Kiefergelenkluxation: Diagnostik, Reposition & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Kiefergelenkluxation (Kondylusluxation) ist ein vergleichsweise seltenes Ereignis, das vor allem Menschen im Alter von 20 bis 40 Jahren betrifft. Da Zahnverlust als prädisponierender Faktor gilt, wird in einer alternden Gesellschaft von einem Inzidenzanstieg ausgegangen.

Wiederkehrende Luxationen gehen mit deutlichen Einschränkungen der Lebensqualität einher und können langfristig zu irreversiblen Folgeschäden im Kiefergelenk führen. Eine zügige Reposition ist essenziell, da diese mit zunehmender Zeitverzögerung immer schwieriger wird.

Die AWMF S3-Leitlinie klassifiziert die Kiefergelenkluxation nach verschiedenen klinischen und zeitlichen Kriterien:

KlassifikationAusprägungDefinition
ReponierbarkeitFixiertNicht selbst-reponierbar, ärztliche Intervention erforderlich
ReponierbarkeitNicht-fixiertSpontan selbst reponierbar (Subluxation)
Zeitlicher VerlaufEinmaligEinzelnes akzidentelles Ereignis
Zeitlicher VerlaufRezidivierendMultiple Luxationen im zeitlichen Verlauf
Zeitlicher VerlaufHabituellLuxationen bei physiologischen Bewegungen
DauerAkutKürzlich aufgetretene Luxation
DauerChronischLuxation besteht länger als 4 Wochen
DauerLangbestehendMit adaptiven/degenerativen Veränderungen in Folge der Luxation
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie rät dazu, bei der intraoralen Reposition nach Hippokrates stets einen Beißblock zu verwenden und doppelte Handschuhe zu tragen. Um Bissverletzungen durch einen plötzlichen Kieferschluss zu vermeiden, wird empfohlen, die Finger nicht auf die Zahnreihe, sondern auf die Linea obliqua des Unterkiefers zu legen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt als primäre Maßnahme die manuelle Reposition nach Hippokrates. Dieser erste Versuch kann ohne Medikamente erfolgen, bei Misserfolg wird eine Reposition unter Muskelrelaxanzien, Analgetika oder Sedierung angeraten.

Gemäß der Leitlinie ist eine bildgebende Diagnostik indiziert, wenn die klinische Symptomatik andere Differenzialdiagnosen zulässt. Zudem wird ein Röntgenbild empfohlen, um Frakturen im Gesichtsbereich auszuschließen oder eine operative Therapie zu planen.

Bei rezidivierenden und habituellen Luxationen wird laut Leitlinie primär die Indikation für eine Eigenbluttherapie geprüft. Führt dies zu keiner Besserung, sollte ein offenes chirurgisches Vorgehen wie die Eminektomie oder eine Verriegelungsplastik erwogen werden.

Es wird empfohlen, vor jeder Intubationsnarkose gezielt nach Risikofaktoren oder früheren Luxationen zu fragen. Bei bekannten Risikopatienten kann laut Leitlinie eine fiberoptische Intubation oder die Nutzung eines Videolaryngoskops erwogen werden, um eine weite Mundöffnung zu vermeiden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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