IQWiG2019

Natürliche Geburt am Termin: IQWiG-Evidenzbericht

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) dient als Evidenzgrundlage für die S3-Leitlinie "Die vaginale Geburt am Termin". Er fasst systematische Recherchen zu vorab definierten Fragestellungen der Geburtshilfe zusammen.

Ziel war es, die Auswirkungen verschiedener intrapartaler Interventionen und Betreuungskonzepte auf kritische maternale und neonatale Endpunkte zu bewerten. Dazu gehören unter anderem der Geburtsmodus, die neonatale Mortalität sowie das Auftreten höhergradiger Dammrisse.

Die Evidenzqualität der eingeschlossenen Studien wurde nach der GRADE-Methodik überwiegend als niedrig bis sehr niedrig eingestuft. Dies schränkt die Aussagekraft vieler untersuchter Maßnahmen ein.

Empfehlungen

Der Bericht fasst die Evidenz zu den untersuchten geburtshilflichen Fragestellungen wie folgt zusammen:

Geburtsphasen und Umgebungsgestaltung

Laut Bericht ist eine einheitliche Definition der Geburtsphasen aufgrund stark variierender Literaturangaben nicht möglich. Eine modifizierte Umgebungsgestaltung im Kreißsaal führt der Evidenz zufolge zu einem geringeren Einsatz von Wehenmitteln. Die Auswirkungen auf den Geburtsmodus oder das Geburtserleben bleiben jedoch unklar.

Personelle Betreuung

Der Bericht zeigt deutliche Assoziationen bei der personellen Ausstattung:

  • Eine Eins-zu-Eins-Betreuung durch Hebammen ist mit mehr vaginalen Geburten und weniger Kaiserschnitten assoziiert.

  • Bei dieser Betreuungsform treten seltener höhergradige Dammrisse auf.

  • Zudem werden weniger Wehenmittel eingesetzt und seltener Amniotomien durchgeführt.

Intrapartale Ultraschalldiagnostik

Die Auswirkungen des Ultraschalls unter der Geburt hängen laut Bericht stark von der Indikation ab:

  • Ein Ultraschall zur Beurteilung von Höhenstand und Rückenlage vor einer manuellen Rotation ist mit einem Anstieg von Spontangeburten assoziiert.

  • Ein Ultraschall zur reinen Bestimmung des Höhenstands des fetalen Kopfes geht mit einer erhöhten Kaiserschnittrate und weniger Spontangeburten einher.

  • Bei Verdacht auf Wachstumsretardierung bleibt der Einfluss von Managementanpassungen aufgrund von Ultraschallbefunden unklar.

Mobilisation und Klinikstrukturen

Eine gezielte Mobilisation ab der frühen Austreibungsperiode kann bei Erstgebärenden mit Periduralanästhesie zu einer Abnahme von Spontangeburten führen.

Hinsichtlich systemimmanenter Faktoren zeigt der Bericht, dass in Kliniken mit höheren Geburtenzahlen mehr vaginale Geburten und weniger ungeplante Kaiserschnitte stattfinden. Allerdings wird dort bei Neugeborenen auch häufiger eine schwere metabolische Azidose diagnostiziert.

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass der Einsatz von intrapartalem Ultraschall je nach Indikation gegensätzliche Effekte haben kann. Während die Diagnostik vor einer manuellen Rotation die Rate an Spontangeburten erhöhen kann, ist die reine Bestimmung des Höhenstands mittels Ultraschall mit einer erhöhten Kaiserschnittrate assoziiert. Es wird deutlich, dass technische Interventionen im Kreißsaal das geburtshilfliche Management und den Geburtsmodus maßgeblich beeinflussen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist eine Eins-zu-Eins-Betreuung mit einer höheren Rate an vaginalen Geburten und weniger Kaiserschnitten assoziiert. Zudem sinkt das Risiko für höhergradige Dammrisse und der Bedarf an Wehenmitteln.

Die Evidenz zeigt unterschiedliche Effekte je nach Einsatzgebiet. Ein Ultraschall vor einer manuellen Rotation kann Spontangeburten fördern, während die Ultraschall-Höhenstandsbestimmung mit mehr Kaiserschnitten einhergeht.

Der Bericht stellt fest, dass zur Wirksamkeit von Homöopathie zur Schmerzerleichterung in der Eröffnungs- und Austreibungsphase kaum wissenschaftliche Evidenz vorliegt. Es konnten nur sehr wenige aussagekräftige Studien identifiziert werden.

In Kliniken mit hohen Geburtenzahlen gibt es laut Beobachtungsstudien mehr vaginale Geburten und weniger ungeplante Kaiserschnitte. Allerdings wird dort auch häufiger eine schwere metabolische Azidose bei Neugeborenen diagnostiziert.

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Quelle: IQWiG V16-01: Unterstützung bei der Erstellung einer S3-LL zur natürlichen Geburt (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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