IQWiG2008Onkologie

DMP Brustkrebs Update: IQWiG Leitlinien-Review

Diese Leitlinie stammt aus 2008 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2008)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit einer systematischen Leitlinienrecherche. Ziel war es, den Überarbeitungsbedarf des Disease-Management-Programms (DMP) Brustkrebs aus dem Jahr 2005 zu ermitteln.

Für den Bericht wurden 23 evidenzbasierte Leitlinien aus dem Zeitraum 2002 bis 2007 eingeschlossen und methodisch bewertet. Die extrahierten Kernempfehlungen dienen als Basis für die Aktualisierung der gesetzlich festgelegten Versorgungsstrukturen.

Der vorliegende Text fasst die identifizierten Neuerungen und Spezifizierungen in der Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms zusammen. Es handelt sich hierbei um eine Synthese internationaler und nationaler Leitlinienempfehlungen.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht identifiziert basierend auf der Leitliniensynthese folgende zentrale Neuerungen gegenüber dem bisherigen DMP:

Diagnostik

Laut Bericht wird die Bestimmung des HER2-Status für jedes Mammakarzinom empfohlen. Zuvor war dies im DMP nur in Einzelfällen vorgesehen.

Zudem wird die Mammasonografie als Basisuntersuchung zusätzlich zur Mammografie angeraten.

Weitere Empfehlungen zur Diagnostik umfassen:

  • Einsatz der Magnetresonanztomografie (MRT) für spezifische Einzelfallindikationen

  • Diagnosesicherung mittels minimalinvasiver Biopsie

  • Bestimmung der prognostischen Marker uPA und PAI-1 beim primären nodalnegativen Mammakarzinom

Operative Therapie und Strahlentherapie

Die Leitliniensynthese empfiehlt die Sentinel-Lymphknotentechnik grundsätzlich als axillären Eingriff der ersten Wahl. Bei älteren oder komorbiden Frauen kann laut Bericht auf einen axillären Eingriff verzichtet werden.

Für die Strahlentherapie wird eine individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung nach brusterhaltender Therapie oder Mastektomie empfohlen.

Zusätzliche strahlentherapeutische Aspekte beinhalten:

  • Keine zusätzliche Bestrahlung der Axilla, wenn mindestens 10 Lymphknoten entfernt wurden

  • Bestrahlung infra- und supraklavikulärer Lymphknoten

  • Möglicher Profit einer Brustwandbestrahlung nach Mastektomie auch bei nur 1 bis 3 befallenen Lymphknoten

Systemtherapie

Eine zentrale Neuerung ist die Empfehlung von Trastuzumab für die adjuvante Therapie und bei Fernmetastasen für HER2-positive Fälle.

Zudem werden die endokrine Therapie für hormonrezeptorpositive Frauen sowie die Chemotherapie generell empfohlen, anstatt sich nur auf zwei Risikogruppen zu stützen. Auch die adjuvante Bisphosphonattherapie wird als neue Indikation genannt.

Besondere klinische Situationen und Nachsorge

Der Bericht hebt neue Empfehlungen für das In-situ-Karzinom (DCIS) hervor, einschließlich Diagnostik, axillären Eingriffen und Strahlentherapie. Auch Brustkrebs in der Schwangerschaft und das BRCA-positive Mammakarzinom werden spezifisch adressiert.

Für die Nachsorge ergeben sich abweichende Zeitabstände. Zudem wird die Diagnostik und Therapie des Postmastektomiesyndroms als neuer Aspekt in die Betreuung aufgenommen.

Kontraindikationen

Der IQWiG-Bericht hebt basierend auf den Leitlinien folgende Einschränkungen hervor:

  • Die Computertomografie (CT) und die Positronenemissionstomografie (PET) werden in der Primärdiagnostik nicht empfohlen.

  • Bestimmte komplementärmedizinische systemische Therapien sollen generell nicht angewendet werden.

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Praxisaspekt des Berichts ist die Ausweitung der HER2-Testung. Es wird betont, dass der HER2-Status nun bei jedem neu diagnostizierten Mammakarzinom bestimmt werden sollte, da sich hieraus eine generelle Indikation für eine zielgerichtete Therapie mit Trastuzumab ableiten kann. Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei älteren oder stark komorbiden Frauen ein Verzicht auf einen axillären Eingriff erwogen werden kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht wird die Magnetresonanztomografie (MRT) in der Primärdiagnostik nur für spezifische Einzelfallindikationen empfohlen. Ein routinemäßiger Einsatz ist nicht vorgesehen.

Ja, die Leitliniensynthese empfiehlt die Bestimmung des HER2-Status für jedes neu diagnostizierte Mammakarzinom. Dies stellt eine Änderung zum früheren Vorgehen dar, bei dem dies nur im Einzelfall empfohlen wurde.

Der Bericht fasst zusammen, dass die Sentinel-Lymphknotentechnik grundsätzlich als axillärer Eingriff der ersten Wahl empfohlen wird. Bei bestimmten Risikogruppen kann auf einen axillären Eingriff sogar ganz verzichtet werden.

Die Gabe von Trastuzumab wird laut Bericht generell für HER2-positive Patientinnen empfohlen. Dies gilt sowohl für die adjuvante Therapie als auch für das Stadium der Fernmetastasierung.

Neben angepassten Zeitabständen für Nachsorgeuntersuchungen weisen die Leitlinien auf das Postmastektomiesyndrom hin. Es werden spezifische Maßnahmen zur Diagnostik und Therapie dieses Syndroms empfohlen.

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Quelle: IQWiG V06-05: Leitlinienrecherche und -bewertung für das DMP Brustkrebs (IQWiG, 2008). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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