In-toto-Thrombektomie bei akuter LAE: IQWiG Rapid Report
Hintergrund
Der IQWiG Rapid Report N25-02 untersucht den Nutzen der In-toto-Thrombektomie mittels Retriever- oder Aspirationssystem bei akuter Lungenarterienembolie (LAE). Die Bewertung erfolgt im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).
Im Fokus stehen Personen, bei denen eine systemische Thrombolysetherapie nicht infrage kommt. Zudem muss bei dieser Gruppe eine Indikation für eine interventionelle oder operative Entfernung von Blutgerinnseln bestehen.
Zuvor wurde die Beratung über eine Erprobungs-Richtlinie ausgesetzt, um die Ergebnisse der randomisiert-kontrollierten PEERLESS-Studie abzuwarten. Der vorliegende Bericht ordnet diese Studienergebnisse nun in den deutschen Versorgungskontext ein.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zur Evidenzlage:
Bewertung der PEERLESS-Studie
Laut IQWiG ist die PEERLESS-Studie entgegen der bisherigen Einschätzung nicht geeignet, die vorliegende Fragestellung zu beantworten. Die eingeschlossene Studienpopulation entspricht nicht den geforderten Kriterien für die Nutzenbewertung.
| Kriterium der Fragestellung | PEERLESS Studienpopulation | Kriterium erfüllt? |
|---|---|---|
| Hohes Mortalitätsrisiko (hämodynamisch instabil) | Größtenteils intermediär-hohes Risiko (Instabilität war Ausschlusskriterium) | Nein |
| Systemische Thrombolyse kommt nicht infrage | Keine absolute Kontraindikation, nur ca. 4 % mit relativer Kontraindikation | Nein |
| Hämodynamische Dekompensation | Keine eintretende Dekompensation gemäß Baseline-Kriterien | Nein |
Risikogruppierung bei akuter LAE
Die Leitlinie definiert die Indikation zur interventionellen Behandlung anhand des Mortalitätsrisikos. Der Bericht zitiert hierzu folgende Klassifikation der Frühmortalität innerhalb von 30 Tagen:
| Risikogruppe | Schock oder Hypotension | RV-Dysfunktion (EKG/CTPA) | Kardiale Biomarker erhöht |
|---|---|---|---|
| Hoch (> 20 %) | Ja | Ja | Ja |
| Intermediär-hoch | Nein | Ja | Ja |
| Intermediär-niedrig | Nein | Ja / Nein | Nein / Ja |
| Niedrig (< 1 %) | Nein | Nein | Nein |
Fazit zur Evidenzlage
Nach systematischer Überprüfung kommt das IQWiG zu folgendem Schluss:
-
Es ist weiterhin weder ein Nutzen noch eine Unwirksamkeit oder Schädlichkeit der Methode erkennbar.
-
Es wurden keine weiteren abgeschlossenen oder laufenden Studien identifiziert, die den Nutzen in naher Zukunft belegen könnten.
-
Eine verwertbare Nutzen-Schaden-Abwägung auf Basis der aktuellen Daten ist nicht möglich.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass die In-toto-Thrombektomie bei akuter Lungenarterienembolie weiterhin als Methode ohne belegten Nutzen oder Schaden gilt, wenn eine systemische Thrombolyse kontraindiziert ist. Laut Bericht lassen sich aus der aktuellen PEERLESS-Studie keine praxisrelevanten Schlüsse für hämodynamisch instabile Risikogruppen ziehen, da diese in der Studie ausgeschlossen waren.
Häufig gestellte Fragen
Laut Bericht besteht eine Indikation bei einem hohen Mortalitätsrisiko mit hämodynamischer Instabilität. Ebenso wird sie bei einem intermediär-hohen Risiko erwogen, wenn trotz Antikoagulation eine hämodynamische Dekompensation eintritt und eine systemische Thrombolyse nicht infrage kommt.
Der Bericht stellt fest, dass in die PEERLESS-Studie ausschließlich hämodynamisch stabile Personen eingeschlossen wurden. Zudem lag bei den meisten Teilnehmenden keine Kontraindikation für eine systemische Thrombolyse vor.
Das IQWiG kommt zu dem Schluss, dass aktuell weder ein Nutzen noch eine Schädlichkeit oder Unwirksamkeit der Methode belegt ist. Es fehlen geeignete Studien für die spezifische Zielgruppe.
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Quelle: IQWiG N25-02: In-toto-Thrombektomie mittels Retriever-/ Aspirationssystem bei akuter Lungenarterienembolie (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.