Kardiale CT: Planung von TAVI und Koronarinterventionen
Hintergrund
Das Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) beleuchtet den wachsenden Stellenwert der kardialen Computertomographie (CT). Neben der etablierten Diagnostik der koronaren Herzerkrankung wird das Verfahren zunehmend zur periprozeduralen Planung eingesetzt.
Durch technische Weiterentwicklungen mit hoher räumlicher Auflösung ermöglicht die kardiale CT eine exakte dreidimensionale Analyse. Dies unterstützt die patientenindividuelle Strategie bei strukturellen und koronaren Interventionen.
Während die CT-Planung vor einer Transkatheteraortenklappenimplantation (TAVI) bereits unverzichtbar ist, hält sie nun auch Einzug in andere Bereiche. Dazu zählen elektrophysiologische Prozeduren sowie komplexe Koronarinterventionen.
💡Praxis-Tipp
Ein kritischer Parameter bei der TAVI-Planung ist der Abstand der Koronarostien zur Anulusebene. Das Positionspapier warnt, dass ein Abstand von ≤ 10 mm mit einem deutlich erhöhten Risiko für eine Koronarobstruktion einhergeht. Zudem wird bei Trikuspidalklappen-Anuloplastien ein Abstand von < 5 mm zur rechten Koronararterie als kritisch für Gefäßverletzungen eingestuft.
Häufig gestellte Fragen
Das Positionspapier empfiehlt eine Senkung der Herzfrequenz auf unter 65 Schläge pro Minute. Dies ermöglicht artefaktfreie Bilder bei gleichzeitig niedriger Strahlenexposition.
Laut Dokument wird die CT-basierte FFR-Simulation derzeit noch nicht als klinischer Standard empfohlen. Die diagnostische Genauigkeit im Grenzbereich ist noch zu niedrig und das Verfahren erfordert einen hohen zeitlichen und logistischen Aufwand.
Die Publikation beschreibt die Simulation einer virtuellen Prothese im CT zur Vermessung des sogenannten Neo-LVOT. Eine geringe Fläche in der Systole gilt als Prädiktor für eine drohende Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstrakts.
Bei unklaren Low-flow, low-gradient-Stenosen macht ein Agatston-Score von über 3000 bei Männern und über 2000 bei Frauen eine hochgradige Stenose sehr wahrscheinlich.
Die koronare CTA erlaubt eine differenzierte Charakterisierung von Verschlusskappen, Gefäßverlauf und Kalzifizierungen. Dies unterstützt die Materialauswahl und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Drahtpassage.
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Quelle: DGK-Positionspapier zur Schnittbildgebung Teil I: Kardiale Computertomographie zur periprozeduralen Planung und Durchführung von kardialen (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie), 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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