DMP Osteoporose: IQWiG-Bericht
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht fasst evidenzbasierte Leitlinienempfehlungen zusammen, um die Grundlage für ein Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose zu bilden. Ziel ist es, die Versorgung zu optimieren, diagnostische und therapeutische Abläufe zu verzahnen und das Frakturrisiko der Patienten zu senken.
Osteoporose wird als systemische Skeletterkrankung definiert, die durch eine niedrige Knochenmasse und eine mikroarchitektonische Verschlechterung gekennzeichnet ist. Dies führt zu einer erhöhten Knochenfragilität und einer deutlichen Neigung zu Frakturen.
Zu den Risikofaktoren für eine primäre Osteoporose zählen unter anderem ein fortgeschrittenes Alter, weibliches Geschlecht, eine frühe Menopause sowie mangelnde körperliche Aktivität. Sekundäre Osteoporosen können durch chronische Erkrankungen oder Medikamente, wie beispielsweise eine Langzeittherapie mit Glukokortikoiden, ausgelöst werden.
Empfehlungen
Diagnostik
Laut Bericht wird eine ausführliche Anamnese von Risikofaktoren, Stürzen in den letzten 12 Monaten sowie die Erfassung von Wirbelkörperfrakturen und der Körpergröße empfohlen.
Als Standardverfahren zur Messung der Knochendichte wird die DXA-Messung empfohlen. Diese sollte insbesondere bei Patienten über 50 Jahren mit einer Fragilitätsfraktur erfolgen.
Zur Abschätzung des absoluten Frakturrisikos wird empfohlen, nachgewiesene Risikofaktoren wie Alter, Knochendichte und die Einnahme von Glukokortikoiden einzubeziehen. Zudem wird grundsätzlich die Durchführung eines Basislabors zum Ausschluss sekundärer Ursachen angeraten.
Nichtmedikamentöse Therapie
Es wird empfohlen, Patienten über Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum und Körpergewicht aufzuklären. Eine spezielle Diät wird nicht empfohlen, jedoch wird zu einer ausgewogenen Ernährung geraten.
Die Leitlinien empfehlen eine adäquate Zufuhr von Kalzium und Vitamin D. Eine ergänzende Vitamin-D-Gabe wird insbesondere bei Risikogruppen wie Personen unter Glukokortikoidtherapie oder bei geringer Sonnenlichtexposition empfohlen.
Regelmäßige körperliche Aktivität mit einem Training zur Verbesserung der Koordination wird angeraten. Bei Patienten mit schmerzhaften Wirbelkörperfrakturen wird eine Physio- oder Ergotherapie empfohlen.
Medikamentöse Therapie
Vor der Einleitung einer spezifischen medikamentösen Therapie wird die Abschätzung des absoluten Frakturrisikos empfohlen. Eine Therapieindikation besteht oft bereits bei Vorliegen niedrig traumatischer Frakturen der Wirbelkörper oder der Hüfte.
Die Leitlinien empfehlen folgende Stufentherapie für die spezifische medikamentöse Behandlung:
| Therapielinie / Klinische Situation | Empfohlene Wirkstoffe |
|---|---|
| Erstlinientherapie | Alendronat, Risedronat, Zoledronat, Denosumab (bei postmenopausalen Frauen) |
| Zweitlinientherapie | Ibandronat |
| Sehr hohes Frakturrisiko oder Therapieversagen | Teriparatid |
| Eingeschränkte Alternative bei Kontraindikationen | Strontiumranelat |
Es wird empfohlen, bei der individuellen Auswahl der Medikamente Nutzen, Risiken sowie aktuelle Fachinformationen zu berücksichtigen. Zudem wird zu Adhärenz steigernden Interventionen geraten.
Kontraindikationen
Es werden folgende Maßnahmen und Therapien laut Bericht explizit nicht empfohlen:
-
Eine Kombinationstherapie von spezifischen Osteoporose-Medikamenten.
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Der Einsatz von Etidronat als Erstlinientherapie.
-
Die Supplementierung mit Vitamin K2 im Rahmen der Osteoporosetherapie.
-
Die Erhebung biochemischer Marker zur alleinigen Beurteilung des Frakturrisikos.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass die Diagnose einer Osteoporose nicht allein auf Basis eines DXA-T-Scores gestellt werden sollte. Es wird empfohlen, die operationale Diagnose immer im klinischen Kontext und erst nach dem Ausschluss anderer Erkrankungen, die den Knochenmineralgehalt vermindern, zu stellen. Zudem wird betont, dass bei Vorliegen einer niedrig traumatischen Wirbelkörper- oder Hüftfraktur unabhängig vom Knochendichtemesswert von einem hohen Frakturrisiko auszugehen ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Bericht wird die DXA-Messung als Standardverfahren zur Bestimmung der Knochendichte empfohlen. Sie sollte insbesondere bei Patienten über 50 Jahren durchgeführt werden, wenn bereits eine Fragilitätsfraktur vorliegt.
Die Leitlinien empfehlen primär Bisphosphonate wie Alendronat, Risedronat oder Zoledronat. Bei postmenopausalen Frauen wird alternativ auch Denosumab als Erstlinientherapie empfohlen.
Es wird eine adäquate Zufuhr von Kalzium und Vitamin D empfohlen. Eine ergänzende medikamentöse Vitamin-D-Gabe wird besonders bei erhöhtem Sturzrisiko, geringer Sonnenlichtexposition oder unter einer Glukokortikoidtherapie angeraten.
Der Einsatz von Teriparatid wird bei Patienten mit einem sehr hohen Frakturrisiko empfohlen. Ebenso wird es bei einem Therapieversagen unter einer vorherigen Behandlung mit Bisphosphonaten angeraten.
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Quelle: IQWiG V14-03: Systematische Leitlinienrecherche und -bewertung sowie Extraktion relevanter Empfehlungen für ein DMP Osteoporose (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.