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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Sachkunde CRT: Curriculum & Leitlinien-Wissen (DGK)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Sachkunde CRT stellt die 3. Stufe der Device-Therapie dar und setzt die Sachkunden für Herzschrittmacher- und ICD-Therapie voraus.
  • Die Indikationsstellung erfordert eine genaue Analyse von QRS-Breite (Grenzwerte 120 und 150 ms), Schenkelblockmorphologie (LSB) und NYHA-Klasse.
  • Intraoperativ ist die Testung auf Zwerchfellzucken (Phrenikusschwelle) in verschiedenen LV-Konfigurationen obligatorisch.
  • Das primäre Programmierungsziel ist eine anhaltende, sichere AV-synchrone und effektive biventrikuläre Stimulation nahe 100 %.
  • Routinemäßige Nachsorgen erfolgen nach 1 bis 3 Monaten und anschließend alle 3 bis 6 Monate.
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Hintergrund

Die Sachkunde „Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT)“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) definiert die erforderlichen theoretischen Kenntnisse für die Therapie mit CRT-Systemen. Sie stellt die 3. Stufe der Sachkunden dar und setzt die Zertifizierungen „Herzschrittmachertherapie“ und „ICD-Therapie“ zwingend voraus. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Troubleshooting und der praktischen Umsetzung anhand von klinischen Beispielen.

Grundlagen und Diagnostik

Für eine erfolgreiche CRT-Therapie sind fundierte Kenntnisse der Herzinsuffizienz sowie der elektrischen und mechanischen Asynchronie notwendig.

Diagnostik-BereichRelevante Parameter und Befunde
EKGLinksschenkelblock (LSB), QRS-Breite (Grenzwerte 120 und 150 ms), stimulierte QRS-Breite bei RV-Stimulation
EchokardiographieVisuelle Asynchronie im 4-Kammer-Blick („septal flash“, „apical rocking“), SPWMD, Gewebedoppler (TDI), Strain-Imaging
Labor & BelastungBNP/NT-proBNP, Spiroergometrie (VO2max, anaerobe Schwelle)

Indikation zur CRT

Die Indikationsstellung basiert auf Leitlinien und großen randomisierten Studien (z. B. CARE-HF, COMPANION, MADIT-CRT, REVERSE).

Zentrale Aspekte der Patientenselektion:

  • Schenkelblockmorphologie: Präsenz eines LSB und die genaue QRS-Breite.
  • NYHA-Klasse: Zu erwartende Effekte unterscheiden sich zwischen den NYHA-Klassen I–II und III–IV.
  • Vorhofflimmern: Ziel ist die Prävention der Eigenüberleitung, um eine biventrikuläre Stimulation nahe 100 % zu erzielen (ggf. medikamentös oder durch His-Bündelablation).
  • Konventionelle PM-Indikation: Vermeidung chronischer rechtsventrikulärer Stimulation bei eingeschränkter systolischer Funktion.

Implantation

Die Implantation erfordert eine genaue Kenntnis der Koronarsinus-Anatomie und spezifischer Sondierungstechniken.

OperationsschrittWichtige Maßnahmen und Beachtungspunkte
ZugangPunktion der V. subclavia (2–3 Punktionen) oder Präparation der V. cephalica
SondenplatzierungZuerst RV-Sonde platzieren (Gefahr des AV-Blocks bei CS-Sondierung), CS-Sondierung mittels spezieller Katheter
Intraoperative TestungReizschwellenmessung, Test auf Zwerchfellzucken (Phrenikusschwelle), Testung der Sicherheitsmarge für Defibrillation

Mögliche Komplikationen:

  • Rhythmusstörungen (Bradykardien bei LSB, Induktion von VT/VF durch epikardiale LV-Stimulation)
  • Lokale Komplikationen (Pneumothorax, Taschenhämatom)
  • Sondenkomplikationen (Perforation, Dislokation, Zwerchfellstimulation)

Programmierung und Optimierung

Das primäre Ziel der Programmierung ist eine anhaltende und sichere AV-synchrone effektive biventrikuläre Stimulation ohne Phrenikusstimulation.

  • AV-Zeit: Die individuelle Optimierung hat großen Einfluss auf die Hämodynamik. Sie kann echokardiographisch (z. B. aortalem VTI, transmitralem VTI) oder über aggregatspezifische Algorithmen erfolgen.
  • VV-Zeit: Hat im Vergleich zur AV-Zeit eine eingeschränktere Bedeutung, kann aber ebenfalls optimiert werden.
  • Telemetrie: Überwachung von Impedanz, Batteriespannung und Arrhythmien zur Früherkennung von Dekompensationen.

Definition der CRT-Response

Die Response (das Ansprechen) auf die Therapie wird multidimensional beurteilt:

  • Klinisch: NYHA-Klasse, 6-Minuten-Gehtest, Rehospitalisierungen, Lebensqualität.
  • Echokardiographisch: Reduktion von LVESD/LVESV, Besserung der LVEF.
  • EKG: Verkürzung der QRS-Dauer.

Nachsorge

Die Nachsorge wird nach Dringlichkeit strukturiert und erfordert eine systematische Abfrage des Systems.

DringlichkeitIndikationen (Beispiele)
NotfallmäßigAnhaltende VT, „electrical storm“, repetitive Schocks, Synkope, kardiogener Schock
DringlichPhrenikusstimulation, erster Schock, Patientenalarm, Verdacht auf Systeminfektion
RoutinemäßigEntlassungsuntersuchung, 1–3 Monate post-op, danach alle 3–6 Monate

Zur strukturierten Nachsorge gehören die klinische Evaluation der Herzinsuffizienz, das 12-Kanal-EKG zur Kontrolle der biventrikulären Stimulation, die telemetrische Abfrage (Batteriestatus, Impedanzen, Arrhythmien) sowie gezielte Provokationsmanöver (z. B. Oversensing-Tests, Phrenikus-Provokation).

💡Praxis-Tipp

Führen Sie bei der Nachsorge gezielte Provokationsmanöver durch (z. B. Links-/Rechtsseitenlage, Sitzen mit übergebeugtem Oberkörper), um eine positionsabhängige Phrenikusstimulation sicher auszuschließen.

Häufig gestellte Fragen

Die Sachkunden „Herzschrittmachertherapie“ und „ICD-Therapie“ werden zwingend vorausgesetzt.
Typische visuelle Zeichen im 4-Kammer-Blick sind der „septal flash“ und das „apical rocking“.
Eine notfallmäßige Vorstellung ist indiziert bei anhaltenden Kammertachykardien, „electrical storm“, repetitiven Schockinterventionen an einem Tag, unklaren Synkopen oder kardiogenem Schock.
Die Response wird klinisch (NYHA-Klasse, 6-Minuten-Gehtest), echokardiographisch (LVEF-Anstieg, LVESD-Reduktion) und im EKG (Verkürzung der QRS-Dauer) beurteilt.
Nach der Entlassungsuntersuchung erfolgt die erste Kontrolle nach 1 bis 3 Monaten. Weitere Kontrollen finden in der Regel alle 3 bis 6 Monate statt.

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