Diabetes in der Schwangerschaft: Therapie & Blutzucker
Hintergrund
Die S2e-Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) behandelt das Management von Frauen mit präexistentem Typ-1- und Typ-2-Diabetes vor, während und nach der Schwangerschaft. Ziel ist die Reduktion mütterlicher und fetaler Komplikationen.
Ein unzureichend behandelter Diabetes birgt ein erhöhtes Risiko für kongenitale Fehlbildungen, intrauterinen Fruchttod und Schwangerschaftskomplikationen. Auch das Risiko für eine Progression diabetesassoziierter Folgeerkrankungen wie Retinopathie oder Nephropathie ist deutlich erhöht.
Die Prävalenz von Schwangerschaften mit präexistentem Diabetes steigt stetig an. Dies ist insbesondere auf die weltweite Zunahme von Typ-2-Diabetes bei Frauen im gebärfähigen Alter zurückzuführen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor dem Auftreten einer euglykämischen diabetischen Ketoazidose in der Schwangerschaft. Auch bei Blutzuckerwerten unter 200 mg/dl (11,1 mmol/l) und unvollständiger Symptomatik wie isoliertem Erbrechen oder Oberbauchschmerzen sollte an eine Ketoazidose gedacht und umgehend eine Ketondiagnostik durchgeführt werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie werden nüchtern und präprandial Werte zwischen 65 und 95 mg/dl angestrebt. Eine Stunde nach der Mahlzeit sollte der Wert unter 140 mg/dl liegen.
Die Leitlinie empfiehlt, Metformin in der Schwangerschaft nicht routinemäßig einzusetzen. Bei Bekanntwerden der Schwangerschaft wird eine Umstellung auf eine Insulintherapie angeraten.
Als Mittel der ersten Wahl wird Alpha-Methyldopa empfohlen. Alternativ können Nifedipin retard oder eingeschränkt Metoprolol eingesetzt werden, während ACE-Hemmer kontraindiziert sind.
Im ersten Trimenon besteht oft eine erhöhte Hypoglykämiegefahr durch sinkenden Bedarf. Ab dem zweiten Trimenon steigt der Insulinbedarf laut Leitlinie um 50 bis 100 % an, um nach der Geburt der Plazenta wieder abrupt abzufallen.
Es wird empfohlen, bei Erreichen des erwarteten Entbindungstermins und ausbleibendem Geburtsbeginn die Geburt einzuleiten. Dies dient der Vermeidung eines intrauterinen Fruchttodes.
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Quelle: DDG: Evidenztabellen 3. Auflage pdf (DDG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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