IQWiG2011Kardiologie

Prasugrel bei akutem Koronarsyndrom: Zusatznutzen

Diese Leitlinie stammt aus 2011 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2011)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Akute Koronarsyndrome (AKS) wie der Nicht-ST-Streckenhebungsmyokardinfarkt (NSTEMI) oder die instabile Angina pectoris erfordern eine rasche antithrombotische Therapie. Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2011 untersucht den Nutzen von Prasugrel.

Die Bewertung fokussiert sich auf die Kombinationstherapie aus Prasugrel und Acetylsalicylsäure (ASS) bei Patienten mit primärer oder verzögerter perkutaner Koronarintervention (PCI). Als Vergleichstherapie diente primär die Kombination aus Clopidogrel und ASS.

Grundlage der Auswertung bilden hauptsächlich die Daten der TRITON-Langzeitstudie sowie der JUMBO-Kurzzeitstudie. Es wird darauf hingewiesen, dass die Übertragbarkeit der Studienergebnisse aufgrund eines verzögerten Behandlungsbeginns in der TRITON-Studie eingeschränkt ist.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht äußert begründete Zweifel an der Übertragbarkeit der TRITON-Studienergebnisse auf den klinischen Alltag. Da die Studienmedikation erst nach Stellung der PCI-Indikation und somit stark verzögert verabreicht wurde, könnte der Nutzen von Clopidogrel unterschätzt und das Blutungsrisiko verzerrt worden sein. Es wird zudem nachdrücklich auf das signifikant erhöhte Risiko für schwerwiegende Blutungen unter Prasugrel hingewiesen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Bericht gibt es keinen statistisch signifikanten Unterschied bei der Gesamtmortalität oder der kardiovaskulären Mortalität. Ein Beleg für einen Zusatznutzen in Bezug auf das Überleben liegt nicht vor.

Die Auswertung zeigt, dass nicht tödliche Myokardinfarkte unter der Therapie mit Prasugrel und ASS signifikant seltener auftreten als unter Clopidogrel. Dies wird als Hinweis auf einen Zusatznutzen gewertet.

Ja, der Bericht stellt einen Hinweis auf einen größeren Schaden durch Prasugrel fest. Es traten signifikant häufiger schwerwiegende Blutungsereignisse auf als unter der Vergleichstherapie.

Es wird beschrieben, dass ein stattgehabter Schlaganfall oder eine TIA in der Anamnese eine Kontraindikation für Prasugrel darstellen. Bei diesen Patienten zeigte sich in der Auswertung zudem kein Vorteil bei der Vermeidung weiterer Schlaganfälle.

Für Patienten über 75 Jahre oder mit einem Körpergewicht unter 60 kg ist laut Zulassung eine reduzierte Erhaltungsdosis von 5 mg täglich vorgesehen. Der Bericht merkt an, dass zu dieser Dosierung keine Studiendaten vorlagen.

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Quelle: IQWiG A09-02: Prasugrel bei akutem Koronarsyndrom (IQWiG, 2011). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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