Myomentfernung bei Kinderwunsch: IQWiG-Evidenzbericht
Hintergrund
Der vorliegende IQWiG-Evidenzbericht dient als Grundlage für die interdisziplinäre S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von benignen Erkrankungen der Gebärmutter. Er untersucht die Effekte einer operativen Entfernung von Myomen im Vergleich zu keiner Therapie.
Die Zielgruppe umfasst Frauen mit Kinderwunsch und mindestens einem nachweisbaren Myom. Als Interventionen wurden die hysteroskopische, laparoskopische oder offene Myomentfernung vor einer Schwangerschaft definiert.
Zur Beantwortung der Fragestellung wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) sowie nicht randomisierte vergleichende Studien herangezogen. Eine wesentliche Voraussetzung für den Einschluss von Beobachtungsstudien war die Adjustierung für wesentliche Einflussfaktoren wie Anzahl, Größe und Lage der Myome.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert zentrale Erkenntnisse zur Studienlage und den untersuchten Endpunkten:
Untersuchte klinische Endpunkte
Laut Evidenzbericht wurden folgende primäre Endpunkte für die Bewertung herangezogen:
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Schwangerschaftsrate und Anzahl lebend geborener Kinder
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Anzahl von Frühgeburten und Totgeburten
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Rate der Fehlgeburten und Plazentationsstörungen
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Auftreten einer Uterusruptur
Studienlage und Datenbasis
Die systematische Recherche identifizierte insgesamt 21 potenziell relevante Studien. Davon lieferten jedoch nur vier Studien verwertbare Daten für die Evidenzdarstellung.
Es wird betont, dass viele nicht randomisierte Studien ausgeschlossen werden mussten. Der Hauptgrund war eine fehlende Adjustierung für wesentliche Einflussfaktoren wie myombedingte Beschwerden oder primäre beziehungsweise sekundäre Infertilität.
Charakteristika der eingeschlossenen Studien
Die finale Evidenzbewertung stützt sich auf eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) sowie drei retrospektive vergleichende Kohortenstudien (RVKS). Der Bericht fasst die Studien wie folgt zusammen:
| Erstautor (Jahr) | Studiendesign | Intervention | Vergleichsgruppe |
|---|---|---|---|
| Casini (2006) | RCT | Laparotomische/hysteroskopische Entfernung | Keine Operation |
| Lee (2020) | RVKS | Operative Entfernung | Keine Operation |
| Don (2022) | RVKS | Operative Entfernung | Keine Operation |
| Rault (2020) | RVKS | Operative Entfernung | Keine Operation |
Empfohlene Wartezeiten bis zur Schwangerschaft
In den eingeschlossenen Studien wurden unterschiedliche Genesungszeiten nach der Operation dokumentiert. Die Wartezeiten bis zur Wiederaufnahme von Schwangerschaftsversuchen variierten:
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In der RCT wurde eine Wartezeit von 3 Monaten nach der Operation empfohlen.
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Eine der Kohortenstudien dokumentierte eine empfohlene Genesungszeit von bis zu 6 Monaten.
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Die übrigen Studien machten hierzu keine spezifischen Angaben.
💡Praxis-Tipp
Bei der Interpretation von Beobachtungsstudien zur Myomentfernung wird darauf hingewiesen, dass ein direkter Vergleich ohne Adjustierung oft verzerrt ist. Der Evidenzbericht schließt Studien aus, die wesentliche Einflussfaktoren wie die Anzahl, Größe und Lage der Myome sowie die Art der Infertilität nicht berücksichtigen. Es wird verdeutlicht, dass diese Parameter für eine fundierte Therapieentscheidung bei Kinderwunsch essenziell sind.
Häufig gestellte Fragen
Der Bericht fokussiert sich auf Frauen mit Kinderwunsch, die mindestens ein nachweisbares Myom aufweisen. Es wurden Patientinnen untersucht, bei denen eine operative Entfernung vor einer geplanten Schwangerschaft in Erwägung gezogen wird.
Laut Evidenzbericht wurden die hysteroskopische, die laparoskopische sowie die offene Entfernung von Myomen als Interventionen eingeschlossen. Diese wurden mit dem Verzicht auf eine Therapie verglichen.
Zahlreiche nicht randomisierte Studien wurden ausgeschlossen, da sie keine adjustierten Ergebnisse lieferten. Der Bericht fordert zwingend eine Berücksichtigung von Einflussfaktoren wie Myomgröße, Myomlage und bestehender Infertilität.
Die im Bericht eingeschlossenen Studien dokumentieren unterschiedliche Empfehlungen zur Genesungszeit. Die berichteten Wartezeiten bis zu erneuten Schwangerschaftsversuchen lagen zwischen 3 und 6 Monaten nach dem operativen Eingriff.
Die systematische Recherche ergab, dass zu den Endpunkten Anzahl der Totgeburten und Plazentationsstörungen keine verwertbaren Daten in den eingeschlossenen Studien vorlagen. Für andere Endpunkte wie Schwangerschaftsrate und Frühgeburten konnten hingegen Daten extrahiert werden.
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Quelle: IQWiG V21-08: Evidenzrecherche zur S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie von benignen Erkrankungen der Gebärmutter (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.