Status. Auch die Ausdehnung eines intraduktalen Tumoranteils muss dokumentiert werden.
Es wird empfohlen, den Hormonrezeptor-Status mittels einer validierten Immunhistochemie zu bestimmen. Zudem sollte die Übereinstimmung mit der histologischen Tumorklassifikation überprüft werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG V19-06: Leitliniensynopse für die Aktualisierung des DMP Brustkrebs (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.