Kardiale Bildgebung (CT/MRT): Indikation und Diagnostik
Hintergrund
Die kardiale Schnittbilddiagnostik mittels Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) hat sich technisch rasant weiterentwickelt. Dies umfasst verbesserte Detektorsysteme und kürzere Rotationszeiten in der CT sowie neue Sequenzentwicklungen und 3-Tesla-Systeme in der MRT.
Aufgrund der breiten Verfügbarkeit und der deutlich verbesserten Bildqualität werden beide Verfahren mittlerweile routinemäßig in der klinischen Praxis eingesetzt. Das vorliegende Konsensuspapier der DGK, DRG und DGPK bewertet die Indikationen für beide Modalitäten strukturiert nach Krankheitsgruppen.
Die Leitlinie nutzt für die Bewertung der Indikationen eine spezifische fünfstufige Skala. Diese reicht von einer fehlenden Indikation bis hin zur klaren Überlegenheit gegenüber anderen diagnostischen Verfahren.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist die MRT die überlegene Modalität zur Gewebecharakterisierung, Funktionsanalyse und Ischämiediagnostik. Die CT hingegen stellt die Methode der Wahl dar, wenn es um den schnellen Ausschluss von Koronarstenosen, Lungenembolien oder Aortendissektionen geht. Es wird nachdrücklich betont, dass ein generelles Screening asymptomatischer Personen ohne Risikofaktoren mit beiden Schnittbildverfahren nicht indiziert ist.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die CT-Angiographie zum Ausschluss von Koronarstenosen bei Patienten mit intermediärer Vortestwahrscheinlichkeit. Dies gilt insbesondere, wenn ansonsten eine invasive Koronarangiographie erforderlich wäre.
Nach Ausschluss eines akuten Koronarsyndroms wird die MRT als Methode der ersten Wahl empfohlen. Sie ermöglicht die zuverlässige Darstellung von entzündlichen Veränderungen und Ödemen im Herzmuskel.
Gemäß dem Konsensuspapier gibt es keine Indikation für ein MRT-Screening bei asymptomatischen Individuen. Auch für die CT wird ein generelles Screening ohne Vorliegen von Risikofaktoren abgelehnt.
Die Computertomographie wird als Methode der Wahl für die Planung von perkutanen Aortenklappeninterventionen (TAVI) eingestuft. Sie ermöglicht eine exakte Vermessung des Aortenbulbus und der peripheren Zugangswege.
Die Leitlinie bewertet die MRT beim Nachweis ventrikulärer Thromben als der Echokardiographie überlegen. Besonders apikale oder kleine wandständige Thromben lassen sich damit sehr zuverlässig detektieren.
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Quelle: Konsensusempfehlungen der DRG/DGK/DGPK zum Einsatz der Herzbildgebung mit Computertomographie und Magnetresonanztomographie (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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