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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Kardio-MRT bei Interventionen: DGK-Positionspapier

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die k-MRT ist ein zentrales Werkzeug für die periprozedurale Planung von Koronar-, Klappen- und elektrophysiologischen Interventionen.
  • Bei Patienten mit Devices (HSM/ICD) ist eine k-MRT unter Beachtung spezifischer Protokolle und nach Ablauf von 6 Wochen post-Implantation meist sicher durchführbar.
  • Für die Kontrastmittelgabe sollten ausschließlich makrozyklische Gadolinium-basierte Kontrastmittel (GBCA) in der geringstmöglichen Dosis verwendet werden.
  • In der Ischämiediagnostik dient die Stress-Perfusions-MRT als wichtiger Gatekeeper zur Indikationsstellung für eine invasive Koronarangiographie.
  • Die LGE-basierte Bestimmung der Narbentransmuralität prädiziert zuverlässig die Erholung der Myokardfunktion nach einer Revaskularisation.
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Hintergrund

Die kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie (k-MRT) hat sich als zentraler Bestandteil der kardialen Diagnostik etabliert. Sie bietet einzigartige Möglichkeiten zur umfassenden Analyse der myokardialen Morphologie, Funktion und nicht-invasiven Gewebedifferenzierung. Das aktuelle Positionspapier der DGK beleuchtet den Einsatz der k-MRT zur periprozeduralen Planung und Steuerung in der interventionellen Kardiologie.

Technische Voraussetzungen und Kontrastmittel

Für die k-MRT werden klinisch meist Scanner mit 1,5 T oder 3 T eingesetzt. Während 1,5 T weniger artefaktanfällig bei der EKG-Triggerung ist, bietet 3 T theoretische Vorteile in der Perfusionsbildgebung.

Bei der Kontrastmittelgabe gelten folgende Grundsätze:

  • Es kommen nur noch makrozyklische Gadolinium-basierte Kontrastmittel (GBCA) zur Anwendung.
  • Die Dosis sollte für eine angemessene Bildqualität so niedrig wie möglich gehalten werden.
  • Bei Niereninsuffizienz ist das Risiko einer Gadoliniumretention oder nephrogenen systemischen Fibrose (NSF) zu beachten.

k-MRT bei Patienten mit Devices (HSM/ICD)

Die k-MRT bei Patienten mit implantierten Devices erfordert spezielle Protokolle und eine lückenlose Überwachung. Nach einer Implantation muss ein Mindestabstand von in der Regel 6 Wochen eingehalten werden, um eine Sondenstabilisierung zu gewährleisten.

MRT-KlassifikationBedeutung für die k-MRT
MR safeMRT-sicher, uneingeschränkt möglich
MR conditionalBedingt MRT-sicher, Untersuchung unter speziellen Vorgaben möglich
MR unlabelledNicht MRT-getestet, bei intakten Systemen (ab 2002) an 1,5 T oft sicher durchführbar
Abandoned leadsStillgelegte Sonden bergen ein erhöhtes Erwärmungsrisiko, Einzelfallabwägung an 1,5 T möglich

Planung von Koronarinterventionen

Die k-MRT dient als wichtiger Gatekeeper vor invasiven Koronarangiographien. Die Stress-Perfusions-MRT (z. B. mit Adenosin) deckt funktionell relevante Ischämien auf.

Zur Beurteilung der Myokardvitalität wird das Late Gadolinium Enhancement (LGE) genutzt. Die Transmuralität der Narbe prädiziert die Erholung der linksventrikulären Funktion nach einer Revaskularisation:

Transmuralität der NarbeWahrscheinlichkeit der FunktionserholungBemerkung
< 25 %HochRevaskularisation empfohlen
25 - 75 %IntermediärDobutamin-Stress-MRT zur weiteren Differenzierung sinnvoll
> 75 %GeringRevaskularisation meist ohne funktionellen Benefit

Bei chronischen Totalverschlüssen (CTO) gilt eine Infarkttransmuralität von ≤ 50 % als Cut-off für eine relevante Funktionserholung.

Planung von elektrophysiologischen Eingriffen

Vor der Ablation ventrikulärer Tachykardien (VT) wird die k-MRT zur Bestimmung von Lokalisation und Ausdehnung der strukturellen Myokardschädigung eingesetzt. Besonders der Nachweis eines epikardialen Substrats beeinflusst die Prozedurplanung (z. B. Notwendigkeit eines chirurgischen Zugangs) entscheidend.

Planung von Klappeninterventionen

Mit der Zunahme kathetergestützter Klappeninterventionen wächst die Bedeutung der k-MRT für die präzise anatomische und funktionelle Evaluation:

KlappenvitiumNutzen der k-MRT
Aortenklappenstenose (TAVI)Strahlenfreie Alternative zum CT (Annulus, Koronarostien), Beurteilung des myokardialen Remodellings (ECV)
MitralklappeninsuffizienzPräzise Quantifizierung von Regurgitationsvolumina, Lokalisation des Koronarvenensinus
TrikuspidalklappenvitienGoldstandard zur Beurteilung rechtsventrikulärer und -atrialer Volumina und Funktion

Zudem kann die k-MRT nach Interventionen (z. B. TEER-Verfahren) zur Reevaluation verbleibender Insuffizienzen genutzt werden, insbesondere wenn die Echokardiographie durch Artefakte eingeschränkt ist.

💡Praxis-Tipp

Halten Sie nach der Implantation von Herzschrittmachern oder ICDs zwingend einen zeitlichen Mindestabstand von 6 Wochen ein, bevor Sie eine k-MRT anordnen, um eine ausreichende Wundheilung und Sondenstabilisierung zu gewährleisten.

Häufig gestellte Fragen

Klinisch werden meist 1,5 T oder 3 T Scanner verwendet. 1,5 T ist bei EKG-Triggerung weniger artefaktanfällig, während 3 T theoretische Vorteile bei der Perfusionsbildgebung bietet.
Stillgelegte Sonden bergen ein erhöhtes Risiko für eine Erwärmung der Elektrodenspitze. Nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung kann eine Untersuchung an 1,5 T-Systemen im Einzelfall jedoch sicher durchgeführt werden.
Es sollten ausschließlich makrozyklische Gadolinium-basierte Kontrastmittel (GBCA) in der geringstmöglichen Dosis verwendet werden, da diese ein exzellentes Sicherheitsprofil aufweisen.
Eine Infarkttransmuralität von ≤ 50 % im LGE gilt als Cut-off für eine relevante Erholung der linksventrikulären Funktion nach einer CTO-Intervention.
Die k-MRT gilt als Goldstandard zur exakten Beurteilung der rechtsventrikulären und rechtsatrialen Volumina sowie der Funktion.

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