FFR-Messung bei KHK: IQWiG-Bericht D15-02
Hintergrund
Die koronare Herzkrankheit (KHK) führt zu einer Stenosierung der Herzkranzgefäße und einer Minderperfusion des Myokards. Klinisch äußert sich dies häufig als Angina Pectoris, wobei zwischen chronisch stabilen Formen und dem akuten Koronarsyndrom (AKS) unterschieden wird.
Neben der medikamentösen Therapie ist die Revaskularisation mittels perkutaner koronarer Intervention (PCI) oder Bypasschirurgie (CABG) ein zentraler Behandlungsansatz. Zur Beurteilung der hämodynamischen Relevanz von Stenosen werden häufig nicht invasive Funktionstests eingesetzt.
Die Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (FFR) stellt eine invasive diagnostische Methode dar. Sie wird während einer Koronarangiografie mittels Druckmessdraht durchgeführt, um die Therapieentscheidung bei KHK zu unterstützen.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht D15-02 untersucht den Nutzen einer FFR-geleiteten Behandlungsstrategie im Vergleich zu einer FFR-unabhängigen Entscheidungsfindung. Die Auswertung basiert auf neun randomisierten kontrollierten Studien (RCTs).
Ergebnisse der Nutzenbewertung
Die Auswertung der Studien zeigt unterschiedliche Effekte je nach betrachtetem Endpunkt. Für die FFR-geleitete Strategie ergibt sich folgendes Bild im Vergleich zur Standardbehandlung:
| Endpunkt | Bewertung laut IQWiG |
|---|---|
| Myokardinfarkt | Beleg für Nutzen |
| Tod oder Myokardinfarkt (kombiniert) | Hinweis auf Nutzen |
| Gesamtmortalität / Kardiale Mortalität | Kein Anhaltspunkt für Nutzen oder Schaden |
| Erneute koronare Revaskularisation | Kein Anhaltspunkt für Nutzen oder Schaden |
| Angina Pectoris / Herzinsuffizienz | Kein Anhaltspunkt für Nutzen oder Schaden |
| Unerwünschte Wirkungen der Strategie | Kein Anhaltspunkt für Nutzen oder Schaden |
Fehlende Daten
Der Bericht weist darauf hin, dass für einige Endpunkte keine interpretierbaren Daten in den eingeschlossenen Studien verfügbar waren.
Laut Bericht lagen für folgende patientenrelevante Endpunkte keine auswertbaren Daten vor:
-
Herzrhythmusstörungen
-
Gesundheitsbezogene Lebensqualität
-
Erneute Hospitalisierung
Kontraindikationen
Der Text benennt spezifische Kontraindikationen für nicht invasive Funktionstests (wie Stress-Echokardiografie oder Myokardszintigrafie).
Bei Vorliegen eines akuten Myokardinfarkts oder einer symptomatischen Herzinsuffizienz sind diese Untersuchungen laut Bericht kontraindiziert.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht verdeutlicht, dass der primäre Vorteil der FFR-Messung in der Vermeidung von Myokardinfarkten liegt, während sich kein Überlebensvorteil ableiten lässt. Es wird hervorgehoben, dass die invasive FFR-Messung besonders dann relevant ist, wenn nicht invasive Funktionstests aufgrund von Kontraindikationen wie einem akuten Myokardinfarkt nicht durchgeführt werden können.
Häufig gestellte Fragen
Die FFR-Messung dient der Beurteilung der hämodynamischen Relevanz einer Koronarstenose. Laut IQWiG-Bericht soll sie zu einer adäquaten Therapieentscheidung hinsichtlich einer Revaskularisation beitragen.
Der Bericht zeigt keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen bezüglich der Gesamtmortalität oder der kardialen Mortalität. Ein Vorteil zeigt sich primär bei der Reduktion von Myokardinfarkten.
Die Messung erfolgt invasiv während einer Koronarangiografie. Dabei wird ein spezieller Druckmessdraht mit integriertem Sensorelement in das betroffene Herzkranzgefäß vorgebracht.
Gemäß dem Hintergrundtext des Berichts besteht eine Kontraindikation für Belastungstests bei bestimmten akuten Ereignissen. Dazu zählen der akute Myokardinfarkt sowie die symptomatische Herzinsuffizienz.
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Quelle: IQWiG D15-02: Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (FFR-Messung) bei koronarer Herzkrankheit (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.