Chronischer Rückenschmerz: DMP-Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht V23-04 fasst aktuelle evidenzbasierte Leitlinien für die Aktualisierung des Disease-Management-Programms (DMP) Chronischer Rückenschmerz zusammen. Ziel ist die Optimierung der strukturierten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischem, nicht spezifischem Kreuzschmerz.
Als chronisch gilt ein Kreuzschmerz, der länger als 12 Wochen anhält. Nicht spezifisch bedeutet, dass keine eindeutige somatische Ursache wie Tumore, Infektionen, Frakturen oder entzündlich-rheumatische Erkrankungen (z. B. axiale Spondyloarthritis) vorliegt.
Die Entstehung und Aufrechterhaltung der Schmerzen wird durch ein biopsychosoziales Modell erklärt. Daher erfordert die Behandlung eine multimodale Herangehensweise, die somatische, psychische und soziale Faktoren berücksichtigt.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis des Berichts ist die Vermeidung einer rein somatischen Sichtweise bei chronischen Kreuzschmerzen. Es wird betont, dass psychosoziale Risikofaktoren (wie Depressivität oder Ängstlichkeit) frühzeitig erfasst werden sollten, da sie maßgeblich zur Chronifizierung beitragen. Zudem warnt der Bericht vor einer unkritischen Langzeitverordnung von Opioiden, deren Indikation und Wirksamkeit regelmäßig streng überprüft werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht wird eine bildgebende Diagnostik nur bei Verdacht auf schwerwiegende spezifische Ursachen (Red Flags) oder bei progredienten neurologischen Defiziten empfohlen. Eine routinemäßige Bildgebung bei nicht spezifischen Beschwerden soll unterbleiben.
Opioide sollen nur zeitlich begrenzt und im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts eingesetzt werden, wenn andere Maßnahmen versagt haben. Die Leitliniensynopse empfiehlt, eine Dosis von 120 mg/Tag oralem Morphinäquivalent nur in Ausnahmefällen zu überschreiten.
Die im Bericht zusammengefassten Leitlinien sprechen eine Negativempfehlung für Paracetamol aus. Es sollte zur Behandlung von nicht spezifischen Kreuzschmerzen nicht eingesetzt werden.
Als Basistherapie wird eine angeleitete Bewegungstherapie in Kombination mit Aufklärung über einen aktiven Lebensstil empfohlen. Bei Vorliegen psychosozialer Belastungsfaktoren wird zusätzlich eine kognitive Verhaltenstherapie angeraten.
Eine teilstationäre oder stationäre multimodale Schmerztherapie wird empfohlen, wenn intensivierte unimodale Therapiemaßnahmen zu keiner ausreichenden Besserung geführt haben. In begründeten Einzelfällen kann sie auch initial erwogen werden.
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Quelle: IQWiG V23-04 : Leitliniensynopse zur Aktualisierung des DMP chronische Rückenschmerzen (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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