DGOOCS32025Orthopädie

Gonarthrose Prävention und Therapie: DGOOC-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGOOC (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die S3-Leitlinie der DGOOC (2025) behandelt die Prävention, Diagnostik und Therapie der Gonarthrose. Unter Gonarthrose werden degenerative Erkrankungen des Kniegelenkes verstanden, die durch eine progressive Zerstörung des Gelenkknorpels gekennzeichnet sind.

Die Erkrankung verläuft häufig progredient und kann mit entzündlichen Phasen, der sogenannten aktivierten Arthrose, einhergehen. Zu den zentralen Risikofaktoren zählen Übergewicht, unphysiologische Kniebelastungen sowie vorangegangene Traumata.

Ziel der Behandlung ist es, die Krankheitsprogression zu verlangsamen, Schmerzen zu lindern und die Mobilität sowie Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten. Dabei steht eine multimodale Therapie aus konservativen und operativen Maßnahmen im Vordergrund.

Empfehlungen

Die DGOOC-Leitlinie formuliert umfassende Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der Gonarthrose.

Diagnostik und Klassifikation

Die Diagnose soll primär durch eine gezielte Anamnese und körperliche Untersuchung gestellt werden (starke Empfehlung). Für die initiale Versorgung kann zunächst auf eine Bildgebung verzichtet werden.

Zur radiologischen Stadieneinteilung wird die Klassifikation nach Kellgren und Lawrence herangezogen:

StadiumRadiologische Kriterien
Stadium 1Geringe subchondrale Sklerosierung, keine Osteophyten, keine Gelenkspaltverschmälerung
Stadium 2Geringe Gelenkspaltverschmälerung, beginnende Osteophytenbildung
Stadium 3Ausgeprägte Osteophytenbildung, Gelenkspaltverschmälerung, unregelmäßige Gelenkfläche
Stadium 4Ausgeprägte Gelenkspaltverschmälerung bis zur vollständigen Destruktion

Für die Einteilung von Knorpelschäden wird die ICRS-Klassifikation genutzt:

ICRS GradBeschreibung
0Keine erkennbaren Effekte
1a / 1bIntakte Oberfläche, Fibrillationen / Zusätzliche Risse
2Läsionstiefe < 50% der Knorpeldicke
3a - 3d> 50% Tiefe bis hin zur subchondralen Platte oder Blasenbildung
4a / 4bVollständige Knorpelläsion mit Durchbruch der subchondralen Platte

Konservative Therapie (Nicht-medikamentös)

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit von Aufklärung, Gewichtsmanagement und Bewegung:

  • Bei Übergewicht und Adipositas wird eine Gewichtsreduktion dringend empfohlen (starke Empfehlung).

  • Ein regelmäßiges, angeleitetes Kräftigungs- und Beweglichkeitstraining soll frühzeitig erfolgen (starke Empfehlung).

  • Unphysiologische und kniebelastende Aktivitäten in Alltag und Beruf sind zu vermeiden (starke Empfehlung).

Von einem routinemäßigen Einsatz von Schuhzurichtungen, Gonarthrose-Orthesen oder Tapes wird abgeraten (starke Empfehlung dagegen).

Medikamentöse Therapie

Falls eine pharmakologische Therapie erforderlich ist, sollte diese in der niedrigsten wirksamen Dosis und so kurz wie möglich erfolgen:

  • Als Erstlinientherapie wird ein topisches NSAR empfohlen (starke Empfehlung).

  • Bei unzureichender Wirkung wird ein orales NSAR vorgeschlagen, wobei kardiovaskuläre und renale Risiken zu prüfen sind.

  • Bei oraler NSAR-Gabe und erhöhtem gastrointestinalem Risiko wird ein begleitender Magenschutz mit einem Protonenpumpenhemmer empfohlen (starke Empfehlung).

Der routinemäßige Einsatz von Paracetamol, Glucosamin oder schwach wirksamen Opioiden wird nicht empfohlen (starke Empfehlung dagegen).

Operative Therapie

Eine alleinige Arthroskopie mit Lavage oder Débridement wird bei gesicherter Gonarthrose nicht empfohlen (starke Empfehlung dagegen).

Bei fortgeschrittener Arthrose und Indikation zur Knieendoprothese (Knie-TEP) gelten folgende perioperative Empfehlungen:

  • Eine Nikotinkarenz von mindestens vier Wochen vor der Operation wird empfohlen (starke Empfehlung).

  • Bei Diabetes mellitus ist ein HbA1c-Wert unter 8 % anzustreben (starke Empfehlung).

  • Auf das Legen einer intraartikulären Drainage soll verzichtet werden (starke Empfehlung dagegen).

Als Narkoseverfahren wird eine Spinalanästhesie oder Allgemeinanästhesie in Kombination mit einer lokalen Infiltrationsanästhesie (LIA) empfohlen (starke Empfehlung).

Kontraindikationen

Die Leitlinie formuliert klare Warnhinweise und negative Empfehlungen für bestimmte Therapieansätze:

  • Stark wirksame Opioide werden zur Behandlung der Gonarthrose nicht empfohlen (starke Empfehlung dagegen).

  • Paracetamol und schwach wirksame Opioide sollen nicht routinemäßig eingesetzt werden.

  • Eine alleinige Arthroskopie mit Lavage oder Débridement ist bei gesicherter Gonarthrose obsolet (starke Empfehlung dagegen).

  • Von der routinemäßigen Anwendung von Glucosamin wird aufgrund fehlender Wirksamkeitsnachweise abgeraten.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist die alleinige Arthroskopie mit Lavage oder Débridement bei einer klinisch und radiologisch gesicherten Gonarthrose obsolet. Stattdessen wird betont, dass eine konsequente Gewichtsreduktion und angeleitete Bewegungstherapie die Basis der Behandlung bilden. Bei der medikamentösen Therapie wird topischen NSAR aufgrund des günstigeren Nebenwirkungsprofils der Vorzug vor oralen Präparaten gegeben.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie stellt klar, dass für die initiale Diagnose einer Gonarthrose in der Regel keine Bildgebung erforderlich ist. Ein MRT wird nur bei spezifischen Fragestellungen, wie dem Verdacht auf eine Kreuzbandinstabilität oder spezifische Meniskuszeichen, vorgeschlagen.

Als medikamentöse Erstlinientherapie wird ein topisches NSAR empfohlen. Bei unzureichender Wirkung kann auf ein orales NSAR eskaliert werden, während Paracetamol und Opioide nicht routinemäßig zum Einsatz kommen sollen.

Die Leitlinie rät von der Behandlung mit Glucosamin ab, da keine eindeutigen Beweise für einen klinischen Nutzen vorliegen. Es wird empfohlen, Betroffene transparent über die fehlende Wirksamkeit aufzuklären.

Es wird stark empfohlen, bei der Implantation einer Knieendoprothese auf das Legen einer Drainage zu verzichten. Die Evidenz zeigt laut Leitlinie keinen signifikanten Unterschied bei den Komplikationen, jedoch einen erhöhten Blutverlust mit Drainage.

Die Leitlinie empfiehlt eine Nikotinkarenz von mindestens vier Wochen vor der Implantation einer Knieendoprothese. Dies wird mit einem signifikant reduzierten Risiko für Wundkomplikationen und periprothetische Infektionen begründet.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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