Trastuzumab deruxtecan bei Magenkarzinom: IQWiG
Hintergrund
Die IQWiG-Dossierbewertung A25-128 untersucht den Zusatznutzen von Trastuzumab deruxtecan. Der Wirkstoff wird als Monotherapie bei fortgeschrittenem, HER2-positivem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs eingesetzt.
Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Erkrankte, die bereits ein vorhergehendes Trastuzumab-basiertes Therapieschema erhalten haben. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde Ramucirumab in Kombination mit Paclitaxel herangezogen.
Datengrundlage der Bewertung ist die noch laufende, offene, randomisiert-kontrollierte Studie DESTINY-Gastric04. Aufgrund der fehlenden Verblindung und Unterschieden bei Studienabbrüchen wird das Verzerrungspotenzial der Ergebnisse als hoch eingestuft.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zum Zusatznutzen:
Gesamtüberleben
Laut Bewertung zeigt sich für das Gesamtüberleben ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Trastuzumab deruxtecan. Daraus wird ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der Vergleichstherapie abgeleitet.
Nebenwirkungen und Verträglichkeit
Die Auswertung der unerwünschten Ereignisse zeigt mehrheitlich positive Effekte für die Intervention. Es ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden bei folgenden Ereignissen:
-
Stomatitis und Epistaxis
-
Erkrankungen des Nervensystems (schwere unerwünschte Ereignisse)
-
Skelettmuskulatur- und Bindegewebserkrankungen (schwere unerwünschte Ereignisse)
Spezifische Risiken
Diesen positiven Effekten stehen laut Bericht einzelne negative Effekte gegenüber. Es zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch vermehrtes Auftreten von Erbrechen sowie schwerer Übelkeit.
Therapieabbruch
Für den Endpunkt Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse zeigt sich ein Vorteil für Trastuzumab deruxtecan. Der Bericht weist jedoch auf eine Effektmodifikation durch das Alter hin, sodass dieser Vorteil nur für Personen unter 65 Jahren feststellbar ist.
Dosierung
Die Studiendaten basieren auf folgenden Dosierungsschemata:
| Medikament | Dosis | Zyklus |
|---|---|---|
| Trastuzumab deruxtecan | 6,4 mg/kg KG i.v. an Tag 1 | 21 Tage |
| Ramucirumab | 8 mg/kg KG i.v. an Tag 1 und 15 | 28 Tage |
| Paclitaxel | 80 mg/m² KOF i.v. an Tag 1, 8 und 15 | 28 Tage |
Laut Bericht sind bei Trastuzumab deruxtecan Dosisreduktionen aufgrund von Toxizität auf 5,4 mg/kg KG und in einem weiteren Schritt auf 4,4 mg/kg KG möglich.
Kontraindikationen
Der Bericht schließt Personen mit bestimmten Vorbehandlungen von der Bewertung aus. Dazu zählen eine vorherige vollständige Pneumonektomie sowie die Gabe eines Antikörper-Wirkstoff-Konjugats mit einem Exatecan-Derivat.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht ist bei der Aufklärung über Nebenwirkungen ein differenziertes Bild zu vermitteln. Während die Therapie insgesamt seltener wegen unerwünschter Ereignisse abgebrochen wird, besteht ein spezifisch erhöhtes Risiko für schwere Übelkeit und Erbrechen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass der Vorteil beim Therapieabbruch aufgrund von Nebenwirkungen nur bei Personen unter 65 Jahren beobachtet wurde.
Häufig gestellte Fragen
Die IQWiG-Bewertung leitet einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen ab. Dies basiert maßgeblich auf einem signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben im Vergleich zu Ramucirumab plus Paclitaxel.
Laut den zugrundeliegenden Studiendaten erfolgt die Gabe in einer Dosierung von 6,4 mg/kg Körpergewicht intravenös. Die Verabreichung findet an Tag 1 eines 21-tägigen Zyklus statt.
Der Bericht zeigt ein signifikant erhöhtes Risiko für Erbrechen und schwere Übelkeit. Gleichzeitig treten andere Nebenwirkungen wie Stomatitis oder Erkrankungen des Nervensystems seltener auf als unter der Vergleichstherapie.
Die Bewertung bezieht sich auf den Einsatz nach einer vorhergehenden Trastuzumab-basierten Erstlinientherapie. Es handelt sich somit um eine Zweit- oder Folgelinientherapie bei HER2-positiven Tumoren.
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Quelle: IQWiG A25-128 : Trastuzumab deruxtecan (Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.