Hüft-TEP bei Coxarthrose: Indikation und Diagnostik
Hintergrund
Die Implantation einer Hüfttotalendoprothese (Hüft-TEP) ist der häufigste endoprothetische Eingriff in Deutschland. Die DGOOC-Leitlinie EKIT-Hüfte formuliert evidenz- und konsensbasierte Empfehlungen, um die Indikationsstellung zu standardisieren und eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen.
Die Coxarthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, deren Prävalenz mit dem Alter steigt. Zu Beginn steht die konservative Therapie im Vordergrund, während im fortgeschrittenen Stadium der operative Gelenkersatz das Mittel der Wahl ist.
Die korrekte Indikationsstellung erfordert eine sorgfältige Abwägung von objektiven Befunden, subjektivem Leidensdruck und möglichen Risikofaktoren im Rahmen einer partizipativen Entscheidungsfindung.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, eine asymptomatische Bakteriurie vor einer Hüft-TEP-Operation antibiotisch zu behandeln, da dies das Infektionsrisiko nicht senkt. Zudem wird betont, dass eine intraartikuläre Cortikosteroid-Injektion das Risiko für periprothetische Infektionen erhöht. Es wird daher empfohlen, nach einer solchen Injektion idealerweise drei Monate bis zur Implantation der Endoprothese zu warten.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die Implantation einer Hüft-TEP erst bei einer fortgeschrittenen Coxarthrose. Dies entspricht radiologisch einem Kellgren & Lawrence Grad 3 oder 4.
Es wird ein konservativer Behandlungsversuch über mindestens drei Monate empfohlen. Dieser sollte eine Kombination aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen umfassen.
Ein strikter BMI-Grenzwert als absolute Kontraindikation wird nicht genannt, jedoch wird bei einem BMI ab 40 kg/m² eine besonders kritische Nutzen-Risiko-Abwägung gefordert. Bei einem BMI ab 30 kg/m² wird eine präoperative Gewichtsreduktion empfohlen.
Laut Leitlinie sollte die Operation frühestens 6 Wochen nach einer intraartikulären Cortikosteroid-Injektion erfolgen. Empfohlen wird jedoch ein Abstand von 3 Monaten, um das Infektionsrisiko zu minimieren.
Nein, die Leitlinie rät explizit von einer antibiotischen Behandlung einer asymptomatischen Bakteriurie vor der Operation ab. Es gibt keine Evidenz, dass dies das Risiko für periprothetische Infektionen senkt.
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Quelle: DGOOC: Evidenz- und konsensbasierte Indikationskriterien zur Hüfttotalendoprothese bei Coxarthrose (EKIT-Hüfte) (DGOOC, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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