Trastuzumab Emtansin bei Mammakarzinom: IQWiG-Bewertung
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen von Trastuzumab Emtansin bei frühem Brustkrebs. Die Zielgruppe umfasst erwachsene Personen mit humanem epidermalem Wachstumsfaktorrezeptor-2(HER2)-positivem Mammakarzinom im Frühstadium.
Voraussetzung für die Behandlung ist eine invasive Resterkrankung in der Brust oder den Lymphknoten. Diese muss nach einer neoadjuvanten taxanbasierten und HER2-gerichteten Therapie pathologisch bestätigt worden sein.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde die Fortführung der präoperativ begonnenen, anti-HER2-gerichteten Therapie mit Trastuzumab festgelegt. Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Ergebnissen der randomisierten, kontrollierten KATHERINE-Studie.
Empfehlungen
Der Bewertungsbericht formuliert basierend auf der KATHERINE-Studie folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
In der Gesamtschau wird ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen von Trastuzumab Emtansin gegenüber Trastuzumab abgeleitet.
Dieser ergibt sich aus der Abwägung eines positiven Effekts bei den Rezidiven und mehreren negativen Effekten bei Nebenwirkungen und Lebensqualität.
Mortalität und Rezidive
Für das Gesamtüberleben zeigt sich laut Bericht kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
Bei den Rezidiven wird jedoch ein deutlicher Vorteil beobachtet:
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Es ergibt sich ein Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen bezüglich der Rezidivrate.
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Das krankheitsfreie Überleben (DFS) stützt diese positive Effektrichtung.
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Das DFS wird in dieser Indikation jedoch nicht als valides Surrogat für das Gesamtüberleben gewertet.
Nebenwirkungen und Lebensqualität
Dem positiven Effekt bei den Rezidiven stehen laut Bewertung signifikante Nachteile gegenüber:
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Es zeigt sich ein höherer Schaden bei schwerwiegenden und schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3).
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Zu den häufigeren Nebenwirkungen zählen Thrombozytopenie, gastrointestinale Erkrankungen und periphere sensorische Neuropathie.
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Auch bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (körperliche und soziale Funktion) ergeben sich Anhaltspunkte für einen geringeren Nutzen.
Dosierung
Die in der KATHERINE-Studie angewendeten Dosierungsschemata für die adjuvante Therapie umfassen 14 Zyklen:
| Medikament | Dosierung | Applikation | Zyklus |
|---|---|---|---|
| Trastuzumab Emtansin | 3,6 mg/kg | i.v. | Tag 1 eines 21-Tage-Zyklus |
| Trastuzumab (Vergleich) | 6 mg/kg | i.v. | Tag 1 eines 21-Tage-Zyklus |
Eine Startdosis von 8 mg/kg Trastuzumab wird verabreicht, falls mehr als 6 Wochen seit der letzten Trastuzumabdosis vergangen sind.
Dosisreduktionen auf bis zu 2,4 mg/kg i.v. sowie Therapieunterbrechungen von bis zu 42 Tagen wegen unerwünschter Ereignisse sind laut Studienprotokoll möglich.
Kontraindikationen
Laut den Studienkriterien sollte die gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4/5-Inhibitoren (wie beispielsweise Ketoconazol oder Itraconazol) mit Trastuzumab Emtansin vermieden werden.
Zudem sind bestimmte Vorbehandlungen mit Anthrazyklinen in hohen Gesamtdosen (z.B. Doxorubicin > 240 mg/m2 Körperoberfläche) ein Ausschlusskriterium für diese Therapie.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht verdeutlicht, dass der erhebliche Vorteil von Trastuzumab Emtansin bei der Verhinderung von Rezidiven mit einer erhöhten Toxizität einhergeht. Es wird darauf hingewiesen, dass vermehrt schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wie Thrombozytopenien und periphere Neuropathien auftreten. Ein engmaschiges Monitoring der Nebenwirkungen ist daher essenziell, um bei Bedarf rechtzeitig Dosisanpassungen oder Therapieunterbrechungen vornehmen zu können.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG sieht einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen im Vergleich zu Trastuzumab. Dies resultiert aus einem erheblichen Vorteil bei der Rezidivvermeidung, der jedoch durch vermehrte Nebenwirkungen in der Gesamtaussage herabgestuft wird.
Laut den zugrundeliegenden Studiendaten wird eine Dosis von 3,6 mg/kg Körpergewicht intravenös verabreicht. Die Gabe erfolgt an Tag 1 eines 21-Tage-Zyklus für insgesamt 14 Zyklen.
Der Bewertungsbericht zeigt vermehrte schwere unerwünschte Ereignisse unter der Therapie. Dazu gehören insbesondere verminderte Thrombozytenzahlen, gastrointestinale Beschwerden und periphere sensorische Neuropathien.
In der bewerteten KATHERINE-Studie konnte kein statistisch signifikanter Unterschied beim Gesamtüberleben nachgewiesen werden. Ein Zusatznutzen ist für diesen Endpunkt laut Bericht daher nicht belegt.
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Quelle: IQWiG A20-07: Trastuzumab Emtansin (Mammakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.