IQWiG2015Methodik

Objektivierte Suchstrategien: Sensitivität & Präzision

Diese Leitlinie stammt aus 2015 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2015)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht GA12-02 untersucht Methoden zur Entwicklung von Suchstrategien für systematische Literaturrecherchen in bibliografischen Datenbanken wie MEDLINE. Dabei wird der traditionelle konzeptionelle Ansatz einem neu entwickelten objektivierten Vorgehen gegenübergestellt.

Beim konzeptionellen Vorgehen werden Suchbegriffe und Synonyme basierend auf Expertenwissen und medizinischen Wörterbüchern gesammelt. Dieser Ansatz ist stark vom Vorwissen abhängig und laut Bericht oft fehleranfällig, da schwer zu ermitteln ist, wann eine Strategie vollständig ist.

Der objektivierte Ansatz nutzt hingegen Textanalyse-Programme, um Freitextbegriffe und Schlagwörter aus einer vorab definierten Menge relevanter Publikationen (Testset) zu extrahieren. Ziel des Berichts ist der prospektive Vergleich beider Methoden hinsichtlich Sensitivität, Präzision und Zeitaufwand anhand von fünf unterschiedlichen Projekten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei der Erstellung von Suchstrategien für systematische Reviews wird die Nutzung eines objektivierten Ansatzes mit einem vorab definierten Testset relevanter Literatur empfohlen. Der Bericht warnt davor, sich ausschließlich auf konzeptionelle Synonymsammlungen zu verlassen, da hierbei oft relevante Publikationen übersehen werden. Der Zeitaufwand bleibt bei beiden Methoden mit durchschnittlich 16 Stunden gleich, jedoch steigt die Sensitivität durch das objektivierte Vorgehen signifikant.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht basiert dieser Ansatz auf der Textanalyse von vorab als relevant identifizierten Publikationen (Testset). Daraus werden systematisch Freitextbegriffe und Schlagwörter für die Suchstrategie generiert.

Das konzeptionelle Vorgehen stützt sich auf Expertenwissen und Synonymsammlungen aus Wörterbüchern, um Suchbegriffe zu finden. Der objektivierte Ansatz leitet die Begriffe hingegen datengestützt aus einem definierten Set relevanter Literatur ab.

Der Bericht zeigt, dass beide Methoden im Durchschnitt etwa 16 Stunden für die Erstellung der Suchstrategie benötigen. Eine direkte Zeitersparnis ergibt sich durch das objektivierte Vorgehen somit nicht.

Die Untersuchung belegt, dass der objektivierte Ansatz mit einer Sensitivität von 97 % dem konzeptionellen Ansatz (75 %) deutlich überlegen ist. Die Präzision ist bei beiden Verfahren mit 4 bis 5 % vergleichbar gering.

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Quelle: IQWiG GA12-02: Objektivierter Ansatz zur Erstellung von Suchstrategien in bibliografischen Datenbanken (IQWiG, 2015). Originaldokument ansehen

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