Systematische Reviews: Nutzenbewertung und Methodik
Hintergrund
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erstellt Nutzenbewertungen im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses. Um Ressourcen effizienter zu nutzen, wurde geprüft, ob der Rückgriff auf bereits publizierte systematische Übersichtsarbeiten (SÜ) den Prozess beschleunigen kann.
Bisherige Versuche zeigten oft methodische Mängel oder Diskrepanzen bei der Studienselektion in externen SÜs. Daher wurde in einer vergleichenden Bestandsaufnahme systematisch untersucht, wie hoch die Übereinstimmung zwischen SÜs und den IQWiG-Nutzenbewertungen ist.
Die Analyse fokussiert sich auf zwei Aspekte: die Informationsbeschaffung (Identifikation von Primärstudien) und die Datenextraktion. Als Referenzstandard dienten fünf abgeschlossene Nutzenbewertungen zu nichtmedikamentösen Verfahren.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht verdeutlicht, dass publizierte systematische Übersichtsarbeiten häufig unvollständig sind und relevante Primärstudien übersehen. Es wird darauf hingewiesen, dass für verlässliche klinische oder gesundheitsökonomische Entscheidungen eine eigene, aktualisierte Literaturrecherche und Datenextraktion unerlässlich bleiben.
Häufig gestellte Fragen
Der Bericht zeigt, dass externe systematische Übersichtsarbeiten oft unvollständig sind. Selbst bei hoher methodischer Qualität fehlen häufig relevante Primärstudien oder Daten zu patientenrelevanten Endpunkten.
Laut der IQWiG-Analyse wurden durchschnittlich nur 60 Prozent der relevanten Primärstudien durch bestehende systematische Übersichtsarbeiten identifiziert. Etwa 10 Prozent der Studien fehlten aus unerklärlichen Gründen.
Die Bestandsaufnahme verneint dies, da für 62 Prozent der patientenrelevanten Endpunkte keine Ergebnisse in den Reviews vorlagen. Wenn Daten vorhanden waren, erwiesen sich diese meist als unvollständig, was eine eigene Extraktion aus den Primärstudien erforderlich macht.
In der vorliegenden Analyse wurde das Instrument ROBIS (Risk of Bias in Systematic Reviews) verwendet. Es bewertet das Verzerrungsrisiko in verschiedenen Phasen, unter anderem bei der Studienauswahl und der Datensynthese.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG GA19-01: Nutzenbewertungen des IQWiG anhand von systematischen Übersichten: Eine vergleichende Bestandsaufnahme (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG V21-10: Evidenzrecherche zur S3-Leitlinie Oropharyngeale Dysphagie infolge einer Kopf-Hals-Tumor-Erkrankung – Diagnostik und Therapie
IQWiG GA23-03: Evaluation regelhafter Suchen im ICTRP Search Portal
IQWiG V24-01: Evidenzrecherche zur S3-Leitlinie Atraumatische Femurkopfnekrose des Erwachsenen
IQWiG N24-01 : Bestrahlung der Haut mit intensiv gepulstem Licht und Radiofrequenz bei Hidradenitis suppurativa im Stadium I und II (Hurley Score)
IQWiG N25-02: In-toto-Thrombektomie mittels Retriever-/ Aspirationssystem bei akuter Lungenarterienembolie
IQWiG H21-01: Endoskopische Thermoablation der Duodenalschleimhaut bei Diabetes mellitus Typ 2 - Addendum zum Auftrag H20-04
IQWiG N23-02 : Aktive Kniebewegungsschienen zur Selbstanwendung bei Rupturen des vorderen Kreuzbandes – Aktualisierung zum Auftrag N16-01
IQWiG E23-05: CRP-Apherese bei akutem Herzvorderwandinfarkt – Addendum zum Projekt E22-11
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen