DMP Depression: Leitlinien zu Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die IQWiG-Leitliniensynopse V22-01 dient der Aktualisierung des Disease-Management-Programms (DMP) für unipolar depressive Störungen. Sie vergleicht die bestehenden DMP-Anforderungen mit aktuellen nationalen und internationalen evidenzbasierten Leitlinien.
Depressionen sind durch die Hauptsymptome gedrückte Stimmung, Interessenverlust und Antriebsminderung gekennzeichnet. Für die Einschreibung in das DMP wird eine gesicherte Diagnose einer mindestens mittelgradigen oder schweren unipolaren Depression vorausgesetzt.
Ziel der strukturierten Behandlungsprogramme ist es, die Versorgung zu optimieren und diagnostische sowie therapeutische Abläufe besser miteinander zu verzahnen. Dabei wird ein biopsychosoziales Krankheitsmodell zugrunde gelegt.
💡Praxis-Tipp
Zu Beginn einer medikamentösen antidepressiven Therapie kann es, insbesondere bei jüngeren Erwachsenen, zu einer vorübergehenden Zunahme der Suizidalität kommen, bevor die stimmungsaufhellende Wirkung einsetzt. Es wird empfohlen, die Betroffenen darüber aufzuklären und in den ersten Behandlungswochen eine engmaschige Verlaufskontrolle sicherzustellen. Bei älteren Menschen unter SSRI- oder SNRI-Therapie wird zudem ein wachsames Monitoring hinsichtlich einer potenziell lebensbedrohlichen Hyponatriämie angeraten.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitliniensynopse wird eine Kombinationsbehandlung aus medikamentöser Therapie und Psychotherapie vorrangig bei schweren oder chronischen (persistierenden) Depressionen empfohlen. Bei leichteren Formen ist in der Regel eine Monotherapie ausreichend.
Es wird empfohlen, bei älteren Menschen bevorzugt SSRI (wie Sertralin oder Citalopram) oder SNRI (wie Duloxetin) einzusetzen. Trizyklische Antidepressiva sollten aufgrund ihrer anticholinergen und kardialen Nebenwirkungen vermieden werden.
Die Leitlinie empfiehlt, die medikamentöse Erhaltungstherapie nach Erreichen der Remission für mindestens vier bis neun Monate (bei älteren Menschen bis zu 12 Monate) in der Akutdosierung fortzuführen. Bei hohem Rückfallrisiko kann eine mehrjährige Rezidivprophylaxe indiziert sein.
Bei Nichtansprechen nach drei bis vier Wochen in Standarddosierung wird empfohlen, zunächst die Adhärenz, mögliche Komorbiditäten und den Serumspiegel zu prüfen. Anschließend kann eine Dosiserhöhung, ein Präparatewechsel oder eine Augmentation (z. B. mit Lithium) erwogen werden.
Um Absetzsymptome und Rebound-Depressionen zu vermeiden, wird ein schrittweises Ausschleichen über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen empfohlen. Bei auftretenden Absetzsymptomen sollte die Dosis wieder leicht erhöht und danach noch langsamer reduziert werden.
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Quelle: IQWiG V22-01: Leitliniensynopse für die Aktualisierung des DMP Depression (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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