Ivosidenib bei AML: Indikation bei IDH1-R132-Mutation
Hintergrund
Der vorliegende IQWiG-Bericht G23-16 befasst sich mit der frühen Nutzenbewertung des Orphan Drugs Ivosidenib. Es geht um die Kombinationstherapie mit Azacitidin bei erwachsenen Personen mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (AML).
Voraussetzung für den Einsatz ist das Vorliegen einer Isocitrat-Dehydrogenase-1 (IDH1)-R132-Mutation. Zudem richtet sich die Therapie an Betroffene, für die eine Standard-Induktionschemotherapie nicht geeignet ist.
Da es sich um ein Medikament für seltene Leiden handelt, fokussiert sich diese Dossierbewertung auf die epidemiologischen Daten. Im Zentrum stehen die Ermittlung der Zielpopulationsgröße in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie die zu erwartenden Therapiekosten.
💡Praxis-Tipp
Bei der Therapieplanung mit Ivosidenib und Azacitidin wird darauf hingewiesen, dass neben den reinen Medikamentenkosten auch Aufwendungen für den obligatorischen IDH1-R132-Test sowie für das regelmäßige Monitoring von Blutwerten anfallen. Laut IQWiG-Bericht ist zudem zu berücksichtigen, dass die Zielgruppe der nicht für eine intensive Chemotherapie geeigneten Personen in der Praxis größer sein dürfte, als es historische Registerdaten vermuten lassen.
Häufig gestellte Fragen
Der Bericht bewertet Ivosidenib in Kombination mit Azacitidin bei neu diagnostizierter AML. Voraussetzung ist eine IDH1-R132-Mutation bei erwachsenen Personen, für die eine Standard-Induktionschemotherapie ungeeignet ist.
Laut IQWiG-Bewertung belaufen sich die Kosten im ersten Behandlungsjahr auf rund 266.384 Euro pro Person. In den Folgejahren liegen die geschätzten Kosten bei etwa 266.306 Euro.
Die Zielpopulation in der gesetzlichen Krankenversicherung wird auf 43 bis 123 Betroffene geschätzt. Der Bericht merkt jedoch an, dass diese Zahl aufgrund der Unterrepräsentation älterer Menschen in Registern tendenziell unterschätzt sein dürfte.
Vor Therapiebeginn ist ein IDH1-R132-Test erforderlich, für den einmalige Kosten von knapp 78 Euro veranschlagt werden. Zudem weist die Bewertung auf notwendige Blutbildkontrollen hin, die weitere Kosten verursachen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG G23-16: Ivosidenib (Akute myeloische Leukämie, IDH1-R132-Mutation, Erstlinie, Kombination mit Azacitidin) – Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG G12-04: Decitabin - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 10 SGB V (Dossierbewertung)
IQWiG G18-09: Gemtuzumab Ozogamicin (akute myeloische Leukämie) - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V
IQWiG G20-17: Glasdegib (akute myeloische Leukämie) - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V
IQWiG G18-12: Liposomales Daunorubicin und Cytarabin (akute myeloische Leukämie) - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V
IQWiG G22-10: Avapritinib (fortgeschrittene systemische Mastozytose) – Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V
IQWiG G15-15: Blinatumomab - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 10 SGB V
IQWiG G13-02: Ponatinib - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 10 SGB V (Dossierbewertung)
IQWiG G17-12: Midostaurin (akute myeloische Leukämie) - Bewertung gemäß §35a Abs. 1 Satz 11 SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen