Rheumatoide Arthritis: Diagnostik und DMARD-Therapie
Hintergrund
Die rheumatoide Arthritis (RA) ist die häufigste chronisch entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankung. Sie führt unbehandelt zur Zerstörung von Knorpel und angrenzendem Knochen und geht mit Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen einher.
Eine frühe Diagnose und Therapieeinleitung innerhalb des "therapeutischen Fensters" der ersten Monate sind entscheidend für den Krankheitsverlauf. Ziel ist es, den immunologischen Prozess zu stoppen und die Lebensqualität langfristig zu erhalten.
Der vorliegende Rapid Report V17-01 des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) fasst 13 evidenzbasierte Leitlinien zusammen. Er dient als wissenschaftliche Grundlage für die Ausgestaltung eines Disease-Management-Programms (DMP) zur rheumatoiden Arthritis.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Praxisaspekt der Leitliniensynopse ist das perioperative Management von Antirheumatika. Während konventionelle DMARDs wie Methotrexat bei elektiven orthopädischen Eingriffen in der Regel sicher fortgeführt werden können, wird ein präoperatives Pausieren von Biologika und Tofacitinib dringend empfohlen. Die Wiederaufnahme der Biologika sollte erst nach gesicherter Wundheilung und Ausschluss von Infektionen erfolgen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitliniensynopse soll die Therapie mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten (DMARDs) sofort nach der Diagnosestellung eingeleitet werden. Als Mittel der ersten Wahl wird Methotrexat empfohlen.
Der Bericht stuft Hydroxychloroquin, Sulfasalazin und Azathioprin als sicher für die Schwangerschaft ein. Methotrexat und Leflunomid sind hingegen teratogen und müssen rechtzeitig vor einer geplanten Schwangerschaft abgesetzt werden.
Es wird empfohlen, das kardiovaskuläre Risiko spätestens alle 5 Jahre sowie bei wesentlichen Therapiewechseln zu überprüfen. Die rheumatoide Arthritis geht mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher.
Totimpfstoffe wie gegen Pneumokokken und Influenza werden ausdrücklich empfohlen. Lebendimpfstoffe sind unter einer laufenden Biologika-Therapie jedoch kontraindiziert.
Bei einer Therapie mit Hydroxychloroquin wird eine augenärztliche Basisuntersuchung im ersten Jahr empfohlen. Nach fünfjähriger Therapiedauer sollten jährliche Kontrollen, idealerweise mittels optischer Kohärenztomografie (OCT), erfolgen.
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Quelle: IQWiG V17-01: Leitliniensynopse zum DMP Rheumatoide Arthritis - Rapid Report (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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