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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Kardiovaskuläre MRT (CMR): DGK-Stellungnahme

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die DGK definiert drei Kompetenzstufen (Level I-III) für die kardiovaskuläre MRT (CMR).
  • Kardiologen integrieren klinische Befunde, Ischämiediagnostik und Notfallmanagement direkt in die CMR-Befundung.
  • Für die Stufe II (selbstständige Durchführung) sind 200 Untersuchungen, 3 Monate Weiterbildung und eine Prüfung erforderlich.
  • Moderne CMR-Techniken wie T1/T2-Mapping und Adenosin-Stress-MRT sind essenziell für die Ischämie- und Kardiomyopathiediagnostik.
  • Herzschrittmacher und ICDs stellen unter entsprechenden Bedingungen keine absolute Kontraindikation mehr für eine CMR dar.
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Hintergrund

Die kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie (CMR) hat sich als zentrales bildgebendes Verfahren in der Kardiologie etabliert. Sie bietet ein Alleinstellungsmerkmal in der umfassenden Gewebecharakterisierung und beeinflusst Therapieentscheidungen bei koronarer Herzerkrankung (KHK), Kardiomyopathien, der ICD-Indikationsstellung und bei strukturellen Herzerkrankungen maßgeblich. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) hat ein dreistufiges Qualifizierungskonzept entwickelt, um eine hohe Qualität und klinische Relevanz der Untersuchungen sicherzustellen.

DGK-Kompetenzstufen der CMR

Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, definiert die DGK drei aufeinander aufbauende Kompetenzebenen für Fachärzte der Inneren Medizin und Kardiologie:

StufeDauerFallzahlFokus und Anforderungen
Level I1 Monat50Indikationsstellung, Sicherheitsaspekte, Grundsequenzen. Keine Prüfung.
Level II3 Monate200 (min. 50 als Erstuntersucher)Selbstständige Planung, Durchführung und Befundung. Abschlussprüfung erforderlich.
Level III12 Monate500Leitung eines CMR-Funktionsbereichs. Abschlussprüfung erforderlich.

Kardiologische Expertise in der CMR

Ein wesentlicher Vorteil der kardiologischen CMR-Befundung liegt in der direkten klinischen Einordnung. Kardiologen bringen essenzielle Erfahrungen aus der Echokardiographie, dem Herzkatheterlabor und der Intensivmedizin ein. Dies ermöglicht:

  • Klinische Kontextualisierung: Befunde werden nicht nur deskriptiv erstellt, sondern direkt in eine Therapiestrategie übersetzt.
  • Sicherheitsmanagement: Die Versorgung von Komplikationen (z. B. Anaphylaxie, Rhythmusstörungen) sowie der Umgang mit Kontrastmitteln und Vasodilatatoren gehören zur kardiologischen Kernkompetenz.
  • Device-Management: Die Programmierung und Überwachung von Schrittmachern und ICDs vor, während und nach der Untersuchung erhöht die Patientensicherheit.

Innovationen und klinische Indikationen

Zahlreiche Innovationen haben das Spektrum der CMR in den letzten Jahren erheblich erweitert und Einzug in die Leitlinien gefunden:

TechnikKlinische Indikation / NutzenBemerkung
Adenosin-Stress-MRTIschämiediagnostikKlasse-I-Indikation in europäischen Leitlinien. Erlaubt auch quantitative Perfusionsmessungen.
T1- und T2-MappingHerzmuskelentzündungen, KardiomyopathienErmöglicht den Übergang von qualitativer zu quantitativer Gewebecharakterisierung.
Feature TrackingDeformationsanalyseGenaue Quantifizierung der Ventrikel- und Vorhoffunktion.
Echtzeit-Belastungs-MRTDiastolische Herzinsuffizienz (HFpEF)Untersuchung unter physiologischer Belastung.
4-D-FlussmessungShunt-Vitien, HerzklappenfehlerBeurteilung von Hämodynamik und myokardialer Energetik.

Sicherheit und Device-Management

Aktive Implantate wie Herzschrittmacher und implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD/CRT) stellen bei korrekter Indikationsstellung und Programmierung keine absolute Kontraindikation mehr dar. Die DGK hat hierzu spezifische Leitfäden publiziert, die dem Kliniker einen sicheren Umgang mit diesen Devices im MRT-Umfeld ermöglichen.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie die CMR gezielt zur Gewebecharakterisierung (z. B. T1/T2-Mapping bei Verdacht auf Myokarditis) und binden Sie die Befundung immer in den direkten klinischen Kontext ein. Patienten mit MRT-tauglichen Schrittmachern oder ICDs können bei fachgerechter Umprogrammierung sicher untersucht werden.

Häufig gestellte Fragen

Es werden 3 Monate Weiterbildung, 200 Untersuchungen (davon mindestens 50 als primärer Untersucher), 16 CME-Punkte durch Kurse sowie eine bestandene Abschlussprüfung gefordert.
Ja, unter entsprechenden Bedingungen und mit korrekter Programmierung der Aggregate stellen diese Devices keine absolute Kontraindikation mehr dar.
Sie hat sich zur Ischämiediagnostik durchgesetzt, weist eine exzellente diagnostische Genauigkeit auf und stellt in den europäischen Leitlinien eine Klasse-I-Indikation dar.
Diese quantitativen Techniken erlauben eine sehr genaue Beurteilung und Detektion von Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) und verschiedenen Kardiomyopathien.

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