Trastuzumab deruxtecan bei Magenkarzinom: IQWiG-Bewertung
Hintergrund
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat in einem Addendum (A26-10) ergänzende Daten zur Nutzenbewertung von Trastuzumab deruxtecan geprüft. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Personen mit fortgeschrittenem, HER2-positivem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs.
Voraussetzung für diese Therapielinie ist, dass zuvor bereits ein Trastuzumab-basiertes Therapieschema in der Erstlinientherapie verabreicht wurde. Als zweckmäßige Vergleichstherapie diente in der zugrundeliegenden DESTINY-Gastric04-Studie die Kombination aus Ramucirumab und Paclitaxel.
Im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens reichte der pharmazeutische Unternehmer neue Auswertungen ein. Diese adressierten zuvor bestehende Unsicherheiten bezüglich Zensierungen beim Gesamtüberleben, Folgetherapien und unerwünschten Ereignissen.
Empfehlungen
Die IQWiG-Bewertung kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen hinsichtlich des Zusatznutzens:
Gesamtüberleben und Verzerrungspotenzial
Laut Bewertung wird das Verzerrungspotenzial für das Gesamtüberleben nach Vorlage der neuen Daten als niedrig eingestuft. Die Unterschiede bei den Studienabbrüchen zwischen den Behandlungsarmen lagen zu den relevanten Zeitpunkten unter 5 Prozent.
Dennoch bleibt die Aussagesicherheit eingeschränkt, da die in der Studie eingesetzten Folgetherapien den aktuellen Therapiestandard nur unzureichend abbilden. Daher lässt sich für das Gesamtüberleben maximal ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen ableiten.
Unerwünschte Ereignisse (Nebenwirkungen)
Für die meisten unerwünschten Ereignisse (UE) sinkt das Verzerrungspotenzial durch die nachgereichten Daten von hoch auf niedrig. Ausnahmen bilden die Endpunkte "Abbruch wegen UE" sowie "Übelkeit" und "Erbrechen", bei denen weiterhin ein hohes Verzerrungspotenzial besteht.
Die Bewertung zeigt folgendes Profil an Vor- und Nachteilen im Vergleich zur Kontrolltherapie:
| Endpunkt / Ereignis | Effektrichtung | Ausmaß laut Bewertung |
|---|---|---|
| Gesamtüberleben | Positiver Effekt (Zusatznutzen) | Beträchtlich |
| Stomatitis, Epistaxis, Nieren-/Harnwegserkrankungen | Positiver Effekt (Geringerer Schaden) | Beträchtlich bis erheblich |
| Schwere Hypertonie, schwere Nervensystemerkrankungen | Positiver Effekt (Geringerer Schaden) | Gering bis erheblich |
| Schweres Erbrechen | Negativer Effekt (Höherer Schaden) | Beträchtlich |
| Schwere Übelkeit | Negativer Effekt (Höherer Schaden) | Nicht quantifizierbar |
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
In der Gesamtschau überwiegen die positiven Effekte deutlich gegenüber den wenigen negativen Effekten. Der Überlebensvorteil ist dabei leitend für die Endbewertung.
Das IQWiG leitet für Trastuzumab deruxtecan gegenüber Ramucirumab plus Paclitaxel einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen ab. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) trifft die finale Entscheidung über diesen Zusatznutzen.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass die eingesetzten Folgetherapien in der Zulassungsstudie den deutschen Versorgungsstandard nicht vollständig widerspiegeln. Insbesondere der Einsatz von Tipiracil/Trifluridin erfolgte seltener als in aktuellen Leitlinien empfohlen. Zudem wird auf ein erhöhtes Risiko für schwere Übelkeit und Erbrechen unter Trastuzumab deruxtecan aufmerksam gemacht.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen. Diese Bewertung gilt für das fortgeschrittene HER2-positive Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs nach einer vorherigen Trastuzumab-basierten Therapie.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde die Kombination aus Ramucirumab und Paclitaxel herangezogen. Die Daten hierfür stammen aus der randomisierten kontrollierten Studie DESTINY-Gastric04.
Laut IQWiG-Bericht zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden bei den unerwünschten Ereignissen Übelkeit (schwerer Grad) und Erbrechen. Bei anderen Nebenwirkungen wie Stomatitis oder Epistaxis wurde hingegen ein geringerer Schaden im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachtet.
Die eingeschränkte Aussagesicherheit resultiert aus den in der Studie eingesetzten Folgetherapien. Der geringe Einsatz von Tipiracil/Trifluridin in späteren Therapielinien bildet den aktuellen Therapiestandard nur unzureichend ab.
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Quelle: IQWiG A26-10: Trastuzumab deruxtecan (Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs) – Addendum zum Projekt A25-128 (IQWiG, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.