Diabetes in der Schwangerschaft: DDG Leitlinie
Hintergrund
Die S2e-Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) aus dem Jahr 2021 behandelt die Betreuung von Schwangeren mit vorbestehendem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes. Ziel ist die Optimierung der maternalen und fetalen Outcomes.
Der vorliegende Leitlinienreport dokumentiert primär die methodische Entstehung und Konsentierung der Empfehlungen. Er enthält zudem spezifische, im Konsensverfahren überarbeitete Kernempfehlungen zur medikamentösen Therapie und Überwachung.
Die Zielgruppe umfasst Fachärzte für Diabetologie, Gynäkologie, Pädiatrie sowie Perinatalmediziner. Die Empfehlungen basieren auf einer systematischen Literaturrecherche und formalen Konsensusverfahren.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert unter anderem folgende Kernempfehlungen zur Therapie und Überwachung:
Insulintherapie
Zur Behandlung von Schwangeren mit präexistentem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes wird der Einsatz von Humaninsulinen oder Insulinanaloga empfohlen (starke Empfehlung).
Wenn strenge Therapieziele angestrebt werden, sollte laut Leitlinie der Einsatz von kurzwirksamen und langwirksamen Insulinanaloga erwogen werden. Dies wird mit einer besseren HbA1c-Absenkung und einem geringeren Hypoglykämierisiko im Vergleich zu Normalinsulinen begründet.
Eine Insulinpumpentherapie kann bei Typ-1-Diabetes unter folgenden Bedingungen erwogen werden:
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Nichterreichen der individuellen Therapieziele
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Unzureichende glykämische Kontrolle unter intensivierter konventioneller Therapie (z. B. Dämmerungsphänomen)
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Unregelmäßiger Tagesablauf (z. B. Schichtarbeit, variierende körperliche Aktivität)
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Geringer Insulinbedarf
Präeklampsie-Prophylaxe mit ASS
Es wird empfohlen, jede Patientin über eine Aspirin-Gabe (ASS) zu beraten. Bei Vorliegen von Diabetes und einer Nephropathie sollte ASS allen Schwangeren empfohlen werden (starke Empfehlung).
Fällt das Präeklampsie-Screening bei Frauen mit Diabetes unauffällig aus, kann gemäß Leitlinie auf eine routinemäßige ASS-Therapie verzichtet werden.
Stoffwechselüberwachung unter der Geburt
Während der Entbindung werden einstündliche Blutglukosekontrollen empfohlen (starke Empfehlung).
Als Zielbereich für die Blutglukose sub partu nennt die Leitlinie Werte zwischen 90 und 126 mg/dl (5,0 bis 7,0 mmol/l). Größere Schwankungen, plötzliche Spitzen oder hypoglykämische Episoden sollten vermieden werden.
Dosierung
Dosierung der ASS-Prophylaxe
| Medikament | Dosierung | Zeitraum | Indikation |
|---|---|---|---|
| Aspirin (ASS) | 150 mg/Tag | Beginn vor 16+0 SSW, Ende bei 35+0 SSW | Präeklampsie-Prophylaxe bei Diabetes |
Zielwerte unter der Geburt
| Parameter | Zielwert | Messintervall |
|---|---|---|
| Blutglukose sub partu | 90-126 mg/dl (5,0-7,0 mmol/l) | Einstündlich |
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass die ASS-Prophylaxe zur Verhinderung einer Präeklampsie rechtzeitig vor der 16. Schwangerschaftswoche (16+0 SSW) begonnen werden soll. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Gabe bei 35+0 SSW zwingend beendet werden soll, anstatt sie bis zur Geburt fortzuführen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie können sowohl Humaninsuline als auch kurz- und langwirksame Insulinanaloga eingesetzt werden. Bei strengen Therapiezielen werden Analoga aufgrund des geringeren Hypoglykämierisikos bevorzugt.
Die Leitlinie nennt als mögliche Gründe ein Nichterreichen der Therapieziele, das Dämmerungsphänomen oder einen unregelmäßigen Tagesablauf wie Schichtarbeit. Voraussetzung ist die Beherrschung der intensivierten Insulintherapie durch die Patientin.
Es wird eine Dosierung von 150 mg Aspirin pro Tag empfohlen. Die Einnahme soll vor der 16. Schwangerschaftswoche beginnen und bei 35+0 SSW abgesetzt werden.
Die Leitlinie empfiehlt eine engmaschige, einstündliche Kontrolle der Blutglukosewerte unter der Geburt. Ziel ist es, Werte zwischen 90 und 126 mg/dl zu halten.
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Quelle: DDG: Leitlinienreport 3. Auflage pdf (DDG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.