Larynxkarzinom: Diagnostik, Therapie und Nachsorge
Hintergrund
Das Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs) ist nach dem Mundhöhlen- und Rachenkarzinom der dritthäufigste bösartige Tumor im Kopf-Hals-Bereich. Männer erkranken deutlich häufiger als Frauen. Als wesentliche Risikofaktoren gelten chronischer Tabak- und Alkoholkonsum, insbesondere in Kombination.
Die Prognose der Erkrankung hängt maßgeblich von der Tumorlokalisation, der TNM-Klassifikation und dem Resektionsstatus ab. Glottische Karzinome (Stimmlippen) weisen aufgrund der frühen Symptomatik durch Heiserkeit die beste Prognose auf, während subglottische Tumoren die schlechteste Prognose haben.
Ein allgemeines Bevölkerungsscreening wird nicht empfohlen. Bei Risikogruppen mit entsprechenden Symptomen ist jedoch eine frühzeitige fachärztliche Abklärung essenziell, um organerhaltende Therapien zu ermöglichen.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie wirkt sich eine prätherapeutische Tracheotomie vor einer geplanten Laryngektomie negativ auf die Prognose aus, da hierdurch häufiger Stomarezidive auftreten. Es wird empfohlen, im Falle einer Dyspnoe primär ein transorales Tumordebulking zur Vermeidung einer Tracheotomie in Erwägung zu ziehen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt für frühe Stadien (T1/T2) entweder eine alleinige chirurgische Therapie durch Teilresektion (bevorzugt transoral) oder eine alleinige Strahlentherapie. Beide Verfahren gelten hinsichtlich des Gesamtüberlebens als gleichwertig.
Ein allgemeines Screening auf ein Larynxkarzinom wird laut Leitlinie auch bei Risikopopulationen (Raucher, starker Alkoholkonsum) nicht empfohlen. Es fehlt der Nachweis, dass dadurch die Mortalität gesenkt werden kann.
Bei glottischen T1-Karzinomen wird von einer elektiven Neck Dissection abgeraten. Bei supraglottischen Tumoren ab dem Stadium T2 wird hingegen aufgrund der höheren Metastasierungswahrscheinlichkeit eine elektive Neck Dissection empfohlen.
Im Gegensatz zum Oropharynxkarzinom spielt der HPV-Status beim Larynxkarzinom laut Leitlinie als prognostischer Faktor keine Rolle. Er soll daher bei der Therapieentscheidung nicht berücksichtigt werden.
Es wird eine regelmäßige klinische Untersuchung einschließlich Endoskopie empfohlen. Eine Schnittbildgebung (CT/MRT) ist gemäß Leitlinie bei Verdacht auf ein Lokalrezidiv oder bei metastasenverdächtigen Symptomen indiziert.
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Quelle: Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Larynxkarzinoms (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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