IQWiG2010

Gestationsdiabetes Screening: IQWiG-Bericht

Diese Leitlinie stammt aus 2010 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2010)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Gestationsdiabetes (GDM) bezeichnet eine erstmalig während der Schwangerschaft auftretende oder diagnostizierte Einschränkung der Glukosetoleranz. Die Ausprägung dieser Stoffwechselstörung reicht von einer leichten Einschränkung bis hin zum manifesten Diabetes mellitus.

Der vorliegende IQWiG-Bericht GA09-02 stellt eine Aktualisierung des vorherigen Abschlussberichts S07-01 dar. Anlass für das Update war die Publikation einer neuen, großen randomisierten kontrollierten Studie (Landon 2009), welche die bestehenden Unsicherheiten der vorherigen Bewertung verringern konnte.

Ziel der Untersuchung war es, die Evidenz bezüglich des Nutzens eines allgemeinen Screenings auf Gestationsdiabetes neu zu bewerten. Zudem wurde die Effektivität einer GDM-spezifischen Therapie im Vergleich zu einer Routinebetreuung hinsichtlich mütterlicher und kindlicher Endpunkte analysiert.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht GA09-02 fasst die Evidenz zu Screening und Therapie des Gestationsdiabetes wie folgt zusammen:

Screening auf Gestationsdiabetes

Laut Bericht liegen weiterhin keine Studien vor, die ein Screening direkt mit einem Verzicht auf ein Screening vergleichen. Daher gibt es keinen direkten Beleg für einen Nutzen oder Schaden durch das Screening selbst.

Es wird jedoch indirekt ein Hinweis auf einen Nutzen des Screenings abgeleitet. Dies basiert auf der Annahme, dass das Screening genau die Population identifiziert, die von einer anschließenden Therapie profitiert.

Nutzen der GDM-spezifischen Therapie

Die Auswertung der Therapiestudien (Studienpool A) zeigt Vorteile einer spezifischen Behandlung im Vergleich zur Routinebetreuung. Der Bericht bewertet die Endpunkte wie folgt:

EndpunktEffekt der GDM-Therapie (vs. Routine)Evidenzgrad laut IQWiG
SchulterdystokieReduktionBeleg für einen Nutzen
PräeklampsieReduktionHinweis auf einen Nutzen
Ernste perinatale KomplikationenReduktionHinweis auf einen Nutzen
Makrosomie / Large-for-Gestational-AgeGeringerer AnteilSignifikanter Nutzen (Meta-Analyse)
Small-for-Gestational-Age (SGA)Kein UnterschiedNicht signifikant (Meta-Analyse)

Mögliche Schäden und Risiken

Potenzielle Schäden durch eine GDM-spezifische Therapie wurden in den eingeschlossenen Studien nicht explizit untersucht. Die Meta-Analyse zeigte jedoch keinen signifikanten Unterschied bei der Rate an zu kleinen Kindern (Small-for-Gestational-Age).

Bezüglich des Screenings wurden Aspekte wie der Aufwand für den oralen Glukosetoleranztest (oGTT) oder nachteilige psychologische Effekte betrachtet. Die potenziellen Risiken für Frauen mit einem negativen oGTT werden als nicht schwerwiegend eingestuft.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass der klinische Nutzen einer GDM-spezifischen Therapie insbesondere in der signifikanten Vermeidung von Schulterdystokien und Präeklampsien liegt. Es wird darauf hingewiesen, dass sich aus diesem therapeutischen Nutzen indirekt auch die Sinnhaftigkeit eines vorgeschalteten Screenings ableiten lässt. Direkte Schäden durch die Therapie oder das Screening werden als gering eingeschätzt.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht gibt es keine Studien, die ein Screening direkt mit keinem Screening vergleichen. Ein Nutzen wird jedoch indirekt aus der nachgewiesenen Wirksamkeit der anschließenden Therapie abgeleitet.

Der Bericht stellt einen Beleg für die Reduktion von Schulterdystokien fest. Zudem gibt es einen Hinweis auf eine Reduktion von Präeklampsien und ernsten perinatalen Komplikationen.

Die Auswertung der Studien zeigte keinen statistisch signifikanten Unterschied bei der Rate von Small-for-Gestational-Age-Kindern (SGA). Potenzielle Schäden der Therapie wurden in den Studien ansonsten nicht explizit berichtet.

Als mögliche negative Aspekte nennt der Bericht den Aufwand, unerwünschte Ereignisse des Tests sowie psychologische Effekte. Diese Risiken werden für Frauen mit negativem Testergebnis jedoch als nicht schwerwiegend bewertet.

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Quelle: IQWiG GA09-02: Aktualisierungsrecherche zum Bericht S07-01 - Screening auf Gestationsdiabetes (IQWiG, 2010). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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