Postmenopausale Osteoporose: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Die postmenopausale Osteoporose ist eine häufige Stoffwechselerkrankung des Knochens, die zu einer verminderten Knochendichte und einem erhöhten Frakturrisiko führt.
Zur medikamentösen Therapie stehen verschiedene Wirkstoffklassen zur Verfügung, deren vergleichende Wirksamkeit kontinuierlich evaluiert wird.
Der IQWiG-Bericht A19-10 (2022) untersucht den patientenrelevanten Nutzen und Schaden von Bisphosphonaten, Teriparatid und Denosumab.
Ziel der systematischen Auswertung ist der direkte und indirekte Vergleich dieser Wirkstoffe untereinander, wobei der Fokus auf Endpunkten wie Mortalität, Frakturraten und unerwünschten Ereignissen liegt.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert basierend auf der verfügbaren Evidenz folgende Kernaussagen zu den untersuchten Wirkstoffvergleichen:
Denosumab im Vergleich zu Bisphosphonaten
Laut Auswertung können belastbare Aussagen zu Denosumab nur im direkten Vergleich zum Wirkstoff Zoledronat getroffen werden.
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Es zeigt sich kein Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Nutzen bezüglich Frakturen (Hüfte, Radius, Wirbelkörper).
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Bei der Gesamtmortalität und unerwünschten Ereignissen gibt es ebenfalls keine signifikanten Unterschiede.
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Für Endpunkte wie Schmerzen, Lebensqualität oder Kieferosteonekrosen liegen keine verwertbaren Daten vor.
Teriparatid im Vergleich zu Risedronat
Für diesen direkten Vergleich liegen vollständige Studiendaten vor. Der Bericht identifiziert hierbei spezifische Vor- und Nachteile.
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Es gibt einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen von Teriparatid bei symptomatischen Wirbelkörperfrakturen.
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Gleichzeitig zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch Teriparatid bei unerwünschten Ereignissen des Gastrointestinaltrakts.
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Bei anderen Frakturarten und der Mortalität ergeben sich keine Unterschiede.
Bisphosphonate untereinander
Der Vergleich der Bisphosphonate beschränkt sich aufgrund der Datenlage auf die Wirkstoffe Alendronat und Ibandronat.
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Es ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Nutzen von Alendronat gegenüber Ibandronat.
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Dies gilt sowohl für Frakturereignisse als auch für unerwünschte Ereignisse und Studienabbrüche.
Übersicht der Wirkstoffvergleiche
| Vergleich | Frakturrisiko (Wirbelkörper) | Gastrointestinale Nebenwirkungen | Gesamtmortalität |
|---|---|---|---|
| Denosumab vs. Zoledronat | Kein Unterschied belegt | Kein Unterschied belegt | Kein Unterschied belegt |
| Teriparatid vs. Risedronat | Vorteil Teriparatid | Nachteil Teriparatid | Kein Unterschied belegt |
| Alendronat vs. Ibandronat | Kein Unterschied belegt | Kein Unterschied belegt | Kein Unterschied belegt |
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist ausdrücklich auf eine unvollständige Datenübermittlung für den Wirkstoff Risedronat hin, weshalb ein Publikationsbias sehr wahrscheinlich ist. Es wird daher für Risedronat generell kein Beleg für einen Nutzen oder Schaden abgeleitet. Zudem wird bei der Verordnung von Teriparatid auf ein potenziell erhöhtes Risiko für gastrointestinale Nebenwirkungen im Vergleich zu Risedronat hingewiesen.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht gibt es einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen von Teriparatid im Vergleich zu Risedronat hinsichtlich symptomatischer Wirbelkörperfrakturen. Bei anderen Frakturarten konnte kein Zusatznutzen belegt werden.
Die Auswertung zeigt keinen Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Nutzen von Denosumab gegenüber Zoledronat. Weder bei den Frakturraten noch bei den Nebenwirkungen ergaben sich signifikante Unterschiede.
Der Bericht stellt fest, dass für Risedronat eine unvollständige Datenübermittlung des Herstellers vorlag. Aufgrund eines wahrscheinlichen Publikationsbias konnte für diesen Wirkstoff meist kein Beleg für einen Nutzen oder Schaden abgeleitet werden.
Die allgemeine Datenverfügbarkeit zu seltenen Nebenwirkungen wie Kieferosteonekrosen oder atypischen Femurfrakturen wird in der Untersuchung als unzureichend eingestuft. Es konnten hierzu keine vergleichenden Aussagen getroffen werden.
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Quelle: IQWiG A19-10: Nutzenbewertung von Bisphosphonaten, Teriparatid und Denosumab zur Behandlung der postmenopausalen Osteoporose (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.