Objektivierte Suchstrategien: IQWiG-Bericht GA12-02
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht GA12-02 untersucht Methoden zur Entwicklung von Suchstrategien für systematische Literaturrecherchen in bibliografischen Datenbanken wie MEDLINE. Dabei wird der traditionelle konzeptionelle Ansatz einem neu entwickelten objektivierten Vorgehen gegenübergestellt.
Beim konzeptionellen Vorgehen werden Suchbegriffe und Synonyme basierend auf Expertenwissen und medizinischen Wörterbüchern gesammelt. Dieser Ansatz ist stark vom Vorwissen abhängig und laut Bericht oft fehleranfällig, da schwer zu ermitteln ist, wann eine Strategie vollständig ist.
Der objektivierte Ansatz nutzt hingegen Textanalyse-Programme, um Freitextbegriffe und Schlagwörter aus einer vorab definierten Menge relevanter Publikationen (Testset) zu extrahieren. Ziel des Berichts ist der prospektive Vergleich beider Methoden hinsichtlich Sensitivität, Präzision und Zeitaufwand anhand von fünf unterschiedlichen Projekten.
Empfehlungen
Der Bericht präsentiert folgende zentrale methodische Erkenntnisse zum Vergleich der Suchstrategien:
Methodischer Vergleich
Die Untersuchung zeigt, dass der objektivierte Ansatz dem konzeptionellen Vorgehen bei der Literaturrecherche deutlich überlegen ist. Es wird eine signifikant höhere Sensitivität bei vergleichbarer Präzision erreicht.
| Parameter | Objektivierter Ansatz | Konzeptioneller Ansatz |
|---|---|---|
| Sensitivität (Mittelwert) | 97 % | 75 % |
| Präzision (Mittelwert) | 5 % | 4 % |
| Dauer der Erstellung | 10 bis 25 Stunden | 8 bis 23 Stunden |
Vorteile des objektivierten Vorgehens
Laut Bericht bietet die objektivierte Methode spezifische methodische Vorteile für systematische Übersichten:
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Hohe Stabilität: Es werden konstant hohe Sensitivitäten von über 95 % über verschiedene Fragestellungen hinweg erzielt.
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Komplexe Fragestellungen: Besonders bei schwierigen Suchstrukturen lassen sich die Auswirkungen von Begriffsänderungen direkt am Testset überprüfen.
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Transparenz: Die Auswahl der Suchbegriffe ist durch die Textanalyse der Referenzpublikationen klar nachvollziehbar.
Zeitaufwand und Effizienz
Die Daten zeigen, dass die Erstellung einer objektivierten Suchstrategie im Durchschnitt etwa 16 Stunden in Anspruch nimmt.
Damit ist dieses Vorgehen zeitlich vergleichbar mit dem konzeptionellen Ansatz. Eine primäre Zeitersparnis ist durch die objektivierte Methode nicht zu erwarten.
💡Praxis-Tipp
Bei der Erstellung von Suchstrategien für systematische Reviews wird die Nutzung eines objektivierten Ansatzes mit einem vorab definierten Testset relevanter Literatur empfohlen. Der Bericht warnt davor, sich ausschließlich auf konzeptionelle Synonymsammlungen zu verlassen, da hierbei oft relevante Publikationen übersehen werden. Der Zeitaufwand bleibt bei beiden Methoden mit durchschnittlich 16 Stunden gleich, jedoch steigt die Sensitivität durch das objektivierte Vorgehen signifikant.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht basiert dieser Ansatz auf der Textanalyse von vorab als relevant identifizierten Publikationen (Testset). Daraus werden systematisch Freitextbegriffe und Schlagwörter für die Suchstrategie generiert.
Das konzeptionelle Vorgehen stützt sich auf Expertenwissen und Synonymsammlungen aus Wörterbüchern, um Suchbegriffe zu finden. Der objektivierte Ansatz leitet die Begriffe hingegen datengestützt aus einem definierten Set relevanter Literatur ab.
Der Bericht zeigt, dass beide Methoden im Durchschnitt etwa 16 Stunden für die Erstellung der Suchstrategie benötigen. Eine direkte Zeitersparnis ergibt sich durch das objektivierte Vorgehen somit nicht.
Die Untersuchung belegt, dass der objektivierte Ansatz mit einer Sensitivität von 97 % dem konzeptionellen Ansatz (75 %) deutlich überlegen ist. Die Präzision ist bei beiden Verfahren mit 4 bis 5 % vergleichbar gering.
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Quelle: IQWiG GA12-02: Objektivierter Ansatz zur Erstellung von Suchstrategien in bibliografischen Datenbanken (IQWiG, 2015). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.