Homöopathie bei der Geburt: IQWiG Rapid Report
Hintergrund
Schmerzen während der Eröffnungsperiode (EP) und Austreibungsperiode (AP) der Geburt sind für viele Gebärende eine große Herausforderung. Neben etablierten analgetischen Verfahren besteht oft der Wunsch nach komplementärmedizinischen Maßnahmen zur Schmerzerleichterung.
Dieser Artikel basiert auf der Kurzfassung des Rapid Reports V16-01C des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2017. Der Bericht diente als vorbereitende Literaturrecherche für die S3-Leitlinie „Vaginale Geburt am Termin“.
Ziel des IQWiG-Berichts war es, die aktuelle Studienlage zur Wirksamkeit von homöopathischen Interventionen während der Geburt systematisch zu erfassen. Dabei wurden homöopathische Verfahren mit nicht-homöopathischen Interventionen, Placebo oder Sham-Interventionen verglichen.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert keine direkten klinischen Empfehlungen, sondern fasst die verfügbare Evidenz systematisch zusammen. Die Recherche fokussierte sich auf die Schmerzerleichterung durch Homöopathie während der Eröffnungs- und Austreibungsperiode.
Untersuchte Endpunkte
Um die Wirksamkeit der homöopathischen Interventionen zu bewerten, definierte das IQWiG in Konsens mit der Leitliniengruppe spezifische Zielkriterien. Diese wurden in maternale und fetale Endpunkte unterteilt:
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Maternale Endpunkte: Mortalität, Geburtsmodus, höhergradige Dammrisse, hoher Blutverlust, Aufnahme einer Stillbeziehung, Plazentaretention, Geburtserleben, subjektive Gesundheitseinschätzung, Episiotomie, Infektionen sowie der Einsatz von Wehenmitteln, Amniotomie oder Kristellerhilfe.
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Fetale Endpunkte: Mortalität, Apgar-Score, Azidose, Basendefizit, Asphyxie, Verlegung auf die Neugeborenen-Intensivstation, Ikterus und Anämie.
Eingeschlossene Studientypen
Für die systematische Auswertung wurden laut Bericht folgende Studienformate berücksichtigt:
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Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs)
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Prospektive nicht randomisierte Interventionsstudien mit zeitlich parallelen Kontrollgruppen
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Systematische Übersichten auf Basis vergleichender Studien
Ergebnisse der Literaturrecherche
Die systematische Suche in medizinischen Datenbanken und Registern ergab eine sehr begrenzte Studienlage. Der Bericht identifizierte insgesamt nur wenige relevante Arbeiten zur Fragestellung:
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3 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs)
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1 prospektive nicht randomisierte Interventionsstudie
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5 systematische Übersichten zu komplementärmedizinischen Maßnahmen
Das zentrale Fazit des IQWiG lautet, dass insgesamt nur wenige Studien zu homöopathischen Maßnahmen für die Schmerzerleichterung unter der Geburt vorliegen.
💡Praxis-Tipp
Bei der Aufklärung von Schwangeren über Möglichkeiten der Schmerzerleichterung unter der Geburt sollte die sehr begrenzte Studienlage zur Homöopathie kommuniziert werden. Laut IQWiG-Bericht existieren nur wenige methodisch hochwertige Studien, die eine Wirksamkeit von homöopathischen Maßnahmen in der Eröffnungs- und Austreibungsperiode systematisch untersuchen.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Studienlage sehr dünn ist. Es wurden im Rahmen der systematischen Recherche lediglich drei randomisierte kontrollierte Studien und eine prospektive Beobachtungsstudie identifiziert.
Es wurden sowohl maternale als auch fetale Endpunkte betrachtet. Dazu zählten unter anderem das Geburtserleben, der Geburtsmodus, der Apgar-Score sowie die Notwendigkeit von Wehenmitteln oder einer Verlegung des Neugeborenen.
Die Literaturrecherche des IQWiG fokussierte sich auf Interventionen während der Eröffnungsperiode (EP) und der Austreibungsperiode (AP). Ziel der untersuchten Maßnahmen war primär die Schmerzerleichterung in diesen Phasen.
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Quelle: IQWiG V16-01C: Unterstützung bei der Erstellung einer S3-LL zur natürlichen Geburt - Recherche Homöopathie (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.