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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Nuklearkardiologie 2018: Leitlinie (DGK/DGN)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Myokard-Perfusions-SPECT ist das Standardverfahren bei stabiler KHK mit einer Vortestwahrscheinlichkeit von 15-85 %.
  • Ab einer Ischaemielast von ≥10 % (Summed Difference Score >8) profitieren Patienten eher von einer Revaskularisation.
  • Zur Vitalitaetsdiagnostik bei LVEF <35 % ist die F-18-FDG-PET-CT der SPECT ueberlegen.
  • Bei Verdacht auf kardiale Sarkoidose ist ein Suppressionsprotokoll vor der F-18-FDG-PET-CT essenziell.
  • Die F-18-FDG-PET-CT ist ein wichtiges Kriterium in der Diagnostik der Klappenprothesen-Endokarditis.
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Hintergrund

Das Positionspapier der DGK und DGN fasst den aktuellen Stand der nuklearkardiologischen Diagnostik zusammen. Das am haeufigsten angewandte Verfahren ist die Myokard-Perfusions-SPECT. Sie umfasst standardmaessig eine Belastungsuntersuchung (ergometrisch oder pharmakologisch), eine EKG-getriggerte Akquisition zur Bestimmung der linksventrikulaeren Ejektionsfraktion (LVEF) sowie die Ermittlung semiquantitativer Scores zur Abschaetzung der Ischaemielast.

Diagnostik der stenosierenden KHK

Bei Verdacht auf eine stabile chronische KHK richtet sich die Diagnostik nach der Vortestwahrscheinlichkeit. Die Myokard-Perfusions-SPECT zeigt hierbei eine Sensitivitaet und Spezifitaet von 70–90 %.

  • Optimaler Einsatzbereich: Vortestwahrscheinlichkeit zwischen 15 und 85 %
  • Therapieentscheidung: Die Ausdehnung der Ischaemie hilft bei der Entscheidung zwischen medikamentoeser Therapie und Revaskularisation.
Ischaemielast (linksventrikulaeres Myokard)Summed Difference ScoreEmpfehlung
< 10 %≤ 8Eher alleinige medikamentoese Therapie
≥ 10 %> 8Profitieren im Allgemeinen von Revaskularisation

Vitalitaetsdiagnostik

Vor einer revaskularisierenden Intervention bei eingeschraenkter Pumpfunktion muss vitales, erholungsfaehiges Myokard nachgewiesen werden.

  • Hauptindikation: Stabile chronische KHK, LVEF < 35 % und klinische Zeichen der Herzinsuffizienz.
  • Verfahren der Wahl: Bei deutlich eingeschraenkter LVEF (< 30–40 %) ist die F-18-FDG-PET-CT aufgrund der hoeheren Genauigkeit der SPECT vorzuziehen.

Kardiomyopathien und infiltrative Erkrankungen

Nuklearkardiologische Verfahren spielen eine zunehmende Rolle bei speziellen Fragestellungen:

ErkrankungBevorzugtes VerfahrenBemerkung
Kardiale SarkoidoseF-18-FDG-PET-CTZwingend mit Suppressionsprotokoll (kohlenhydratfreie, fettreiche Diaet + Nuechternheit), um physiologischen Myokardstoffwechsel zu unterdruecken.
Kardiale AmyloidoseKnochenszintigraphiePhosphat-/Phosphonat-Tracer reichern sich bei Transthyretin-Amyloidose diffus im Myokard an.
Ischaemische KardiomyopathiePET-CT (z. B. N-13-Ammoniak)Zur Perfusionsdiagnostik und Abgrenzung von nicht-ischaemischen Formen.

Infektioese Endokarditis

Bei Verdacht auf eine Entzuendung im Bereich von Herzklappenprothesen oder kardialen Implantaten (Schrittmacher, Defibrillatoren) sind nuklearmedizinische Verfahren in den ESC-Leitlinien verankert.

  • F-18-FDG-PET-CT: Hohe Sensitivitaet, aber niedrigere Spezifitaet (erfasst auch sterile Entzuendungen/Fremdkoerperreaktionen).
  • Leukozytenszintigraphie (SPECT): Hochspezifisch, aber weniger sensitiv. Einsatz oft als Stufendiagnostik bei unklaren PET-Befunden.

Strahlenexposition

Durch technische Fortschritte (CZT-Halbleiterdetektoren, Stress-only-Protokolle, Tc-99m statt Tl-201) konnte die Strahlenexposition deutlich gesenkt werden:

UntersuchungDurchschnittliche effektive Dosis
Myokard-Perfusions-SPECT (Standard)~ 6,5 mSv
F-18-FDG-PET~ 5,0 mSv
SPECT (Stress-only Protokoll)~ 2,0 mSv
SPECT mit CZT-Detektorenbis ca. 1,0 mSv

💡Praxis-Tipp

Weisen Sie Patienten vor einer F-18-FDG-PET-CT zur Sarkoidose-Diagnostik zwingend auf das Suppressionsprotokoll hin (kohlenhydratfreie, fettreiche Diaet am Vorabend und Nuechternheit), um falsch-positive Befunde durch den physiologischen Glukosestoffwechsel des Herzens zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Ab einem Ischaemieanteil von ≥10 % des linksventrikulaeren Myokards (Summed Difference Score >8) profitieren Patienten im Allgemeinen mehr von einer Revaskularisation als von einer rein medikamentoesen Therapie.
Die F-18-FDG-PET-CT zeigt eine hoehere Genauigkeit als die Myokard-Perfusions-SPECT und ist bei Patienten mit deutlich eingeschraenkter LVEF (<30-40 %) das Verfahren der Wahl.
Der optimale diagnostische Nutzen liegt bei einer mittleren Vortestwahrscheinlichkeit zwischen 15 und 85 %.
Die F-18-FDG-PET-CT ist Teil der ESC-Leitlinienkriterien bei Verdacht auf Klappenprothesen-Endokarditis oder Implantatinfektionen. Sie zeichnet sich durch hohe Sensitivitaet aus und kann auch septische Embolien detektieren.

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