IQWiG2016Onkologie

Mammakarzinom: Biomarker zur adjuvanten Chemotherapie

Diese Leitlinie stammt aus 2016 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2016)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht D14-01 untersucht den Nutzen biomarkerbasierten Tests beim primären Mammakarzinom. Im Fokus stehen Frauen mit Hormonrezeptor-positivem, HER2/neu-negativem Tumor und 0 bis 3 befallenen Lymphknoten.

Bei dieser Subgruppe ist oft unklar, ob eine adjuvante systemische Chemotherapie einen klinischen Vorteil bietet. Biomarker sollen helfen, Personen zu identifizieren, denen eine Chemotherapie erspart werden kann, ohne das Rezidivrisiko relevant zu erhöhen.

Zu den untersuchten Tests gehören unter anderem MammaPrint, EndoPredict und Oncotype DX. Die Bewertung basiert auf randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) und Prognosestudien mit einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 10 Jahren.

Empfehlungen

Fehlender Nutzennachweis

Laut Bericht liegt derzeit kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden einer biomarkerbasierten Therapieentscheidung vor. Die vorhandene Evidenz wird als unzureichend eingestuft.

Von acht eingeschlossenen Studien konnten sechs aufgrund methodischer Mängel nicht verwertet werden. Es gab einen zu hohen Anteil an nicht berücksichtigten Frauen in den Auswertungen (über 30 Prozent).

Ergebnisse der verwertbaren Studien

Die Auswertung stützt sich auf lediglich zwei randomisierte kontrollierte Studien. Diese untersuchten unterschiedliche Tests und Fragestellungen:

StudieUntersuchte InterventionBiomarkerErgebnis laut IQWiG
Martin 2014Auswahl zwischen zwei ChemotherapienEndoPredictKein Nutzen belegt
MINDACTChemotherapie vs. keine ChemotherapieMammaPrintKein Nutzen belegt (5-Jahres-Daten)

Der Bericht formuliert zu den Studien folgende Kernaussagen:

  • Die Studie Martin 2014 zeigte keinen signifikanten Nutzen für die Auswahl des Chemotherapieregimes.

  • Die MINDACT-Studie untersuchte diskordante klinische und genomische Risikoeinschätzungen.

  • Auch hier ergab sich kein Anhaltspunkt, dass der Verzicht auf eine Chemotherapie aufgrund des Biomarkers von Vorteil ist.

Fehlende Daten zu Nebenwirkungen

Die Untersuchung bemängelt das Fehlen publizierter Daten zu unerwünschten Ereignissen unter Chemotherapie. Ohne diese Daten ist eine fundierte Nutzen-Schaden-Abwägung nicht möglich.

Es wird betont, dass für eine verlässliche Aussage 10-Jahres-Daten abgewartet werden müssen. Betroffene sind oft bereit, Nebenwirkungen für geringe Rezidivreduktionen in Kauf zu nehmen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei der Beratung von Frauen mit primärem Mammakarzinom wird darauf hingewiesen, dass Genexpressionstests aktuell keinen belegten Nutzen für die Entscheidung gegen eine Chemotherapie haben. Die 5-Jahres-Daten der MINDACT-Studie rechtfertigen laut IQWiG noch keinen routinemäßigen Verzicht auf die Therapie. Eine endgültige Bewertung erfordert 10-Jahres-Daten und eine genaue Nutzen-Schaden-Abwägung.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht kommt zu dem Schluss, dass aktuell kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden vorliegt. Die Evidenz reicht nicht aus, um auf Basis dieser Tests sicher auf eine Chemotherapie zu verzichten.

Die Untersuchung fokussiert sich auf Frauen mit primärem Hormonrezeptor-positivem, HER2/neu-negativem Mammakarzinom. Zudem durften maximal drei Lymphknoten befallen sein.

Die 5-Jahres-Zwischenergebnisse deuten nicht auf einen Nutzen der biomarkerbasierten Therapieentscheidung hin. Für eine abschließende Bewertung werden laut Bericht 10-Jahres-Daten sowie Daten zu unerwünschten Ereignissen benötigt.

Sechs von acht Studien wurden ausgeschlossen, da der Anteil der in der Analyse nicht berücksichtigten Frauen zu hoch war. Bei fehlenden Daten von über 30 Prozent der Teilnehmerinnen gilt das Verzerrungspotenzial als zu hoch.

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Quelle: IQWiG D14-01: Biomarkerbasierte Tests zur Entscheidung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie beim primären Mamma-Karzinom (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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