IQWiG2012Kardiologie

Antikörperbeschichtete Stents: IQWiG-Bericht

Diese Leitlinie stammt aus 2012 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2012)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit einer Nutzenbewertung. Ziel war die Untersuchung von antikörperbeschichteten Stents (AK-Stents) bei Koronargefäßstenosen.

Die Zielgruppe der Bewertung umfasst Personen mit einem hohen Restenoserisiko. Der Bericht basiert auf einer systematischen Literaturrecherche aus dem Jahr 2012.

Es wurden drei randomisierte kontrollierte Studien eingeschlossen. Diese vergleichen AK-Stents entweder mit medikamentenbeschichteten Stents (DES) oder unbeschichteten Metallstents (BMS).

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der Studienlage folgende zentrale Ergebnisse zur Nutzenbewertung.

Vergleich: AK-Stent vs. DES

Für den Vergleich mit medikamentenbeschichteten Stents (DES) stützt sich die Bewertung primär auf die TRIAS-HR-Studie. Diese weist ein niedriges Verzerrungspotenzial auf.

Der Bericht stellt einen Hinweis auf einen geringeren Nutzen der AK-Stents gegenüber DES fest. Dies betrifft insbesondere folgende Endpunkte:

  • Signifikant höhere Gesamtrate an Myokardinfarkten (4,3 % vs. 1,6 %)

  • Signifikant höhere Rate an erneuten Revaskularisationen (23,9 % vs. 16,2 %)

  • Erhöhtes Risiko für den kombinierten Endpunkt aus kardialer Mortalität oder Myokardinfarkt

Bei der Gesamtmortalität zeigte sich laut Bericht kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Stent-Arten.

Vergleich: AK-Stent vs. BMS

Der Vergleich mit unbeschichteten Metallstents (BMS) basiert auf einer kleinen Studie mit hohem Verzerrungspotenzial. Die Relevanz dieses Vergleichs für den deutschen Versorgungsalltag wird vom IQWiG als fraglich eingestuft.

Es ergab sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen der AK-Stents bezüglich des Endpunkts Angina pectoris. Bei Mortalität und Myokardinfarkt ließ sich kein Zusatznutzen ableiten.

Begleitmedikation in den Studien

Die duale Thrombozytenaggregationshemmung unterschied sich in den Studienarmen. Die folgende Tabelle fasst die in den Studien eingesetzten Schemata zusammen:

Stent-TypVergleichsstudieClopidogrel-DauerAspirin-Dauertherapie
AK-Stentvs. DES (TRIAS)mind. 1 Monat (75 mg)75-100 mg/Tag
DESvs. AK-Stent (TRIAS)mind. 6 Monate (75 mg)75-100 mg/Tag
AK-Stentvs. BMS (Boshra)1 Monat (75 mg)150 mg/Tag
BMSvs. AK-Stent (Boshra)mind. 3 Monate (75 mg)150 mg/Tag
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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass antikörperbeschichtete Stents im direkten Vergleich zu medikamentenbeschichteten Stents (DES) mit einer höheren Rate an Myokardinfarkten und erneuten Revaskularisationen assoziiert sind. Es wird hervorgehoben, dass sich aus der Datenlage kein Vorteil für AK-Stents gegenüber DES bei Personen mit hohem Restenoserisiko ableiten lässt.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht zeigen AK-Stents keinen Vorteil gegenüber medikamentenbeschichteten Stents (DES). Es gibt vielmehr Hinweise auf einen geringeren Nutzen, da in den Studien vermehrt Myokardinfarkte und Revaskularisationen auftraten.

In den zugrundeliegenden Studien wurde Clopidogrel nach einer AK-Stent-Implantation für mindestens einen Monat verabreicht. Die genaue Dauer der dualen Plättchenhemmung im klinischen Alltag richtet sich jedoch nach den jeweils aktuellen kardiologischen Leitlinien.

Der Bericht stellt fest, dass es bei der Gesamtmortalität und der rein kardialen Mortalität keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen AK-Stents und DES gibt.

Es gibt einen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen der AK-Stents bezüglich einer selteneren Angina pectoris. Das IQWiG stuft die Relevanz dieses Vergleichs für die deutsche Versorgung jedoch als fraglich ein, da die Datenbasis sehr klein ist.

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Quelle: IQWiG N12-01: Antikörperbeschichtete Stents zur Behandlung von Koronargefäßstenosen bei Patienten mit hohem Restenose-Risiko - Rapid Report (IQWiG, 2012). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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