IQWiG2020Onkologie

Trifluridin/Tipiracil bei Magenkarzinom: IQWiG-Bewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A19-85 bewertet den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Trifluridin/Tipiracil. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Personen mit metastasiertem Magenkarzinom.

Voraussetzungen für diese Therapie sind laut Bericht:

  • Vorliegen eines metastasierten Magenkarzinoms oder Adenokarzinoms des gastroösophagealen Übergangs

  • Vorbehandlung mit mindestens zwei systemischen Therapieregimen für die fortgeschrittene Erkrankung

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) "Best supportive Care" (BSC) festgelegt. Dies entspricht einer palliativen Zielsetzung zur Linderung von Symptomen und Verbesserung der Lebensqualität.

Empfehlungen

Die Nutzenbewertung basiert maßgeblich auf der Phase-III-Studie TAGS, in der Trifluridin/Tipiracil plus BSC mit Placebo plus BSC verglichen wurde.

Gesamtüberleben und Zusatznutzen

Laut Bericht zeigt sich für das Gesamtüberleben ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten der Intervention. In der Gesamtschau wird ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Trifluridin/Tipiracil gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abgeleitet.

Zusammenfassung der Effekte

Die Bewertung identifiziert sowohl positive als auch negative Effekte im Vergleich zu Best supportive Care (BSC):

EndpunktkategorieEffekt unter Trifluridin/TipiracilAusmaß
GesamtüberlebenVorteilBeträchtlich
Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs)Vorteil (geringerer Schaden)Beträchtlich
Schwere gastrointestinale ErkrankungenVorteil (geringerer Schaden)Beträchtlich
Schwere Anämie, Neutropenie, LeukopenieNachteil (höherer Schaden)Gering bis nicht quantifizierbar
Morbidität und LebensqualitätKein BelegNicht bewertbar

Unerwünschte Ereignisse im Detail

Die Bewertung identifiziert spezifische Bereiche, in denen die Wirkstoffkombination mit einem geringeren Schaden assoziiert ist. Dazu gehören neben den SUEs auch Studienabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse sowie allgemeine Beschwerden am Verabreichungsort.

Demgegenüber stehen laut IQWiG Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch spezifische Nebenwirkungen. Neben den hämatologischen Ereignissen traten auch Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes vermehrt auf.

Kontraindikationen

Laut IQWiG-Bericht wurden in der zugrundeliegenden Zulassungsstudie (TAGS) Personen mit Hirnmetastasen oder leptomeningealen Metastasen von der Behandlung ausgeschlossen.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Interpretation der Nebenwirkungen wird im Bericht darauf hingewiesen, dass gastrointestinale Ereignisse häufig schwer von der Symptomatik oder Progression der Grunderkrankung zu trennen sind. Es wird empfohlen, diese Überschneidung bei der klinischen Beurteilung von unerwünschten Ereignissen unter Trifluridin/Tipiracil zu berücksichtigen.

Häufig gestellte Fragen

Der Bericht bewertet den Einsatz bei erwachsenen Personen mit metastasiertem Magenkarzinom oder Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs. Voraussetzung ist eine Vorbehandlung mit mindestens zwei systemischen Therapieregimen.

Als Vergleichstherapie wurde "Best supportive Care" (BSC) herangezogen. Darunter wird eine bestmögliche, patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung verstanden.

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen im Vergleich zu Best supportive Care. Dieser basiert primär auf einem signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben.

Laut Bewertung gibt es Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch hämatologische Ereignisse. Dazu zählen insbesondere schwere Anämien, Neutropenien und Leukopenien.

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Quelle: IQWiG A19-85: Trifluridin/Tipiracil (Magenkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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