IQWiG2018

DMP Osteoporose: IQWiG Leitliniensynopse

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG Rapid Report V17-02 fasst evidenzbasierte Leitlinien zusammen, um geeignete Kernaussagen für ein Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose zu identifizieren. Insgesamt wurden 23 Leitlinien in die Synopse eingeschlossen.

Osteoporose wird als systemische Skeletterkrankung definiert, die durch eine niedrige Knochenmasse und eine mikroarchitektonische Verschlechterung des Knochengewebes charakterisiert ist. Dies führt zu einem Anstieg der Knochenfragilität und einer erhöhten Neigung zu Frakturen.

Die klinische Bedeutung der Erkrankung liegt vor allem im Auftreten von Knochenbrüchen und deren Folgen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen ein fortgeschrittenes Lebensalter, weibliches Geschlecht, eine frühe Menopause sowie eine Langzeiteinnahme von Glukokortikoiden.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernaussagen zur Diagnostik und Klassifikation:

Definition und Klassifikation

Die Leitlinie definiert die Stadien der Osteoporose anhand des T-Scores der Knochendichtemessung.

StadiumT-Score (Standardabweichung)Zusätzliche Kriterien
Osteopenie-1 bis -2,5Keine
Manifeste Osteoporose≤ -2,5Keine
Ausgeprägte Osteoporose≤ -2,5Mindestens 1 Fragilitätsfraktur

Klinische Diagnostik

Laut Leitlinie sollte die Diagnosestellung auf der medizinischen Vorgeschichte, einer klinischen Untersuchung und der Bestimmung der Knochendichte mittels DXA basieren.

Es wird empfohlen, die Diagnostik nach Möglichkeit um Laborwerte und Röntgenaufnahmen der Brust- und Lendenwirbelsäule zu ergänzen.

Bei der klinischen Befunderhebung wird empfohlen, auf folgende Aspekte zu achten:

  • Etwaige Minderung der Körpergröße

  • Vorliegende Wirbelsäulenverkrümmungen

  • Beweglichkeit und Gebrechlichkeit

  • Mögliche Ursachen für eine sekundäre Osteoporose

Basislabor

Zur Abklärung sekundärer Ursachen wird ein Basislabor empfohlen.

Folgende Parameter sollten laut Leitlinie in jedem Fall bestimmt werden:

  • Kalzium, Phosphat und alkalische Phosphatase

  • Gamma-GT und Kreatinin-Clearance

  • BSG, CRP und Blutbild

  • TSH und Parathormon (PTH)

Von genetischen Untersuchungen als Routineanwendung wird abgeraten. Auf eine routinemäßige Bestimmung von Knochenumbauparametern (BTM) sollte verzichtet werden, sofern nicht die Wirksamkeit einer antiresorptiven Therapie beurteilt wird.

Frakturrisiko

Es wird eine Abschätzung des Frakturrisikos bei Personen mit familiärer Vorbelastung oder anderen Risikofaktoren wie einer Glukokortikoideinnahme empfohlen.

Eine Routineuntersuchung des Frakturrisikos für Personen unter 50 Jahren wird nicht empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine langfristige Glukokortikoidtherapie ein bedeutender Risikofaktor für eine Osteoporose ist. Es wird betont, dass Risikofaktoren allein ohne vorliegende Knochendichtemessung nicht als Grundlage für die Einleitung einer medikamentösen Therapie dienen sollten.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie liegt eine manifeste Osteoporose bei einem T-Score von ≤ -2,5 Standardabweichungen vor. Wenn zusätzlich mindestens eine Fragilitätsfraktur besteht, wird dies als ausgeprägte Osteoporose bezeichnet.

Es wird empfohlen, standardmäßig Kalzium, Phosphat, alkalische Phosphatase, Gamma-GT, Kreatinin-Clearance, BSG, CRP, Blutbild, TSH und PTH zu bestimmen. Genetische Untersuchungen werden für die Routine nicht empfohlen.

Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen Bestimmung von Knochenmarkern ab. Sie sollten nur herangezogen werden, um die Knochenresorption und die Wirksamkeit einer antiresorptiven Therapie zu beurteilen.

Eine routinemäßige Untersuchung des Frakturrisikos wird für Personen unter 50 Jahren nicht empfohlen. Bei vorliegenden Risikofaktoren oder familiärer Vorbelastung sollte jedoch eine individuelle Abschätzung erfolgen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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