Relevanz von Embase für Arzneimittelstudien: IQWiG
Hintergrund
Für die Erstellung systematischer Übersichten zu medizinischen Interventionen ist die Literaturrecherche in bibliografischen Datenbanken essenziell. Dabei stellt sich häufig die Frage, wie viele und welche Datenbanken durchsucht werden müssen, um alle relevanten Daten zu erfassen.
MEDLINE nimmt bei der Recherche eine zentrale Rolle ein, da es eine hohe Abdeckung und präzise Suchfilter bietet. Die Datenbank Embase wird in methodischen Leitlinien oft nur als optionale Ergänzung genannt, ist jedoch mit hohen Lizenzkosten und oft wenig präzisen Suchergebnissen verbunden.
Das IQWiG-Arbeitspapier GA24-04 untersucht daher, ob eine zusätzliche Suche in Embase bei der frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln einen relevanten Mehrwert bietet. Hierfür wurden Daten aus Herstellerdossiers und eigenen Berichten retrospektiv analysiert.
Empfehlungen
Das Arbeitspapier formuliert basierend auf der retrospektiven Analyse methodische Erkenntnisse zur Informationsbeschaffung.
Studienergebnisse aus Herstellerdossiers
Die Analyse von 723 Dossiers zeigte, dass von 3028 identifizierten Zeitschriftenartikeln 99,5 Prozent bereits in MEDLINE indexiert waren. Lediglich vier Artikel wurden ausschließlich über Embase gefunden.
Laut Bericht lieferte keiner dieser vier Artikel einen entscheidungsrelevanten Mehrwert für die Nutzenbewertung. Zu allen Studien lagen bereits andere Publikationen oder ausführliche Studienberichte vor.
Ergebnisse aus IQWiG-Berichten
In der Auswertung von 34 IQWiG-Berichten waren 97,5 Prozent der 1560 Zeitschriftenartikel in MEDLINE verzeichnet. Fünfzehn Artikel wurden exklusiv in Embase identifiziert.
Das Papier hält fest, dass nur bei einer einzigen Studie ein Einfluss auf das Fazit des Berichts festgestellt wurde. Dieser Einzelfall wird als nicht ausreichend bewertet, um eine regelhafte Suche in Embase zu rechtfertigen.
Datenbankabdeckung im Vergleich
Die Auswertung verdeutlicht die hohe Abdeckung durch die primären Literaturdatenbanken. Die folgende Tabelle fasst die Identifikationsraten der Zeitschriftenartikel zusammen:
| Datenbasis | MEDLINE-Abdeckung | Ausschließlich in Embase | Mehrwert durch Embase |
|---|---|---|---|
| Herstellerdossiers (3028 Artikel) | 99,5 % | 4 Artikel (0,1 %) | Nein |
| IQWiG-Berichte (1560 Artikel) | 97,5 % | 15 Artikel (1,0 %) | Bei 1 Studie |
Schlussfolgerungen zur Literaturrecherche
Das IQWiG leitet aus den Daten folgende methodische Positionen ab:
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Eine ergänzende Suche in Embase ist für die Nutzenbewertung von Arzneimitteln verzichtbar.
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Ein Verzicht auf Embase bleibt voraussichtlich ohne entscheidungsrelevante Konsequenzen.
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Suchen in Studienregistern und Herstelleranfragen sind inzwischen unverzichtbare Bestandteile der Informationsbeschaffung.
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Dies gilt besonders für Studien ab dem Jahr 2007, da seitdem eine gesetzliche Pflicht zur Studienregistrierung in den USA und der EU besteht.
💡Praxis-Tipp
Für die systematische Literaturrecherche zu Arzneimittelstudien wird ein Fokus auf MEDLINE, CENTRAL sowie klinische Studienregister als ausreichend erachtet. Das IQWiG betont, dass Zeitschriftenartikel im Bereich pharmakologischer Interventionen häufig nicht mehr die primäre Quelle für Studienergebnisse darstellen, weshalb Registerdaten und Studienberichte an Bedeutung gewinnen.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Auswertung ist eine Kombination aus MEDLINE und CENTRAL in der Regel ausreichend, um relevante Zeitschriftenartikel zu identifizieren. Ergänzend wird die Suche in klinischen Studienregistern als essenziell eingestuft.
Die Analyse zeigte, dass fast alle relevanten Studien bereits in MEDLINE oder CENTRAL indexiert sind. Die wenigen exklusiv in Embase gefundenen Artikel boten keinen entscheidungsrelevanten Mehrwert für die Nutzenbewertung.
Das Arbeitspapier verweist auf klinische Studienregister und direkte Herstelleranfragen als primäre Quellen. Seit 2007 besteht für viele Studien eine gesetzliche Registrierungspflicht, wodurch Register oft detailliertere Informationen liefern als Fachartikel.
Das IQWiG verzichtet in der Regel seit 2017 auf eine systematische Suche nach Kongressbeiträgen. Es wird angemerkt, dass diese meist zu wenig methodische Details und Ergebnisse für eine fundierte Bewertung beinhalten.
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Quelle: IQWiG GA24-04: Evaluation zur Relevanz von Embase für die Suche nach Arzneimittelstudien (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.