DMP Osteoporose Update: IQWiG-Synopse 2024
Hintergrund
Der IQWiG-Abschlussbericht V23-03 (2024) fasst aktuelle Leitlinienempfehlungen zusammen, um das Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose zu aktualisieren. Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, die durch eine verringerte Knochenmasse und eine Verschlechterung der Mikroarchitektur gekennzeichnet ist.
Dies führt zu einem erhöhten Risiko für Fragilitätsfrakturen, insbesondere an Wirbelkörpern, Hüfte und Radius. Die primäre Osteoporose macht etwa 95 Prozent der Fälle aus und betrifft vor allem postmenopausale Frauen und ältere Menschen.
Laut Bericht wird die Diagnose gemäß WHO-Kriterien bei einem BMD-T-Score von ≤ -2,5 gestellt. Dieser Wert sollte jedoch nicht als alleiniges Kriterium, sondern immer im klinischen Gesamtkontext betrachtet werden.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Aktualisierung des DMP Osteoporose:
Basisdiagnostik und Labor
Die Leitlinie empfiehlt eine Basisdiagnostik, die sich an spezifischen Risikokonstellationen und Begleiterkrankungen orientiert. Es wird davon abgeraten, routinemäßig Knochenumbauparameter oder genetische Tests zu bestimmen.
Eine Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels wird laut Bericht nur in bestimmten Einzelfällen empfohlen. Bei Männern mit Osteoporose sollte der Testosteronwert bestimmt werden.
Frakturrisikobestimmung
Zur Ermittlung des Frakturrisikos wird der Einsatz von Tools wie FRAX oder dem Garvan Fracture Risk Calculator empfohlen. Dabei sollten laut Bericht folgende Parameter berücksichtigt werden:
-
Trabecular Bone Score (TBS)
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Quantitativer Ultraschall (QUS) an der Ferse
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Auffälliges Ergebnis im Timed up and Go Test (TUG) bei Personen ab 70 Jahren
Für spezifische Patientengruppen wird eine gezielte Bestimmung des Frakturrisikos empfohlen:
| Patientengruppe | Auslösender Faktor / Therapie |
|---|---|
| Männer ab 50 Jahren | Beginn einer androgenen Deprivationstherapie |
| Postmenopausale Frauen | Beginn einer Aromataseinhibitor-Therapie |
| Alle Personen | Beginn einer > 3-monatigen Glukokortikoid-Therapie |
| Personen ab 50 Jahre | Vorliegen eines klinischen Risikofaktors für Fragilitätsfrakturen |
Knochendichtemessung
Als Standard für die Basisdiagnostik wird die DXA-Messung an der Lendenwirbelsäule und am proximalen Femur beidseitig empfohlen. Der quantitative Ultraschall (QUS) soll hingegen nicht zur definitiven Diagnosestellung einer Osteoporose herangezogen werden.
Schmerztherapie bei Frakturen
Bei Wirbelkörperfrakturen wird ein Schmerzmanagement nach dem WHO-Stufenschema empfohlen. Dabei ist eine orale Gabe von Analgetika der parenteralen Gabe vorzuziehen.
Für ältere Patientinnen und Patienten formuliert der Bericht spezifische Warnhinweise (hoher Empfehlungsgrad):
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Vermeidung von nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR)
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Bei unvermeidbarer NSAR-Gabe: zusätzliche Verschreibung von Protonenpumpeninhibitoren
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Bei Opioidtherapie: zwingend zusätzliche Abführmitteltherapie
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Praxis-Hinweis des IQWiG-Berichts betrifft das Schmerzmanagement bei älteren Personen mit osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen. Es wird nachdrücklich empfohlen, bei dieser Personengruppe auf nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) zu verzichten. Falls eine Opioidtherapie notwendig ist, weist die Leitlinie darauf hin, zwingend eine begleitende Abführmitteltherapie zu verordnen (hoher Empfehlungsgrad).
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht wird primär die Nutzung von etablierten Risikorechnern wie FRAX oder dem Garvan Fracture Risk Calculator empfohlen. Zusätzlich können Parameter wie der Trabecular Bone Score (TBS) in die Bewertung einfließen.
Die Leitlinie empfiehlt eine DXA-Messung unter anderem bei Personen mit klinischen Risikofaktoren für Fragilitätsfrakturen oder vor Beginn einer spezifischen Osteoporose-Therapie. Auch bei Krebspatienten unter bestimmten antihormonellen Therapien ist sie indiziert.
Der quantitative Ultraschall (QUS) an der Ferse kann laut Bericht zur ergänzenden Einschätzung des Frakturrisikos herangezogen werden. Zur definitiven Diagnosestellung einer Osteoporose wird er jedoch nicht empfohlen.
Eine routinemäßige Bestimmung von Knochenumbauparametern wird nicht empfohlen. Die Leitlinie rät jedoch zur Testosteron-Bestimmung bei Männern und zu einer gezielten Vitamin-D-Messung in spezifischen Einzelfällen.
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Quelle: IQWiG V23-03: Leitliniensynopse für die Aktualisierung des DMP Osteoporose (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.