Literaturrecherche: PubMed-Alternativen und Datenbanken
Hintergrund
Das IQWiG-Arbeitspapier GA25-07 analysiert die möglichen Auswirkungen der US-Wissenschaftspolitik auf die Informationsbeschaffung im Gesundheitswesen. Es wird ein Szenario untersucht, in dem zentrale Datenbanken wie PubMed und ClinicalTrials.gov kostenpflichtig werden oder vollständig wegfallen.
Ziel des Papiers ist es, Handlungsoptionen für die Sicherstellung wissenschaftlicher Recherchen aufzuzeigen. Dabei wird strategisch zwischen der Nutzung von Bestandsdaten (Archiv) und der Identifikation neuer Studien und Referenzen unterschieden.
Die Analyse verdeutlicht, dass ein Wegfall dieser Plattformen die evidenzbasierte Medizin in Deutschland erheblich beeinträchtigen würde. Besonders bei nicht-medikamentösen Verfahren droht laut Bericht ein massiver Datenverlust bei der Studienidentifikation.
Empfehlungen
Das Arbeitspapier formuliert folgende Handlungsoptionen und Bewertungen:
Alternativen für PubMed und MEDLINE
Laut Bericht bleibt der bisherige Archivbestand von MEDLINE voraussichtlich über bestehende Schnittstellen und Anbieter wie Ovid oder Embase erhalten. Für die Suche nach neuen Referenzen werden folgende Strategien empfohlen:
-
Nutzung von Crossref (beispielsweise über die Suchmaschine Lens) für frei zugängliche Referenzen.
-
Kombinierte Recherche in Embase (Ovid) und Crossref (über Lens) bei komplexen Suchstrategien.
-
Bevorzugung von Lens gegenüber OpenAlex aufgrund besserer Suchfunktionen und höherer Abstract-Verfügbarkeit.
Alternativen für ClinicalTrials.gov
Das Papier bewertet verschiedene Studienregister als möglichen Ersatz für ClinicalTrials.gov. Für die zukünftige Registrierung und Identifizierung von Studien ergeben sich folgende Optionen:
| Studienregister | Fokus | Eignung als Alternative |
|---|---|---|
| ISRCTN | Übergreifend, freiwillig | Empfohlen für allgemeine Studienregistrierung |
| EU CTR / CTIS | Arzneimittelstudien (EU) | Geeignet für europäische Zulassungsstudien |
| ICTRP Search Portal | Metaregister (WHO) | Geeignet für die Suche im Archivbestand |
Herausforderungen bei der Studienrecherche
Es wird darauf hingewiesen, dass das ICTRP Search Portal derzeit lediglich auf Einträge verlinkt und keine direkten Ergebnisdokumente bereitstellt. Für nicht-medikamentöse Verfahren würde ein Wegfall von ClinicalTrials.gov laut Analyse einen Datenverlust von 65 Prozent bedeuten.
Strategische Forderungen
Das IQWiG formuliert strategische Handlungsbedarfe für Akteure im europäischen Gesundheitswesen:
-
Aufbau einer nachhaltigen europäischen Infrastruktur mit professionellen Suchfunktionen für Crossref-Daten.
-
Ausbau des ICTRP Search Portals zur direkten Bereitstellung von Dokumenten.
-
Öffnung des europäischen Registers CTIS für freiwillige Studienregistrierungen.
💡Praxis-Tipp
Bei der Nutzung von Academic Search Engines wie Lens oder OpenAlex als PubMed-Alternative ist mit einer geringeren Sensitivität und dem Fehlen validierter Studienfilter zu rechnen. Es wird empfohlen, Suchstrategien entsprechend anzupassen und bei komplexen systematischen Recherchen zwingend eine Kombination mit etablierten Datenbanken wie Embase durchzuführen.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht deckt Embase etwa 64 Prozent der MEDLINE-Journals ab. Durch eine Kombination von Embase und Crossref kann eine Gesamtabdeckung von rund 96 Prozent erreicht werden.
Das Arbeitspapier empfiehlt derzeit die Nutzung von Lens. Diese Plattform bietet im Vergleich zu OpenAlex komfortablere Suchfunktionen, unterstützt Trunkierungen und weist eine deutlich bessere Verfügbarkeit von Abstracts auf.
Für Arzneimittelstudien in Europa sind das EU CTR und CTIS gesetzlich vorgeschrieben. Für eine übergreifende und freiwillige Registrierung wird das ISRCTN-Register als mögliche Alternative zu ClinicalTrials.gov genannt.
Die Analyse geht davon aus, dass der bisherige Datenbestand als Archiv erhalten bleibt. Der Zugriff auf diese Bestandsdaten soll weiterhin über Suchoberflächen wie Ovid oder Embase möglich sein.
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Quelle: IQWiG GA25-07: Sicherstellung wissenschaftlicher Recherchen ohne PubMed und ClinicalTrials.gov (IQWiG, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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