Nicht-spezifischer Kreuzschmerz: Diagnostik & Therapie
Hintergrund
Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) definiert Kreuzschmerzen als Schmerzen unterhalb des Rippenbogens und oberhalb der Gesäßfalten. Bei nicht-spezifischen Kreuzschmerzen lassen sich keine eindeutigen Hinweise auf eine spezifische, somatische Ursache erkennen.
Der zeitliche Verlauf wird in akut (unter 6 Wochen), subakut (6 bis 12 Wochen) und chronisch (über 12 Wochen) unterteilt. Die Erkrankung unterliegt einem biopsychosozialen Krankheitsmodell, bei dem somatische, psychische und soziale Faktoren die Entstehung und Chronifizierung beeinflussen.
Zur Erfassung des Schweregrades chronischer Schmerzen wird die Graduierung nach von Korff herangezogen:
| Grad | Beschreibung |
|---|---|
| Grad 0 | Keine Schmerzen in den vergangenen 6 Monaten |
| Grad I | Geringe Funktionseinschränkung, niedrige Intensität |
| Grad II | Geringe Funktionseinschränkung, höhere Intensität |
| Grad III | Mittlere schmerzbedingte Funktionseinschränkung |
| Grad IV | Hohe schmerzbedingte Funktionseinschränkung |
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist die frühzeitige Anordnung von bildgebenden Verfahren bei akuten Kreuzschmerzen ohne Warnhinweise (Red Flags) nicht indiziert und kann eine Chronifizierung durch iatrogene Fixierung fördern. Ebenso wird dringend von Bettruhe abgeraten; stattdessen wird die Beibehaltung der körperlichen Aktivität als zentraler Therapiebaustein empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird eine Bildgebung erst nach 4 bis 6 Wochen leitliniengerechter Therapie ohne Besserung oder bei Vorliegen von Red Flags empfohlen. Eine routinemäßige Bildgebung bei akuten Beschwerden wird abgelehnt.
Es wird die kurzzeitige Gabe von NSAR (wie Ibuprofen oder Diclofenac) in der niedrigsten wirksamen Dosierung empfohlen. Von Paracetamol und Flupirtin wird aufgrund mangelnder Wirksamkeit bzw. hoher Risiken abgeraten.
Die Leitlinie rät von der Anwendung zentraler Muskelrelaxanzien bei akuten und chronischen Kreuzschmerzen ab. Grund hierfür ist das ausgeprägte Nebenwirkungsprofil.
Es wird empfohlen, psychosoziale Risikofaktoren (Yellow Flags) von Beginn an zu berücksichtigen. Nach 4 Wochen ohne Besserung sollten diese mittels standardisierter Fragebögen (z. B. STarT Back Tool) systematisch erfasst werden.
Die Leitlinie spricht eine starke Negativ-Empfehlung gegen Bettruhe aus. Es wird betont, dass Bettruhe die Heilung verzögern und eine Chronifizierung der Schmerzen fördern kann.
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Quelle: S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz (S3) (AWMF, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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