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Vaginale Geburt am Termin: S3-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Leitlinie umfasst Einlingsschwangerschaften in Schädellage zwischen 37+0 und 41+6 SSW.
  • Ab der aktiven Eröffnungsphase wird eine 1-zu-1-Betreuung durch eine Hebamme empfohlen.
  • In der aktiven Austrittsphase dürfen Gebärende nicht vom Fachpersonal alleingelassen werden.
  • Die Aufklärung zur Wahl des Geburtsortes muss objektiv und wertfrei erfolgen.
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Hintergrund

Die S3-Leitlinie zur vaginalen Geburt am Termin richtet sich an Schwangere und Gebärende mit einer Einlingsschwangerschaft in Schädellage zwischen 37+0 und 41+6 Schwangerschaftswochen (SSW). Ziel ist es, die physiologische Geburt zu fördern, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken und eine frauzentrierte Betreuung zu gewährleisten.

Geburtsphasen

Die Leitlinie definiert die Phasen der Geburt klar, um pathologische Entwicklungen besser abgrenzen zu können:

PhaseDefinition
GeburtsbeginnBeginn regelmäßiger, schmerzhafter und progressiver Wehentätigkeit
Latenzphase (frühe Eröffnungsphase)Geburtsbeginn bis zu einer Muttermundöffnung von 4–6 cm
Aktive EröffnungsphaseMuttermundöffnung von 4–6 cm bis zur vollständigen Muttermundöffnung
Passive AustrittsphaseVollständige Muttermundöffnung, (noch) kein Pressdrang
Aktive AustrittsphaseKind sichtbar und/oder reflektorischer Pressdrang bei vollständigem Muttermund bzw. aktives Pressen
NachgeburtsphaseEntwicklung des Neugeborenen bis zum vollständigen Vorliegen von Plazenta und Eihäuten

Aufklärung und Beratung

Eine informierte und selbstbestimmte Entscheidungsfindung (Shared Decision Making) ist essenziell. Frauen haben das Recht, umfassend über Maßnahmen, Risiken und Alternativen aufgeklärt zu werden.

  • Empfehlungsgrad A: Frauen sollen über die Möglichkeit unterschiedlicher Geburtsorte (Klinik, Geburtshaus, Hausgeburt) informiert sein.
  • Empfehlungsgrad A: Die Aufklärung über geburtshilfliche Settings (z. B. Zugang zu Schmerzmitteln, ärztlicher Betreuung) muss erfolgen.
  • Empfehlungsgrad A: Die Beratung zur Wahl des Geburtsortes soll objektiv und ohne persönliche Wertung der beratenden Person stattfinden.
  • Empfehlungsgrad A: Kommunikation und Information müssen für medizinische Laien verständlich sein, auch unter Berücksichtigung von Sprachbarrieren oder Behinderungen.

Betreuung unter der Geburt

Die kontinuierliche Unterstützung durch geburtshilfliches Fachpersonal hat einen positiven Einfluss auf den Geburtsverlauf und die Zufriedenheit der Frau.

  • Empfehlungsgrad B: Frauen sollten ab der aktiven Eröffnungsphase eine Eins-zu-eins-Betreuung durch eine Hebamme erhalten. Dies ist assoziiert mit mehr vaginalen Geburten, weniger Kaiserschnitten und weniger höhergradigen Dammrissen.
  • Expert*innenkonsens: Frauen sollen in der aktiven Austrittsphase nicht vom geburtshilflichen Personal alleingelassen werden.
  • Empfehlungsgrad B: Frauen sollte es ermöglicht werden, von einer Begleitperson ihrer Wahl während der Geburt unterstützt zu werden.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie das Modell der partizipativen Entscheidungsfindung (Shared Decision Making), um Frauen objektiv und verständlich über Geburtsorte und Interventionen aufzuklären, ohne persönliche Wertungen einfließen zu lassen.

Häufig gestellte Fragen

Die aktive Eröffnungsphase beginnt bei einer Muttermundöffnung von etwa 4 bis 6 cm und endet mit der vollständigen Muttermundöffnung.
Sie führt zu mehr Spontangeburten, weniger Kaiserschnitten, weniger höhergradigen Dammrissen und einem geringeren Einsatz von Wehenmitteln.
Nein, laut Expert*innenkonsens sollen Frauen in der aktiven Austrittsphase nicht vom geburtshilflichen Personal alleingelassen werden.
Für unkomplizierte Einlingsschwangerschaften in Schädellage am Termin (37+0 bis 41+6 SSW).

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