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Kardioversion bei Schrittmacher/ICD: Gerätesicherheit

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die externe Kardioversion ist ein effektives Verfahren zur Terminierung von Vorhofflimmern. Da Patienten mit implantierten Herzschrittmachern, ICDs oder CRT-Systemen häufig an Vorhofflimmern leiden, besteht in dieser Patientengruppe regelmäßig die Indikation zu diesem Eingriff.

Historisch galt die externe Kardioversion bei diesen Patienten als relative Kontraindikation. Durch die hohe Energieabgabe in unmittelbarer Nähe des Aggregats kann es zu passageren oder permanenten Schäden an der Schutzdiode, den Elektroden oder dem angrenzenden Myokard kommen. Mögliche Folgen sind ein Stimulationsverlust, ein Reizschwellenanstieg oder eine Batterieerschöpfung.

Neuere Daten zeigen jedoch, dass bei modernen Schrittmacher- und ICD-Systemen eine externe Kardioversion sicher durchgeführt werden kann. Voraussetzung hierfür ist laut Leitlinie die strikte Einhaltung spezifischer Vorsichtsmaßnahmen vor, während und nach der Schockabgabe.

Klinischer Kontext

Vorhofflimmern und Vorhofflattern gehören zu den häufigsten Rhythmusstörungen, die eine elektrische Kardioversion erfordern. Gleichzeitig steigt die Prävalenz von Patienten mit implantierten Herzschrittmachern oder Defibrillatoren (ICD) aufgrund des demografischen Wandels kontinuierlich an.

Bei einer externen Kardioversion wird ein hochenergetischer Stromstoß abgegeben, um den Sinusrhythmus wiederherzustellen. Diese zugeführte elektrische Energie kann bei Patienten mit Implantaten potenziell die Gerätelektronik beschädigen, die Programmierung verändern oder thermische Schäden am Myokardgewebe nahe der Elektrodenspitze verursachen.

Aufgrund dieser Risiken ist das Thema für den klinischen Alltag von großer Bedeutung, da Fehlfunktionen wie ein Stimulationsverlust oder inadäquate Schockabgaben vermieden werden müssen. Ein sicheres Management erfordert daher ein tiefgreifendes Verständnis der physikalischen Interaktionen zwischen externer Schockabgabe und implantierten Systemen.

Diagnostisch steht die elektrokardiografische Sicherung der Rhythmusstörung vor und nach dem Eingriff im Vordergrund. Zudem gehört die vollständige gerätetechnische Abfrage des Schrittmachers oder ICDs zur grundlegenden Überprüfung der Systemintegrität.

Wissenswertes

Die Hauptrisiken umfassen eine Beschädigung der Geräteelektronik, eine ungewollte Umprogrammierung in den Backup-Modus sowie einen Anstieg der Reizschwellen. Zudem kann es durch induzierte Ströme zu thermischen Schäden am Myokard im Bereich der Elektroden kommen.

Allgemein wird empfohlen, die Defibrillations-Patches in einem sicheren Abstand zum implantierten Aggregat zu platzieren, um die direkte Stromeinwirkung zu minimieren. Ein anterior-posteriorer Vektor wird häufig bevorzugt, um den Stromfluss am Gerät vorbeizuleiten.

Eine vollständige Abfrage des implantierten Systems nach einer externen Schockabgabe ist medizinischer Standard. Dadurch lassen sich mögliche Veränderungen der Reizschwellen, der Wahrnehmung oder der Programmierung frühzeitig erkennen und korrigieren.

Bei Patienten mit einem ICD wird in der Regel die antitachykarde Therapie vor einer geplanten externen Kardioversion vorübergehend deaktiviert. Dies verhindert eine inadäquate Schockabgabe des Geräts während der externen Rhythmisierung.

Die Wahl der Energie richtet sich primär nach der zugrunde liegenden Rhythmusstörung und unterscheidet sich prinzipiell nicht von Patienten ohne Implantat. Es wird jedoch darauf geachtet, die Schockenergie so niedrig wie möglich, aber so hoch wie nötig zu wählen.

Biphasische Schocks benötigen im Vergleich zu monophasischen Schocks eine geringere Gesamtenergie für eine erfolgreiche Rhythmisierung. Dies reduziert potenziell das Risiko für thermische Schäden und elektronische Interferenzen bei implantierten Systemen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist, den Abfragekopf des Programmiergeräts während der Schockabgabe niemals auf dem implantierten Aggregat liegen zu lassen. Ein aufliegender Magnet kann eine asynchrone Stimulation auslösen, was das Risiko birgt, dass der externe Schock in die vulnerable Phase fällt und Kammerflimmern induziert. Zudem erhöht ein geöffneter Reed-Switch die Empfindlichkeit des Stromkreises für externe Energie.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt einen möglichst großen Abstand zwischen den Kardioversionselektroden und dem implantierten Aggregat. Es wird ein Mindestabstand von 8 cm gefordert, um die einwirkende Energie auf das System zu minimieren.

Es wird eine biphasische Schockabgabe mit aufsteigender Energie empfohlen, beginnend mit 100 Joule, gefolgt von 150 Joule und 200 Joule. Zwischen den einzelnen Schockabgaben sollte laut Leitlinie eine Wartezeit von mindestens 2 Minuten eingehalten werden.

Bei schrittmacherabhängigen Patienten empfiehlt die Leitlinie eine prophylaktische Umprogrammierung der Stimulationsamplitude. Diese sollte vor der Schockabgabe auf das 4-fache der gemessenen Reizschwelle erhöht werden.

Laut Leitlinie ist eine Systemabfrage unmittelbar nach der Kardioversion sowie vor der Entlassung des Patienten erforderlich. Da ein Reizschwellenanstieg auch verzögert auftreten kann, wird eine weitere Kontrolle nach etwa einer Woche empfohlen.

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Quelle: Empfehlungen zur externen Kardioversion bei Patienten mit Herzschrittmacher oder implantiertem Kardioverter/Defibrillator (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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