Knie- und Hüftarthrose: Leitlinien-Empfehlungen
Hintergrund
Die RACGP-Leitlinie befasst sich mit der nicht-operativen Behandlung der symptomatischen Knie- und Hüftarthrose bei Erwachsenen. Arthrose ist eine chronische Erkrankung, deren Prävalenz ab dem 45. Lebensjahr stark ansteigt und die mit erheblichen Schmerzen sowie Funktionseinschränkungen einhergeht.
Laut Leitlinie kann die Diagnose in der Regel rein klinisch gestellt werden. Typische Kriterien sind ein Alter über 45 Jahre, belastungsabhängige Gelenkschmerzen und eine morgendliche Gelenksteifigkeit von unter 30 Minuten.
Eine routinemäßige Bildgebung mittels Röntgen oder MRT wird nicht empfohlen, da strukturelle Veränderungen oft nicht mit der Symptomatik korrelieren. Bildgebende Verfahren sollten gemäß der Leitlinie atypischen Präsentationen oder dem Ausschluss von Differenzialdiagnosen vorbehalten bleiben.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass die Diagnose einer Arthrose bei typischer Präsentation rein klinisch gestellt werden sollte und routinemäßige Röntgen- oder MRT-Aufnahmen nicht empfohlen werden. Zudem wird ausdrücklich vor der Verschreibung von oralen oder transdermalen Opioiden gewarnt, da diese bei Arthrose kaum klinische Vorteile bieten, aber mit erheblichen Schadensrisiken verbunden sind.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist ein MRT bei typischen Arthrose-Symptomen nicht erforderlich. Eine Bildgebung wird nur bei atypischen Präsentationen, rascher Verschlechterung oder zum Ausschluss anderer schwerwiegender Pathologien empfohlen.
Die Leitlinie rät von der Verordnung von Glucosamin und Chondroitin ab (bedingte Empfehlung dagegen). Hochwertige Studien zeigen keinen klinisch relevanten Nutzen für Schmerzreduktion oder Funktionsverbesserung.
Es wird empfohlen, orale NSAR in der niedrigsten wirksamen Dosis für einen kurzen Zeitraum zu versuchen. Paracetamol erhält lediglich eine neutrale Empfehlung für einen kurzzeitigen Therapieversuch.
Die Leitlinie spricht eine starke Empfehlung gegen arthroskopische Lavagen, Debridements und Meniskektomien bei Kniearthrose aus. Eine Ausnahme bildet lediglich ein mechanisch blockiertes Kniegelenk.
Es wird stark davon abgeraten, Hyaluronsäure-Injektionen (Viskosupplementation) bei Hüftarthrose einzusetzen. Für die Kniearthrose gilt ebenfalls eine bedingte Empfehlung gegen diese Therapieform.
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Quelle: Guideline for the management of knee and hip osteoarthritis (RACGP, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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